Stand: 20.01.2021 12:22 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Lifehack: So lernt ihr richtig

Richtig lernen - klingt erst mal einfach. Tatsächlich will aber auch lernen gelernt werden. Wir verraten euch Tipps, wie ihr euch optimal auf Prüfungen vorbereitet - langfristig, aber auch, wenn die Zeit mal knapp wird.

Abi, Uni-Klausuren, Führerschein, Surfen, Angeln, Bewerbungs-Tests: Im Alltag vieler Menschen gibt es immer wieder Prüfungssituationen. In Sachen Vorbereitung existieren dann eigentlich nur zwei Typen:

  • Typ1: Fängt rechtzeitig an. Schafft sich systematisch über einen längeren Zeitraum Wissen drauf und geht dann völlig entspannt und selbstsicher in die Prüfung.
  • Typ 2: Setzt beim Wort "Prüfung" schon Scheuklappen auf. Drückt sich konsequent vorm Lernen und verfällt wenige Tage, bevor er ernst wird, in komplette Panik.

Aufschieben als faule Ausrede fürs Gehirn

Typ 1 macht alles richtig. Typ 2 braucht Hilfe. Denn Experten sagen: Hinter schlechter Prüfungsvorbereitung stecken mehr, als eiserne Nerven und Prokrastination. Es gibt tatsächlich Menschen, die scheinbar immensen Druck brauchen, um Höchstleistungen aufzufahren. Der Großteil der Last-Minute-Lerner hat aber schlicht Angst, zu scheitern. Statt gute Vorbereitung als Lösung in Betracht zu ziehen, macht es sich das menschliche Gehirn wie gewohnt leicht und baut sich lieber eine faule Ausrede fürs Versagen: "Das schlechte Ergebnis ist nicht meine Schuld. Ich hatte einfach nicht genug Zeit."

Das stimmt aber nicht. Jeder kann lernen, entspannt zu lernen. Und selbst wenn die Zeit doch mal wieder knapp wird, haben wir hier Tipps für euch, wie es in Zukunft mit der Prüfungsvorbereitung besser läuft.

Stressfrei: Gesunde Lern-Tipps

Organisiert euch gut!

Wichtig! Sonst landet ihr doch am Ende aus Versehen in der Zwangslage, die Nächte durchmachen zu müssen. Ein guter Plan mit konkreten Lernzielen in eurem individuellen Lern-Rhythmus erspart euch viel Stress und Unsicherheit. Euer Gehirn liebt Strukturen, an die es sich halten kann. Es wird bereitwilliger mitarbeiten, wenn es seine Aufgaben kennt.

Schlaft genug!

Euer Körper kann sich nur beim Schlafen richtig erholen. Wie viele Stunden optimal für die Regeneration sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aber Schlafforscher empfehlen mindestens sieben oder acht Stunden pro Nacht. Dauerhafter Schlafmangel lässt euch nicht nur müde und älter aussehen - er ist auch schlecht für die Gesundheit. Dazu gehören auch schlechtere Gedächtnisleistungen, hoher Blutzuckerspiegel, mangelnde Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit - dass das keine guten Voraussetzungen sind, um stabil und entspannt durch die Prüfungsphase zu kommen, ist logisch.

Packt eure Tage nicht zu voll!

Mehr als sechs Stunden konzentriertes Arbeiten pro Tag sind nicht drin – und auch das klappt nur mit regelmäßigen Pausen. Mit der Konzentration ist es nämlich ähnlich wie mit dem Schlaf. Sie funktioniert in Zyklen à etwa 90 Minuten. Wer länger als 90 Minuten am Stück versucht, Wissen in den Kopf schaufelt, wird nicht nur scheitern. Er sorgt auch noch für einen Lernkater. Also plant auch zwischendurch Tage ein, an denen ihr nichts macht. Dann wird der Lernstress nicht zu groß und das Gehirn kann die neuen Informationen besser verarbeiten.

Belohnt euch!

Das Gehirn steht total auf Belohnungen. Es belohnt sich gerne selber und kann damit auch zu ganz anderen Leistungen erzogen werden. Setzt euch beispielsweise Lern-Ziele für den Tag und wenn die erreicht sind: Gönnt euch euer Lieblingsessen, einen Feierabend-Drink, eine neue Serie oder eine kleine Runde Online-Shopping. Das kann für die Konzentration am nächste Tag Wunder wirken.

Lernt gemeinsam!

Über gelernten Stoff zu sprechen, hilft aus mehreren Gründen. Zum einen wird euer Wissensstand auf die Probe gestellt und ihr könnt Gelerntes besser hinterfragen. Zum anderen verarbeitet euer Gehirn Wissen besser, wenn ihr laut darüber sprecht. Eine Studie hat gezeigt: Wer viel in Lerngruppen arbeitet, ist langfristig erfolgreicher und erzielt bessere Ergebnisse.

