Stand: 21.05.2019 10:25 Uhr

Europawahl: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie wird gewählt? Was genau wird gewählt? Was hat das mit mir zu tun? Und wie finde ich raus, welche Partei meine Interessen vertritt? Das Wichtigste zur Europawahl im Überblick.

Wann und wo wird gewählt?

In den meisten europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, findet die Europawahl am 26. Mai 2019 statt. Das ist ein Sonntag. Die Wahlräume haben an diesem Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wo genau euer Wahllokal liegt, ist abhängig von eurem Wohnort und steht auf der Wahlbenachrichtigung, die ihr per Post bekommt.

Was wird gewählt?

Die Europawahl entscheidet, welche Mitglieder in den kommenden fünf Jahren im EU-Parlament sitzen. 705 Abgeordnete sollen am Ende insgesamt ins Parlament einziehen. Deutschland entsendet 96 Abgeordnete. Diese deutschen Vertreter im EU-Parlament wählt ihr mit eurer Stimme.

Was macht das EU-Parlament?

Das Europäische Parlament in Straßburg ist die gemeinsame Volksvertretung der EU-Mitgliedsstaaten. Die Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten die Interessen ihrer Länder und können bei Gesetzen und Verordnungen mitwirken und mitbestimmen, die die EU-Mitgliedsstaaten dann umsetzen müssen - zum Beispiel, wenn es um Finanzen, Umweltschutz oder Verbraucherschutz geht. So war das EU-Parlament zuletzt zum Beispiel an der Abschaffung der Roaminggebühren innerhalb der EU beteiligt.

Wie wird gewählt?

Jeder Wähler hat eine Stimme. Diese wird für die geschlossene Liste einer Partei oder Vereinigung abgegeben. Die Reihenfolge der einzelnen Kandidaten legt die Partei bzw. die Vereinigung vor der Wahl selbst fest. Die Sitze im EU-Parlament werden auf die Parteien entsprechend dem Verhältnis ihrer insgesamt erreichten Stimmenzahlen verteilt.

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind alle Staatsangehörigen der EU-Mitgliedsstaaten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Allgemein gilt für Deutschland: Deutsche Staatsbürger oder Bürger aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die in Deutschland leben, können wählen gehen, wenn sie mindestens 18 Jahre alt sind, die Wohnsitzbedingungen erfüllen, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen und im Wählerverzeichnis ihrer Heimatgemeinde eingetragen sind.

Wie funktioniert die Briefwahl?

Ihr könnt ohne besonderen Grund bei eurer Stadt oder Gemeinde Briefwahl beantragen. Dazu findet ihr auf der Rückseite eurer Wahlbenachrichtigung, die ihr spätestens am 21. Tag vor der Wahl im Briefkasten haben müsst, einen Vordruck für die Beantragung. Diesen müsst ihr ausgefüllt zurückschicken.

Alternativ könnt ihr die Briefwahl persönlich, per Fax und E-Mail oder in vielen Gemeinden auch Online beantragen. Die Frist, bis wann ihr die Briefwahl im Netz beantragen könnt, variiert allerdings von Ort zu Ort. In jedem Falle gilt aber: Bis allerspätestens 24. Mai um 18 Uhr müssen die Unterlagen beantragt werden. Abschicken oder einwerfen müsst ihr eure ausgefüllten Wahlunterlagen so, dass sie am Wahlsonntag um 18 Uhr bei der zuständigen Stelle vorliegen. Es wird empfohlen, den Brief mindestens drei Werktage vor der Wahl in den Briefkasten zu werfen.

Wer tritt zur Wahl an?

Insgesamt sind für die Europawahl 2019 in Deutschland 41 Parteien und sonstige politische Vereinigungen zugelassen. Die meisten Parteien haben bundesweite Listen mit Kandidaten bestimmt. Es gibt aber Ausnahmen - manchmal werden für jedes Bundesland einzelne Listen aufgestellt. Einen Überblick über die Parteien und Vereinigungen findet ihr hier.

Wo kann ich mich weiter informieren?

Es gibt viele unterschiedliche Wege, euch über die Abläufe zur Wahl und die Programme der unterschiedlichen Parteien und Vereinigungen zu informieren - hier eine Auswahl:

>> Wahlprogramme

Einen Überblick über die Parteien und Vereinigungen sowie alle Wahlprogramme findet ihr hier.

>> Der Wahl-O-Mat der EU

Zur Europawahl hat die EU selbst einen Wahl-O-Mat entworfen: "EU und ich" (euandi2019.eu) heißt der und fragt 22 Thesen rund um die Parteiprogramme der 41 Parteien ab. Beantwortet ihr die Fragen, verrät er euch, welche Parteien die meisten Übereinstimmungen mit euren Meinungen haben. Zum Europa-Wahl-O-Mat geht's hier.

>> Wahl-O-Mat

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet zur Europawahl wieder den Wahl-O-Mat an. Dieser zeigt euch Thesen an, die alle 41 Parteien und politischen Vereinigungen beantwortet haben, und vergleicht eure Haltung zu bestimmten Themen mit denen der zur Wahl stehenden Parteien und Vereinigungen. Zum Wahl-O-Mat geht's hier.

>> VoteSwiper

Eine Berliner Agentur hat in Zusammenarbeit mit einem Politikwissenschaftler der Universität Freiburg den VoteSwiper entwickelt. Das Tool, das dem Wahl-O-Mat-Prinzip ähnelt, besteht aus 35 Fragen, die in Deutschland 28 Parteien beantwortet haben. Beantwortet ihr alle Fragen ("Ja", "Nein", "Überspringen"), zeigt euch die Auswertung an, mit welchen Parteien ihr am meisten Übereinstimmung habt. Zum VoteSwiper geht es hier.

>> #WahlWatch

Der WDR checkt im Social-Media-Faktencheckformat #wahlwatch Tatsachenbehauptungen von Parteien und deren Spitzenpersonal. Die Aktion ist die Antwort des WDR auf die rasante Verbreitung von Falschmeldungen. Mehr Infos findet ihr hier.

>> Europawahl in leichter Sprache

Der NDR und die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg erklären den Ablauf und die Regeln für die Europawahl 2019 in leichter Sprache.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 03.05.2019 | 15:00 Uhr

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