Stand: 13.07.2018 15:33 Uhr

Erste Hilfe: So rettet ihr Leben

Ein Unfall mit Verletzten ist eine Ausnahmesituation und mit extremem Stress verbunden. Laut einer Umfrage hat sogar jeder zweite Deutsche Bedenken, Erste Hilfe zu leisten - aus Angst etwas falsch zu machen. Wir erklären euch, was ihr im Notfall tun könnt und was ihr beachten solltet.

Um im Ernstfall einen (möglichst) kühlen Kopf zu behalten, könnt ihr euch an der sogenannten Rettungskette orientieren, die euch Schritt für Schritt unterstützt - bis ein Rettungswagen eintrifft. Die Kette besteht aus fünf Schritten:

  1. Absichern
  2. Notruf
  3. Sofortmaßnahmen
  4. Weitere Erste Hilfe
  5. Rettungsdienst

 

Schritt 1: Absichern

Das Wichtigste zuerst: Bringt euch selbst in Sicherheit. Erst dann solltet ihr euch um andere kümmern.

 

Schritt 2: Notruf alarmieren

Wenn ihr abgesichert seid, wählt den Notruf unter der 112. Dafür solltet ihr euch an diesen Fragen orientieren: Wo, was, wer, wie viele, welche? Wenn ihr die Antworten darauf kennt, können euch die Rettungskräfte optimal helfen. Das Personal der Notrufzentrale ist außerdem speziell geschult, kann euch beraten und auch telefonisch begleiten, bis das Rettungsteam eintrifft.

 

Schritt 3: Sofortmaßnahmen

Nachdem ihr den Notruf verständigt habt, gibt es verschiedene Dinge, die ihr direkt vor Ort leisten könnt.

  • Prüfen: Atmet die Person? Ist sie bei Bewusstsein?
  • Wenn sie noch atmet, bringt sie in eine stabile Seitenlage.
  • Atmet sie nicht, führt eine Herzdruckmassage durch.

So überprüft ihr, ob die Person atmet:

  • Den Kopf des Betroffenen nach hinten neigen.
  • Beobachten, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.
  • Ohr nah über den Mund und Nase halten, hören und gleichzeitig darauf achten, ob an der Wange ein Luftstrom zu spüren ist.

Stabile Seitenlage, so geht's:

Die Stabile Seitenlage soll verhindern, dass eine bewusstlose Person zum Beispiel an ihrem Erbrochenem oder Blut erstickt. In dieser Position ist der Kopf bzw. der Mund der Person der tiefste Punkt des Körpers und schützt so die Atemwege. Hier seht ihr, wie ihr den Körper korrekt positioniert und was ihr dabei beachten müsst:

So macht ihr eine Herzdruckmassage bei einer erwachsenen Person:

Kniet euch neben den Betroffenen auf Höhe des Brustkorbs und platziert einen Handballen auf dem unteren Drittel des Brustbeins. Nun legt ihr den zweiten Handballen auf den ersten und drückt mit ausgestreckten Armen 30 mal senkrecht auf die Brustkorb-Mitte mithilfe eures eigenen Körpergewichts. Wichtig:

  • Die Brust zwischen 5 bis 6 Zentimeter eindrücken.
  • Wichtig: das Tempo. Massiert 100 bis 120 Mal pro Minute. Ihr könnt zum Beispiel versuchen, im Takt zu "Atemlos" von Helene Fischer zu drücken.
  • Beatmung: Ihr habt die Wahl zwischen Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase.
  • Überstreckt den Kopf des Betroffenen leicht, haltet Mund oder Nase zu und atmet hinein.
  • Wechsel in derselben Druck- und Entlastungsdauer: 30 mal drücken, 2 mal beatmen

Anleitung mit Bildern

So funktionieren die Sofortmaßnahmen

Die einzige Chance, einem Menschen nach plötzlichem Herzstillstand zu retten, ist die Reanimation. Nur wenige Regeln sind wichtig - Leben retten ist nicht schwer. mehr

 

Schritt 4: Weitere Erste Hilfe

Wenn ihr die lebensnotwendigen Schritte durchgeführt habt, könnt ihr noch weitere Maßnahmen durchführen, bis ein Rettungswagen eintrifft. Wenn die betroffene Person stark blutet, solltet ihr die Gliedmaßen hoch lagern, damit das Blut weniger stark zirkuliert. Anschließend könnt ihr zum Beispiel mit einem Schal, Shirt oder anderem Stück Stoff die Wunden verbinden, damit so wenig Blut wie möglich verloren geht. Wenn die Person in der stabilen Seitenlage ist, solltet ihr außerdem in regelmäßigen Abständen prüfen, ob sie weiterhin atmet oder andere Lebenszeichen zeigt. Besonders in kälteren Monaten ist es wichtig, die verletzte Person warm zu halten - zum Beispiel mit einer Rettungsdecke, die ihr im Verbandskasten von Autos findet.

 

Schritt 5: Rettungsdienst und Krankenhaus

Wenn der Rettungsdienst eintrifft, überprüft er, ob die betroffene Person transportiert werden kann. Wenn dies der Fall ist, wird sie in ein Krankenhaus gebracht und dort medizinisch versorgt.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 06.06.2018 | 06:15 Uhr

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