Stand: 21.08.2018 15:33 Uhr

Lehrermangel: So viele Quereinsteiger gibt es im Norden

In Deutschland fehlen fast 40.000 Lehrer. Der Lehrerverband spricht vom schlimmsten Pädagogenmangel seit 30 Jahren. Jetzt füllen Quereinsteiger die Lücken - auch im Norden.

Die Ferien im Norden sind vorbei und die Schüler kommen so langsam wieder im Schulalltag an. Es gibt nur ein Problem: Es gibt nicht überall genügend Lehrer, um die Schüler zu unterrichten. Der deutsche Lehrerverband spricht sogar vom größten Lehrermangel seit 30 Jahren. Um Unterrichtsausfälle zu vermeiden, werden viele freie Stellen deshalb mit Quereinsteigern besetzt. Besonders kritisch ist die Lage in Berlin. Hier haben 70 Prozent der Neueingestellten kein Lehramt studiert.

So sieht es im Norden aus

Laut der Schulministerien ist die Lage im Norden aber nicht ganz so gravierend: In Mecklenburg-Vorpommern sind 30 Prozent der neu eingestellten Lehrer Quereinsteiger. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind es sogar noch weniger: nämlich nur zwölf und 1,5 Prozent.

Quereinsteiger: Ein Nachteil für die Schüler?

Können Quereinsteiger überhaupt die notwendigen Qualifikationen für den Lehrerberuf mitbringen? Diese Frage stellt sich auch die im Juni veröffentlichte Pisa-Studie. Ihr zufolge hängen die Leistungen der Schüler von gut ausgebildeten Lehrkräften ab. Ist es also ein Nachteil für Schüler, wenn ihr Lehrer nicht Lehramt studiert hat? Markus Schlupp ist vom Gegenteil überzeugt. Der 39-Jährige ist selbst Quereinsteiger und unterrichtet seit zwei Jahren an der Thomas Mann Haupt- und Realschule in Northeim bei Göttingen die Fächer Sport und Wirtschaft. Schlupp sieht seinen etwas anderen Werdegang eher als Vorteil gegenüber den studierten Lehrern, die außer der Schule ihrer Jugend, dem anschließenden Studium und der Schule, an der sie dann unterrichten, nichts anderes kennengelernt haben.

Es ist etwas anderes, wenn man von der Schule zum Studium und dann wieder in die Schule geht oder zwischendurch nochmal ein paar Jahre etwas anderes gemacht hat. Markus Schlupp - Quereinsteiger

In seinem alten Job hat er für einen Sportverein gearbeitet und dort die Koordination mit den Schulen übernommen, mit denen der Verein zusammengearbeitet hat. Diese Erfahrungen kann er nun auch im Unterricht einbringen und den Schülern vermitteln.

Masterstudium als Voraussetzung

Vom Bürokaufmann zum Lehrer? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Einstiegsvoraussetzungen in den Lehrerberuf unterscheiden sich je nach Bundesland. Laut Markus Schlupp müssen Interessierte aber in jedem Fall studiert und einen Masterabschluss haben. Anschließend dürfen sie dann auch nur ihre Studienfächer unterrichten. Trotz dieser Regelung wird der Quereinstieg kritisiert, da den Kandidaten das Lehramtsstudium fehlt.

Ist das Lehramtsstudium wirklich notwendig?

Die Qualität des Lehrpersonals müsse dringend bewahrt werden, fordert etwa der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte. Dieses Argument will Quereinsteiger Schlupp nicht gelten lassen. Er glaubt, dass viele angehende Lehrer auch im Lehramtsstudium nicht auf die pädagogischen Herausforderungen in der Praxis vorbereitet werden. Viele Lehrer würden erst in der Praxis merken, ob der Job überhaupt der richtige für sie ist. Darin ist Schlupp sich auf jeden Fall sicher: Er hat seinen Traumjob gefunden und will bis zur Rente als Lehrer arbeiten. Bisher ist er noch Angestellter - in zwei Jahren hat er aber die Chance, verbeamtet zu werden.

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