Stand: 05.06.2020 11:19 Uhr

Mülltrennung: Kleine Handgriffe mit großer Wirkung

Plastik in den Gelben Sack, Papier in die blaue Tonne, Speisereste in den Biomüll - so weit, so gut. Über das kleine Einmaleins hinaus können wir in Sachen Mülltrennung aber auch durch Kleinigkeiten viel bewegen.

Es gibt Mythen, die sich hartnäckig halten. Dass wir leer gegessene Joghurtbecher vor dem Wegwerfen ausspülen sollten zum Beispiel. Da Kunststoffe vor dem Recycling eh heiß ausgewaschen werden, verschwenden wir dadurch nur unnötig Wasser.

Auf der anderen Seite gibt es aber kleine Maßnahmen, die durchaus einen Unterschied machen können - denn das neue Verpackungsgesetz, das seit Anfang 2019 gilt, zeigt, dass es Deutschland mit dem Fortschritt in Sachen Recycling ernst ist: Bis 2022 soll die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen von 36 auf 63 Prozent steigen, bei Metallen, Papier und Glas sogar auf 90 Prozent.

Dazu werden vor allem Unternehmen, die Verpackungsmüll in Umlauf bringen, in die Pflicht genommen. Aber auch wir können - wenn sich der Müll nicht schon beim Einkauf vermeiden lässt - im Alltag mit einigen wenigen Handgriffen dazu beitragen, dass das Recycling einfacher und effektiver wird.

Kunststoff und Aliminium voneinander lösen

Den Joghurtbecher und den Deckel zu trennen ist tatsächlich hilfreich - auch wenn beides im gleichen Sack landet. Während das Behältnis selbst aus Kunststoff besteht, ist der Deckel nämlich meist aus Aluminium. Hängen beide Materialien zusammen, kann es sein, dass sie von der Sortieranlage nicht identifiziert werden können. Die Folge: Es kann sein, dass der Joghurtbecher nicht recycelt wird.


Doppelt aufgepasst bei Aluminium

Das Gleiche gilt für Margarine, Sahne, Quark, Dressings, Tierfutter und andere Produkte, die oft in Kunststoffverpackungen mit einem Aluminium-Deckel verkauft werden. Generell gilt: Aluminium verbraucht in der Produktion viele Ressourcen und ist schwer abzubauen, weshalb es ein wertvoller Stoff im Recyclingkreislauf ist. Also: Konservendosen aus Aluminium auf keinen Fall falsch entsorgen!


Achtung: Nicht jedes Kunststoff-Produkt gehört in den gelben Sack

Käse- oder Aufschnittverpackungen gehören genauso in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack wie Brötchentüten, Coffee-To-Go-Becher und andere Leichtverpackungen. Es gilt: Was im Laden an Verpackungen über die Theke geht, darf in den gelben Sack. Aber Vorsicht: Nicht alles, was aus Kunststoff ist, ist dort zwingend richtig aufgehoben!

Ob "stoffgleiche Nichtverpackungen" wie Plastikzahnbürsten, defekte Kunststoffschüsseln oder Spielzeug aus Plastik in eine Wertstofftonne, in den Restmüll oder am besten doch auf den Wertstoffhof gehören, ist abhängig von eurem Wohnort. Findet ihr auf eurer Gelben Tonne oder auf euren Säcken dazu keinen Hinweis, fragt am besten bei eurem örtlichen Entsorger nach.


Was nach Papier aussieht, gehört nicht automatisch in den Papiermüll

Das Gleiche gilt auch andersrum: Es gibt Verpackungen, die auf den ersten Blick wie Papiermüll aussehen, aber mit Kunststoff beschichtet sind. In die Papiertonne und ins Altpapier gehören aber ausschließlich Papier, Pappen und Kartonagen. Bei allem, was glänzt und glitzert, lohnt es sich also, genau hinzuschauen.

Neben Tetrapacks gilt das zum Beispiel auch für Backpapier: "Backpapier ist häufig beschichtet, was den Aufbereitungsprozess erheblich stört. Deswegen gehört es in die Restmülltonne", erklärt Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung Hamburg. Dorthin gehören laut dem Experten auch Küchen- und Taschentücher sowie alte Fotos. Auch Pizzakartons gehören nicht automatisch in den Papiermüll. Sobald Speisereste oder Fett am Karton haften, muss der Karton anderweitig entsorgt werden - zum Beispiel im Restmüll oder bei folienbeschichteten Kartons im Gelben Sack.


Altglas richtig entsorgen

Gläser und Flaschen in die richtigen Öffnungen - Grün-, Weiß- und Braunglas - zu werfen, ist tatsächlich wichtig. Denn ansonsten muss in den Anlagen nachsortiert werden - und das kostet Ressourcen. Blaues Glas und anderes Glas, das sich farblich nicht den drei vorhandenen Farben zuordnen lässt, gehört übrigens in den Behälter für Grünglas.

Übrigens: Glühbirnen, Fensterglas, Spiegel, Trinkgläser und Co. gehören im Gegensatz zu Getränkeflaschen und Marmeladengläsern nicht in den Altglascontainer. "Wir sammeln dort nur Hohlkörper aus Glas. Flachglas ist aus ganz anderen Glassorten hergestellt", erklärt Fiedler. Trinkgläser haben, wie Focus Online schreibt, einen höheren Schmelzpunkt als Verpackungsglas und werden deshalb spätestens beim Recyclingprozess wieder aussortiert.


Deckel und Korken vom Altglas schrauben

In Verwertungsanlagen gibt es Maschinen, die Flaschen und Gläser von Korken und Deckeln trennen können. Wenn ihr also mal vergessen habt, die Verschlüsse abzuschrauben, macht das nichts. Deckel mit in den Container zu werfen, ist laut Fiedler besser, als sie einfach neben dem Container liegen zu lassen.

Aber es gilt: Alles, was das Recycling einfacher macht, kann nicht schlecht sein, denn keine Sortieranlage kann so gut trennen wie menschliche Hände. Die zwei Handgriffe, Deckel und Korken vor dem Gang zum Altglascontainer vom Glas zu trennen, lohnen sich also. Übrigens: Plastikkorken gehören in den Gelben Sack, Naturkorken könnt ihr sammeln und entweder im Weinhandel oder auf dem Recyclinghof abgeben. Verschlüsse und Deckel gehören in den Gelben Sack.


Das gehört in den Sondermüll

Batterien, Medikamente, Elektroschrott und Sperrmüll gehören weder in den Restmüll noch in die Biotonne oder in den Gelben Sack. Für Batterien, Elektroschrott und Medikamente gibt es spezielle Sammelbehälter. Außerdem hilft der Wertstoffhof in eurer Stadt weiter, wenn ihr nicht wisst, wohin mit eurem Sondermüll.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 06.05.2019 | 15:00 Uhr

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