Stand: 16.07.2020 15:52 Uhr

Mehr Beziehungsstress durch Corona? So wird's besser!

Wenn wir ständig zu zweit zu Hause hocken, kann das unsere Beziehung auf eine harte Probe stellen. Was die Corona-Krise mit der Liebe machen kann - und was wir dagegen tun können.

"Ich möchte mit niemand anderem in Quarantäne sein als mit dir" - wer diese Aussage von seinem Partner hört, hat wohl das große Los gezogen. Sie macht deutlich, dass der oder die andere diese schwierige Zeit mit niemand anderem als mit euch durchleben möchte und mit niemandem sonst so eng zusammenleben könnte. Der Satz zeigt auch, dass eure Beziehung vielleicht sogar stärker und eure Verbindung inniger ist als vor der Corona-Krise.

Die Paartherapeutin Nina Zucker freut sich darüber, dass sie dieses Kompliment in den vergangenen Wochen öfter gehört hat. Doch sie erlebt auch, dass Paare negative Auswirkungen der Corona-Krise auf die Liebe schildern. "Ich habe enorm viele Anfragen", erzählt sie im N-JOY Interview.

Weniger Stress, mehr Liebe

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Corona krempelt unser (Liebes-) Leben um

Das verwundert erst einmal nicht, denn das Coronavirus hat unseren Alltag völlig auf den Kopf gestellt: Wir gehen nicht so oft raus, treffen weniger Menschen, waren wochenlang sogar fast ausschließlich zu Hause. Manche arbeiten heute noch immer von zu Hause aus und hocken dadurch 24/7 aufeinander. Andere wissen nicht, wie es im Job weitergeht und haben Existenzängste, die Nerven liegen blank - auch das kann Stress auslösen.

Völlig klar, dass diese Veränderungen und diese besonderen Umstände auch etwas mit unseren Beziehungen zu anderen Menschen machen - zu unseren Freunden und unserer Familie, aber eben auch zu unserem Partner oder unserer Partnerin.

Wenn die Leidenschaft verloren geht

Dabei gelingt es anscheinend nicht allen Paaren, die gewonnene gemeinsame Zeit zu nutzen, um beim Abendessen endlich mal wieder die Kerzen anzuzünden und anschließend Arm in Arm den gemeinsamen Lieblingsfilm zu schauen. Nina Zucker hat vielmehr den Eindruck, dass viele Paare in die Friendzone abgedriftet sind:

Es gibt viele Paare, die ihre Leidenschaft vermissen. Sie sind kumpelhaft miteinander geworden. Nina Zucker, Paartherapeutin

Mehr Streit durch Corona? Die Streitthemen sind meist nicht neu!

Doch auch das kennen wahrscheinlich viele Paare: Hängen wir öfter aufeinander, fallen uns die Macken, die uns am Partner schon immer gestört haben, auch mehr auf. Die Folge: Es gibt häufiger Streit.

Das beobachtet auch Nina Zucker. Oft gehe es in diesen Streits nicht um Themen, die nun neu aufgekommen sind: "Wenn Paare so viel Zeit miteinander verbringen müssen, verstärken sich bestimmte Probleme, die es vorher auch schon gab", schildert sie ihre Erfahrungen.

Die Paare hätten nun Zeit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Und: "Das Stresslevel ist erhöht - und Stress führt dazu, dass man sich eher streitet und vielleicht auch weniger gut miteinander umgeht."

Auch in Sachen Streitthemen beobachtet die Paartherapeutin eine Tendenz:

Das hat oft mit Gerechtigkeitsthemen zu tun: Wer macht was? Wer beteiligt sich wie viel? Wer bestimmt, wer hat das Sagen? Paartherapeutin Nina Zucker im N-JOY Interview

Streitthema Haushalt: So geht ihr eure Probleme an

Also: der gute alte Haushalt. Wer wäscht ab, wer saugt, wer bringt den Müll runter? Vermutlich hat sich bei diesem Thema jeder schon mal ungerecht behandelt gefühlt. Sind nun beide viel zu Hause, fällt es uns natürlich geballt auf, wenn ständig Krümel in der Küche herum fliegen.

Zu hoffen, dass euer Gegenüber von selbst merkt, dass die Küchenzeile voller Krümel ist, hilft laut Zucker aber nicht: "Meine Erfahrung ist, dass das nicht passiert."

Daher sei es hilfreich, das Problem auszusprechen - und zwar am besten in einem Moment, in dem die Stimmung gut und gerade nicht im Keller ist. "Dann kann man gemeinsam überlegen: Was findest du gerecht? Was finde ich gerecht? Wie machen wir das jetzt?"

Klare Arbeitsteilung, freundlicher Umgang

In diesem Gespräch könne es helfen, festzuhalten, wer sich worum kümmert. Also zum Beispiel: Sie um den Müll und das Geschirr, er um das Bad und das Saugen.

Es hilft am besten, wenn man klare Ressorts, also Zuständigkeiten verteilt. Nina Zucker, Paartherapeutin

Generell hält die Beziehungsexpertin es für wichtig, dass wir darauf achten, wie wir miteinander reden. Dass wir ständig aufeinanderhängen, bedeute nicht, dass wir uns im Umgang miteinander keine Mühe mehr geben müssten. Ihr Rat: "Freundlich miteinander umgehen! Nicht so nachlässig im Umgang miteinander werden."

Wenn die Schwiegereltern außen vor sind

Dass aktuell mehr Beziehungsprobleme auf ihrem Tisch landen, muss nicht zwingend ein schlechtes Zeichen sein, meint Zucker - die viele Zeit miteinander sei ganz im Gegenteil für viele gut gewesen: "Die Paare hatten Zeit, auszusprechen, was vielleicht schon unter dem Teppich gewartet hat. Sie setzen sich damit auseinander, finden Lösungen und gehen gestärkt daraus."

Und das ist nicht der einzige positive Effekt, den sie in Beziehungen beobachtet - durch Corona und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sind ihrer Erfahrung nach auch häufige Streitthemen weggefallen:

Was ich jetzt relativ häufig hatte, war das Thema Schwiegereltern. Da gibt es ja häufig Probleme. Nun durfte man sich ja eine Zeit lang nicht treffen - und dadurch ging es manchen Paaren wirklich besser! Nina Zucker über Beziehungen während der Corona-Krise

Na, das erzählen wir den Schwiegereltern besser nicht - sonst gibt es nur wieder Stress.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 14.07.2020 | 05:00 Uhr

N-JOY
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