Stand: 03.11.2020 18:11 Uhr

Häusliche Gewalt: Hier bekommen Betroffene Hilfe

Hier findet ihr Hilfe, wenn ihr selbst Opfer häuslicher Gewalt seid oder Menschen kennt, die Hilfe benötigen.

Statistiken zeigen: Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Allein 2018 wurden insgesamt 140.755 Menschen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Knapp 114.393 der Betroffenen waren weiblich.

Die Corona-Pandemie könnte diese traurigen Zahlen noch weiter in die Höhe treiben. Eine Gesamtauswertung für das Jahr 2020 steht noch aus. Doch Zahlen aus dem Frühjahr und Frühsommer zufolge scheint das, was viele befürchtet haben, vielerorts zuzutreffen: In einigen Bundesländern gab es mehr häusliche Gewalt. Das ist das Ergebnis einer Mitte Juli veröffentlichten Zwischenbilanz, für die die Nachrichtenagentur dpa die zuständigen Ministerien der einzelnen Länder abgefragt hat.

Im Norden sind besonders Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. In Hamburg stiegen die bis Juni gemeldeten Fälle gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wurden allein im April 2020 doppelt so viele häusliche Gewalttaten gemeldet wie im April 2019. Die Dunkelziffer könnte noch höher sein.

Häusliche Gewalt: Hier finden Betroffene Hilfe

Natürlich gibt es auch Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt sind. Ob Mann oder Frau: Wenn ihr selbst betroffen seid oder Menschen kennt, die Hilfe brauchen, gibt es viele Stellen, an die ihr euch wenden könnt - zum Beispiel:

  • In akuten Gewaltsituationen: Ruft die Polizei über den Notruf 110
  • Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Rufnummer 08000 116 016. Hier könnt ihr euch an 365 Tagen im Jahr zu jeder Uhrzeit anonym und kostenlos beraten lassen. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich.
  • Auch die Telefonseelsorge erreicht ihr rund um die Uhr unter 0800 111 0111 oder 0800 111 0222.
  • Die Frauenhauskoordinierung und der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe bieten Hilfe, Beratung und Weitervermittlung an geeignete Einrichtungen.
  • Opferhilfeorganisationen wie der "Weiße Ring" bieten auf ihrer Webseite Hilfe an - oder ihr ruft das Opfertelefon unter der Nummer 116 006 an.
  • Außerdem könnt ihr euch auch direkt an ein Frauenhaus oder an folgende Stellen wenden: Ehe- und Familienberatungsstellen, Gleichstellungsstellen der Landratsämter und Kommunen, Rechtsberatungsstellen, Opferschutzbeauftragte der Polizei.

Was häusliche Gewalt anrichtet

Im funk-Format "Leeroy will's wissen" spricht die 22-jährige Jana darüber, wie sie sich über zwei Jahre lang psychisch und physisch misshandelt gefühlt hat - und dass es schwierig war, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden.

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Dieses Thema im Programm:

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