Wiederholen, wiederholen, wiederholen!

Es gibt verschiedene Lern-Typen und Lern-Methoden. Aber ganz egal, welcher Typ ihr seid und wie ihr am liebsten lernt – alle Menschen müssen Wissen wiederholen, um es langfristig zu speichern. Der Grund: Wenn wir im Gehirn abgespeichertes Wissen abrufen, wird der Reiz von einem Nervenende zum anderen übertragen. Je öfter man das tut, desto stärker wird die Verbindung zwischen den Nervenenden. Heißt: Gelerntes bleibt wirklich hängen und ist in der Prüfung abrufbar.

 

SOS: Last Minute-Lerntipps

Nicht panisch drauf los lernen!

Wenn’s knapp wird, müsst ihr:

  1. Ruhig bleiben! Wer in letzter Minute loslegt, neigt dazu, sich kopflos ins Lernen zu stürzen. Klar - man will ja nicht noch mehr Zeit verlieren. Aber Panik und planloses Vorgehen helfen euch nicht weiter.
  2. Macht einen Notfallplan! Nehmt euch kurz Zeit und geht die verbleibenden Tage detailliert durch. Plant genau, von wann bis wann welcher Themenkomplex dran ist, und vergesst die Pausen nicht. Und dann: Strikt an den Plan halten.
  3. Habt Mut zur Lücke! Die Floskel kennt jeder, aber im Notfall rettet sie euch wirklich. Heißt: Verschafft euch einen Überblick über den gesamten Stoff und geht nur bei wichtigen Themen ins Detail.

Lernt von Hand!

Studien zeigen: Wer sich etwas merken will, muss es aufschreiben. Erst dann beschäftigt sich das Gehirn wirklich mit den Inhalten. Der Grund: Ein Stift wirkt wie eine direkte Verlängerung des Gehirns, während beim Tippen die Geschwindigkeit zum Problem wird. Die meisten tippen nämlich schneller, als sie denken können. Während des Schreibens bleibt also weniger hängen. Formuliert ihr eure Lerninhalte handschriftlich, haben sie genug Zeit, sich ins Hirn einzubrennen.

Werdet laut!

Experten sagen: Beim Sprechen sendet und empfangt ihr permanent Gefühle. Die wirken wie ein Verstärker und signalisieren eurem Gehirn: "Das ist wichtig. Bitte merken." Wichtig für diesen Prozess ist aber nicht nur das laute Sprechen. Auch Mimik, Gestik und Stimmlage verstärken den emotionalen Eindruck. Also am besten Mama, Papa, oder Mitbewohner schnappen und alle wichtigen Inhalte noch mal gemeinsam durchkauen.

Wechselt den Ort!

Vom Schreibtisch in die Küche, aufs Klo - und überall ein anderes Thema lernen. Euer Gehirn verknüpft das Gelernte dann automatisch mit dem Ort und ihr könnt euch besser konzentrieren. Extra-Tipp für diesen Anker-Effekt: Schreibt (wenn möglich) eine Probeklausur an dem Ort, wo später die richtige Prüfung stattfindet.

Lenkt euch ab!

Eine mucksmäuschenstille Bibliothek ist für die meisten Gehirne eine Vollkatastrophe. Experten sagen: Je vielseitiger unser Kopf beschäftigt ist, desto motivierter und konzentrierter sind wir beim Lernen. Ihr könnt zum Beispiel Musik hören - am besten in einer Sprache, die ihr nicht versteht. Dann ist ein Teil eures Gehirns zwar mit Hören beschäftigt, aber ihr seid nicht zu sehr abgelenkt, weil ihr den Text nicht versteht.

Macht Pausen!

Lernexperten empfehlen: alle 25 bis 45 Minuten unterbrechen. Dann kann euer Kopf die Informationen vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis schieben und verarbeiten. Dabei ist Ruhe wichtig. Also kein WhatsApp, sondern lieber abwaschen oder den Müll runterbringen.

Bewegt euch!

Der Mensch kann sich komplizierte Zusammenhänge besser merken, wenn er sie mit Bewegungen verknüpft. Die Information wird damit greifbar. Also tanzt doch einfach beim Auswendiglernen durch die Küche. Das macht gleichzeitig auch noch glücklich.

Wiederholt vorm Einschlafen!

Im Schlaf lädt das Gehirn Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis. Alles, was ihr vorher gelernt habt, wird verarbeitet und ist am nächsten Tag parat.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 23.01.2018 | 16:20 Uhr

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