Stand: 21.11.2017 15:41 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Mensch, ärger dich nicht!

Ärger, Groll, Empörung, Wut: Gefühle, von denen wir glauben, sie völlig zurecht zu haben. Das Ärgerliche am Ärgern: Wir schaden uns damit selbst. In diesem N-JOY Brainhack verraten wir euch 15 Tricks, mit denen ihr es schafft, euch im Alltag weniger aufzuregen.

Für die meisten Menschen ist es völlig normal, sich im Alltag zu ärgern: Das Bad ist morgens nicht frei. Jemand schnappt euch den Parkplatz vor der Nase weg. Ihr verpasst die Bahn. Euer Partner hat den Kaffee leergemacht und keinen neuen gekauft. Laut Statistik ärgert sich jeder Mensch durchschnittlich zwei Mal in der Woche so richtig und nach etwa einer Stunde verpufft das Gefühl wieder.

Das Gehirn und die Wut

Woher kommt die Alltags-Wut?

21.11.2017 16:20 Uhr

Sätze wie "Jetzt reg dich doch nicht so auf" bringen im Normalfall gar nichts. Der Grund dafür: Euer Gehirn macht sich selbstständig. mehr

Das Problem: Ihr schadet euch damit selbst. Ärger und Wut sind schlecht für Lebensfreude, Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Denn: Sie lenken ab und bremsen euch aus. Ihr verliert Zeit, Kraft und Konzentration, die ihr für die wirklich wichtigen Dinge braucht. Studien haben sogar gezeigt, dass permanenter Ärger für das Herz mindestens genau so gefährlich ist wie Rauchen oder Bluthochdruck. Wer sich im Alltag regelmäßig aufregt, erhöht sein Herzinfarkt-Risiko um das Dreifache.

Was kann man also dagegen tun?

Sucht die Konfrontation!

Das bedeutet nicht, dass ihr euch streiten sollt. Aber es kann manchmal hilfreich sein, den anderen mit seinem Ärger zu konfrontieren. Dabei ist es wichtig, ihn nicht anzugreifen, denn damit macht ihr ihn wiederum wütend. Er würde ebenfalls zum Gegenangriff übergehen und könnte euch nicht mehr zuhören. Also beschreibt aus eurer Perspektive, was euch an seinem Verhalten verletzt hat, vermeidet "Du"-Vorwürfe und Angriffe. Falls eine Konfrontation mit dem Ärgernis nicht möglich ist …

 

Führt das Klärungsgespräch mit euch selbst!

Wie oben beschrieben, sollte Wut nicht einfach runtergeschluckt werden. Ihr solltet sie rauslassen - zum Beispiel bei einem klärenden Selbstgespräch. Das fühlt sich vielleicht erstmal seltsam an, aber US-Psychologen haben herausgefunden, dass Ärger und Wut dadurch gemildert werden.

 

Schreibt alles auf!

Wenn ihr euch bei Selbstgesprächen irgendwie unwohl fühlt oder vielleicht auch an einem Ort seid, wo das nicht so passt, schreibt alles auf - wenn's sein muss, auch mit Schimpfwörtern. Das Aufschreiben hilft gegen den Frust, so eine Studie der Universität Bonn. Vielleicht formuliert ihr sogar einen Brief an den Menschen, auf den ihr so wütend seid. Aber nicht abschicken! Der ist nur für euch.

 

Fahrt euch runter!

Dank Kampfmodus und Stresshormonen seid ihr schnell auf 180. Experten sagen aber: Die Hormone verpuffen genauso schnell wieder. Also: Verlasst kurz den Ort des Ärgernisses, dreht eine Runde um den Block oder holt euch einen Kaffee!

 

Macht jemand anderem eine Freude!

Es klingt im ersten Moment vielleicht seltsam, jemand anderem etwas Gutes zu tun, wenn ihr gerade so richtig auf Zinne seid. Aber Helfen macht glücklich und Glück ist stärker als Wut. Wenn ihr euch also das nächste Mal aufregt, weil euch jemand im Straßenverkehr den Stinkefinger gezeigt oder der Chef sich nicht an eine Absprache gehalten hat, nehmt euch zum Beispiel kurz Zeit und schickt eurem besten Freund oder Partner eine "Ich hab dich lieb"-WhatsApp. Ruckzuck ist der Ärger verflogen.

 

Lenkt euch ab!

Wenn ihr wütend seid, frisst sich das Gehirn in dem Wust an Hormonen fest. Um wieder klar denken zu können, hilft es, wenn ihr euch auf etwas anderes konzentriert. Die simpelste Variante: Schnappt euch euer Handy, eine Zeitschrift oder ein Buch und lest blind drauf los. Laut Aggressionsforschern reichen zehn Minuten, um den Frust wieder abzuschütteln. Ein Experiment hat gezeigt: Wenn ihr es schafft, euch abzulenken, kreisen nur noch 17 Prozent eurer Gedanken um den Ärger - und die sind viel schneller abgeschüttelt als 100 Prozent.

