Stand: 20.11.2018 16:28 Uhr

Keine Rettungsgasse: 80 Prozent aller Einsätze verlieren Zeit

Laut einer Umfrage funktioniert die Rettungsgasse in 80 Prozent aller Einsätze nicht richtig. Dadurch verlieren Rettungskräfte wertvolle Zeit. Zeit, das zu ändern!

Wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde. Gibt es zum Beispiel auf der Autobahn einen Unfall mit schwer verletzten Menschen, ist es wichtig, dass die Rettungskräfte schnell vor Ort sind und helfen können. Doch eine Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zeigt nun: Fehlende oder falsch gebildete Rettungsgassen sorgen häufig dafür, dass Rettungswagen nicht durchkommen und die benötigte Hilfe sich verzögert - im Schnitt um geschätzt fünf Minuten.

Fehlende Rettungsgasse: Mehr als jeder fünfte Fahrer reagiert nicht

Für die Erhebung hat das DRK 96 Rettungsteams in mehreren Bundesländern, darunter auch Niedersachsen, befragt. Das Ergebnis: Nur in knapp 16 Prozent der ausgewerteten Einsätze wurde nach Angaben des DRK spontan eine Rettungsgasse gebildet. Bei rund 35 Prozent sei sie erst nach Aufforderung durch ein "Sondersignal" gebildet worden. Mehr als 20 Prozent der Fahrer hätten gar nicht reagiert.

Rettungssanitäter: "Abstände häufig zu gering"

Auch Daniel Schulte, der als Notfallsanitäter in Niedersachsen arbeitet, kennt das Problem. Er meint, Autofahrer müssten vorausschauender fahren und sofort reagieren, wenn sie vor sich einen Stau sehen:

Gerade wenn der Verkehr anfängt sich zu stauen, sind die Abstände zu vorausfahrenden Autos häufig zu gering. Dadurch hat man wenige Chancen zu manövrieren und zur Seite zu fahren. Daniel Schulte, Deutsches Rotes Kreuz, im N-JOY Interview

Sowohl in Klein- und Großstädten als auch im Stau auf der Autobahn sei es wichtig, jederzeit so zu parken oder zu halten, dass Rettungswagen Platz hätten, um vorbeizufahren.

Rettungsgasse: So geht's

Eine Rettungsgasse bildet ihr bestenfalls direkt, wenn ihr seht, dass sich der Verkehr vor euch staut - auch wenn ihr nicht wisst, ob dies an einer Baustelle oder an einem Unfall liegt. Sobald Autos in Schrittgeschwindigkeit fahren oder zum Stehen kommen, ist das außerhalb geschlossener Ortschaften sogar Pflicht.

Bei zwei Spuren bildet ihr die Rettungsgasse in der Mitte, bei drei oder vier Spuren zwischen der ganz linken und der zweiten Spur von links. Als Eselsbrücke hilft die Rechte-Hand-Regel (siehe Bild): Die Rettungsgasse befindet sich immer zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Richtung der Finger zeigt außerdem die Richtung an, in die die Autofahrer auf der jeweiligen Spur ausweichen sollten: Autofahrer auf der ganz linken Spur nach links, alle anderen nach rechts.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 20.11.2018 | 12:00 Uhr

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