Stand: 19.10.2020 13:23 Uhr

7 Jogging-Mythen im Check

Joggen führt zu Cellulite? Laufen auf Asphalt ist schädlich? Ein Experte räumt mit den Mythen rund ums Laufen auf. Achtung: Dieses Wissen könnte manche eurer Ausreden zunichte machen!

Beim Joggen scheiden sich die Geister: Die einen sind süchtig danach, die anderen hassen es. Während die Läufer ihren Lieblingssport anpreisen, suchen die Nicht-Läufer ständig das Haar in der Suppe: "Joggen ist schlecht für den Rücken" - oder: "Die Fettverbrennung setzt eh erst ab 30 Minuten ein".

Welche Aussagen sind wahr und welche sind erfunden? Wir haben mit Prof. Dr. Klaus Mattes von der Universität Hamburg gesprochen. Am Institut für Bewegungswissenschaften setzt er sich intensiv mit diesen Fragen auseinander und räumt mit Mythen rund ums Thema Joggen auf. Hier das Ergebnis unserer Recherche - sieben Jogging-Mythen und ihr Wahrheitsgehalt:

Durch Joggen entsteht Cellulite? Falsch!

Wie dieses Gerücht entstehen konnte, ist fragwürdig, denn jede Art von Bewegung strafft das Bindegewebe. Joggen und die Entstehung von Cellulite haben demnach nichts miteinander zu tun. Dass Frauen häufiger an Cellulite leiden, liegt übrigens am weiblichen Bindegewebe - das muss dehnbarer sein als bei Männern, weil sich die Haut bei Frauen in der Schwangerschaft ausdehnen muss. Nach der Schwangerschaft ist gerade Joggen also auch eine gute Idee.

 

Laufen auf Asphalt schadet den Gelenken? Jein!

Natürlich ist Asphalt unnachgiebig. Diese Härte kann die Gelenke belasten - allerdings ist nicht eindeutig belegt, dass Joggen auf Asphalt Gelenkprobleme verursacht. Besonders empfehlenswert ist Barfußlaufen auf der Wiese. Da man aber nicht immer die Möglichkeit dazu hat, sollte man eher andere wichtige Faktoren überprüfen - das richtige Schuhwerk mit einer guten Dämpfung und die richtige Lauftechnik zum Beispiel.

Anfänger sollten tatsächlich eher weichen Boden bevorzugen und wer vorher schon Beschwerden hatte, sollte sich beim Trainieren langsam steigern. Interessant: Nach Verletzungen wird Asphalt sogar empfohlen, weil die Gefahr umzuknicken oder auszurutschen kleiner ist als im Wald oder auf dem Feld.

 

Stretchen vor dem Laufen ist wichtig? Kommt drauf an!

Stretchen hat keinen Einfluss auf Laufverletzungen, sondern eher auf das Wohlbefinden. Es reicht, beim Laufen langsam zu starten, um warm zu werden und Verletzungen vorzubeugen. Stretchen und Dehnen ist nach dem Laufen sinnvoller als davor und wirkt dann wie eine Art Krafttraining. Egal ob davor oder danach: Wenn es zum Wohlbefinden beiträgt, ist Stretchen gut.

Einzige Ausnahme: Vor Sprints ist Stretching nicht zu empfehlen. Vereinfacht gesagt wird in einer gedehnten Sehne weniger Energie gespeichert und das ist nicht so günstig, wenn man sie - wie bei einem Sprint über 100 Meter - schnell braucht.

 

Die Fettverbrennung setzt erst ab 30 Minuten ein? Falsch!

Ab dem ersten Schritt verbrennt der Körper gleichzeitig Fett und Kohlenhydrate. Allerdings wird die Fettverbrennung ab einem bestimmten Zeitpunkt noch stärker. Wann das passiert, ist aber bei jedem unterschiedlich und hängt von der eigenen Pulsfrquenz und von den Kalorien ab, die man vorher zu sich genommen hat. Der sogeannte "anaerobe Stoffwechsel" jenseits von Kohlenhydraten muss erstmal angesprochen werden.

Der Fettstoffwechsel ist bei Anfängern noch nicht so trainiert. Wer abnehmen will, sollte auf den Gesamtkalorienumsatz am Tag achten und trainieren. Die beste Methode ist Laufen in Kombination mit Alltagsbelastungen wie Treppensteigen und dabei Einkäufe hochtragen. Auch Krafttraining ist eine gute Methode, um Fett zu verbrennen, denn der Muskelstoffwechsel verbrennt viel Energie. Das heißt: Wer ohnehin schon viele Muskeln hat, verbrennt auch noch ständig mehr Energie. Gemein.

 

Joggen ist schlecht für den Rücken? Falsch!

Menschen, die regelmäßig joggen, haben sogar weniger Rückenschmerzen als andere. Beim Laufen benutzen wir nämlich nicht nur die Beine, sondern zwei Drittel der gesamten Körpermuskulatur. Diese Bewegung tut auch dem Rücken gut.
Wer allerdings bereits Rückenbeschwerden hat, sollte sein Trainigsvorhaben vorher mit dem Arzt abklären. Die Stoßbelastung, die beim Laufen entsteht, könnte kritisch werden.

 

An der Ampel auf der Stelle laufen, um den Lauf nicht zu unterbrechen? Jein.

Wenn man durch sehr viele Ampeln permanente Unterbrechungen im Lauf hat, ist das sicher eine gute Idee. Ansonsten spielt eine Pause von 20 Sekunden keine Rolle, wenn man im Dauerlauf ist. So schnell fällt die Herzfrequenz nämlich nicht ab. Aber auch hier gilt: Das eigene Gefühl entscheidet. Wenn es gut für den Flow ist, auf der Stelle zu joggen, spricht nichts dagegen.

 

Laufen wird ab einem gewissen Umfang ungesund? Jein.

Wer gesund ist und gezielt trainiert, kann auch einen Marathon laufen, ohne dass es schädlich ist. Bei Übergewicht können lange Strecken allerdings sehr belastend für Sehnen und Knie werden. Beim Laufen sollte man sich an den Belastungsumfang allmählich heranführen, individuell trainieren und in sich hinein hören. Wer außerdem Laufen mit anderen Sportarten wie Gymnastik kombiniert, macht vieles richtig.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 02.08.2019 | 12:00 Uhr

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