 

Reagiert euch ab!

Sport ist eine zuverlässige Möglichkeit, Wut abzuschütteln. Nicht nur, weil ihr dann abgelenkt seid, sondern vor allem, weil Bewegung Stress abbaut. Völlig egal, welcher Sport - so könnt ihr eurem Körper helfen, die ganzen Hormone wieder auszuschwitzen.

 

Seid dankbar!

Wer wütend ist, kann den Schalter normalerweise nicht schnell wieder umlegen. Aber gegen Frust und Ärger im Alltag hilft es, sich auf etwas zu konzentrieren, für das man dankbar ist. Gar nicht so einfach? Das Buch "Jeden Tag weniger ärgern" empfiehlt: Stellt euch einen Timer auf 60 Sekunden, geht im Kopf das Alphabet durch und versucht für jeden Buchstaben etwas zu finden, für das ihr dankbar seid. A wie Apfelkuchen, B wie bester Freund etc. Das hilft, der Frust-Situation die Bedeutsamkeit zu nehmen und nach ein paar Wochen werdet ihr immer schneller mit eurer imaginären 60-Sekunden-Glücksliste.

 

Atmet den Ärger weg!

Sehr hilfreich gegen Wut ist das 4-6-8-Atemprogramm: Atmet tief ein und zählt dabei bis 4, haltet die Luft an und zählt dabei bis 6 und atmet dann wieder aus, während ihr bis 8 zählt. Die Übung wiederholt ihr mindestens vier Mal und der Ärger hat sich in Luft aufgelöst.

 

Hört Musik und singt ordentlich mit!

Wenn das nächste Mal Groll in euch aufsteigt - Kopfhörer rein, Lieblingssong anmachen und genießen. Weil das Gehirn automatisch auf Klänge und Musik reagiert, verwandeln sich negative Schwingungen so blitzschnell in gute Vibes. Eine Studie hat übrigens rausgefunden, dass Menschen nach dem Singen glücklicher sind und verstärkt Antikörper gebildet haben.

 

Betet für Glück!

Klingt komisch? US-Psychologen haben in einem Experiment herausgefunden, dass jeder Ärger verraucht war, wenn ihre Testpersonen ein Stoßgebet für das Wohlergehen eines ihnen wichtigen Menschen zum Himmel geschickt hatten. Das funktioniert angeblich auch, wenn ihr nicht gläubig seid.

 

Reizt euch selbst!

Egal, wie groß er ist - Ärger lässt sich normalerweise von einem stärkeren Reiz überlagern. Ihr kennt das aus anderen Lebensbereichen: Ihr habt einen Mückenstich und kratzt. Der Schmerz vom Kratzen siegt kurzfristig gegen den Juckreiz. Ihr könntet euch also zum Beispiel ein scharfes Bonbon in den Mund schieben, wenn’s in euch brodelt. Vorteil: Passt in jede Jackentasche und eine Packung auf dem Schreibtisch fällt auch nicht auf.

 

Gönnt euch ein Konter-Getränk!

Und damit ist kein Alkohol gemeint. Schnappt euch ein großes Glas mit stillem Wasser und trinkt es ganz langsam aus. Der Schluckreflex reizt nämlich einen Teil eures vegetativen Nervensystems - den Parasympathikus oder auch Entspannungsnerv. Der stimmt euren Körper auf Erholung und Ruhe ein.

 

Spannt euch an!

Wenn ihr euch geärgert habt, seid ihr innerlich angespannt. Eine der hilfreichsten Entspannungsübungen: Spannt euren ganzen Körper von der Nase bis zum kleinen Zeh ganz doll an. Dabei zählt ihr bis fünf und lasst danach wieder locker. Das wiederholt ihr so oft, bis ihr merkt, dass ihr wieder ruhiger werdet.

 

Lächelt den Ärger weg!

Das fühlt sich vermutlich erst mal falsch an, wenn ihr so richtig stinkig seid. Aber: Zwischen eurem Gehirn und der Gesichtsmuskulatur besteht eine gegenseitige Verbindung. Das Gehirn kann also sagen: Du bist fröhlich - lächle! Genau so kann aber auch der Mund dem Gehirn sagen: Ich lächle, also sei fröhlich! Sobald der Mensch lächelt, fühlt er sich nachgewiesen besser. Außerdem werden beim Lachen Stress abgebaut, Blutdruck gesenkt und Abwehrkräfte gestärkt. Das lohnt sich also gleich vier Mal.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 21.11.2017 | 16:20 Uhr

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