Stand: 18.11.2020 19:00 Uhr

"Für mich ist Deutschland eine Landkarte der Blutflecken"

In unserer N-JOY Spezialsendung "Eine Stunde, ein Leben" hat Kriminalreporterin Sabine Rückert vom Podcast "Zeit Verbrechen" uns verraten, was ihre spektakulärsten Fälle waren - und warum wir True Crime eigentlich so spannend finden. Hier könnt ihr die ganze Sendung nachhören.

Lange Zeit hat Sabine Rückert als Gerichtsreporterin gearbeitet. Sie ist Journalistin und derzeit stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit". Vielen ist sie aber auch als Gastgeberin des erfolgreichen deutschen True-Crime-Podcasts "Zeit Verbrechen" bekannt. Mit ihrem Kollegen Andreas Sentker betrachtet sie darin regelmäßig menschliche Abgründe, Fehler der Justiz und die Menschen hinter den Taten.

Egal, ob heimtückischer Mord, Kunstdiebstahl oder Terroranschlag – Rückert beschäftigt sich mit den großen Kriminalfällen, wirft aber auch ein Licht auf die unbekannteren Verbrechen in Deutschland. Dabei berichte sie nicht nur über Gerichtsverhandlungen, sondern recherchiere am liebsten wie eine Dedektivin Hintergründe von Verbrechen oder rolle alte Fälle neu auf, wie sie verraten hat.

Das Faszinierende dabei sei für sie, dass sie sich immer wieder auf eine Spur begebe, bei der sie sich frage, ob sie etwas aufklären kann: "Dieses Ermitteln, das liebe ich", sagt sie. Das sei ihre große Leidenschaft. Dabei hat sie sich als Kriminalreporterin mittlerweile mit so vielen Fällen beschäftigt, dass sie viele Autobahnabfahrten an einen bestimmten Fall erinnern:

Für mich ist Deutschland eine Landkarte der Blutflecken. Sabine Rückert im N-JOY Interview

 

Besonderer Fall aus Schleswig-Holstein

Ein Fall, der Sabine Rückert bis heute begleitet, hat sich sogar bei uns in Norddeutschland in Schleswig-Holstein ereignet. Dabei ging es um einen 18-jährigen Mann, der nach einer Feier zwar von der Polizei aufgegriffen aber in einer Winternacht auf einer einsamen Landstraße wieder ausgesetzt wurde und anschließend wurde der junge Mann von einem Auto überfahren.

Bei nächtlichen Autofahrten auf Landstraßen muss sie daher immer an diesen Fall denken - vor allem auch, weil es nicht die Polizei, sondern die Eltern des Opfers waren, die die Hintergründe des Todesfalls schließlich aufklärten.

Auch zu den Tätern hat sie ein besonderes Verhältnis: "Ich empfinde nie Abscheu, vor niemandem", sagt sie. Schließlich gebe es immer einen Grund dafür, warum jemand das tut, was er tut. Mitleid habe sie lediglich mit Kindern und Jugendlichen, weil sie keinen Einfluss darauf haben, wie sie aufwachsen.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 18.11.2020 | 18:00 Uhr

N-JOY
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