Stand: 30.05.2017 16:15 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Schluss mit dem Liebeskummer!

Trennungen sind immer wie ein kleines bisschen sterben. Nach dem Beziehungs-Aus Liebeskummer zu haben, ist völlig normal. In unserem N-JOY Brainhack erklären wir euch, warum ihr eurem letzten Partner nicht zu lange nachweinen solltet. Das Problem seid nämlich ihr und nicht euer Ex.

"Sie war meine Traumfrau." "Ich werde nie wieder einen SO tollen Mann finden." "Alles in dieser Wohnung erinnert mich an unsere gemeinsame Zeit." Sätze wie diese habt ihr entweder schon selbst gesagt - oder von euren Freunden und Bekannten zu hören bekommen. Liebeskummer ist furchtbar. Loslassen verdammt schwer. Aber: Der Ex-Partner ist weg und wird nicht wieder zurückkommen. Ihn im Nachhinein zu glorifizieren und euch im Selbstmitleid zu suhlen, ist nicht die Lösung. Single- und Paarberater Christian Thiel kennt die wichtigste Aufgabe nach einer Trennung: Akzeptieren, dass es vorbei ist und nach vorne schauen.

Warum ist das manchmal so schwer?

Bei einem Kuss tauscht ihr etwa 61 Milligramm Wasser, 0,7 Milligramm Eiweiß, 0,45 Milligramm Salz, 0,76 Milligramm Fett und 80 Millionen Bakterien aus. Je öfter ihr mit eurem Partner zusammen seid, miteinander schlaft und Zeit verbringt, desto mehr werdet ihr eins. Der Partner geht uns unter die Haut - gemeinsame Keime, Angewohnheiten und Erinnerungen. Diesen Menschen gehen zu lassen, ist schwer. Aber er war nicht der Richtige. Sonst wäre er noch da.

Wer seinem Ex nachtrauert und ihn glorifiziert, der hat sich erstens eine gute Begründung dafür geschaffen, dass er aus der letzten Liebe nichts lernen will - und zweitens auch dafür, dass er nicht auf Partnersuche gehen muss. Christian Thiel

Thiel weiß aus seiner Beratung: Selbst der schlimmste Liebeskumme ist normalerweise nach etwa sechs Wochen vorbei. Dauert er länger, dann ist das euer Problem: Euer Gehirn führt euch in die Irre. Es lässt euch glauben, dass ihr Angst vor der Zukunft haben müsst. Dass ihr besser an Altem festhalten solltet, anstatt euch weiterzuentwickeln und nach dem nächsten Partner Ausschau zu halten. Was kann man gegen diese Endlosschleife tun?

1. So richtig ausmisten!

Haut alles in die Tonne, das euch erinnert. Dazu gehört auch eine "elektronische Bereinigung". Facebook ist so etwas wie eine Chronik der schönsten Momente einer Beziehung. Sich die im Nachhinein vor Augen zu führen, ist Folter und reißt unnötig Wunden auf. Entfreundet euch und sortiert alle Fotos, Videos und Nachrichten aus. Löscht den unnötigen Nachrichtenballast oder speichert sie irgendwo, wo ihr erst mal nicht mehr rankommt.

 

2. Den Ex schlecht machen!

Führt euch die schlechten Eigenschaften des letzten Partners, die fiesesten Momente und schmerzhaftesten Erinnerungen eurer Beziehung eiskalt vor Augen. Dann werdet ihr ganz schnell sehen: Die Trennung ist die einzig richtige Option gewesen und eigentlich wünscht ihr euch einen ganz anderen Menschen an eurer Seite. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis. Denn nur so könnt ihr an euren eigenen Ansprüchen wachsen und in Zukunft einen Partner auswählen, der besser zu euch passt.

 

3. Aus Fehlern lernen!

Wenn in der Liebe etwas schief gelaufen ist, dann sind Fehler passiert. Ihr habt mit dem Falschen geflirtet. Habt geglaubt, ihr müsstet die Macken des anderen ertragen - obwohl sie euch vielleicht sogar weh getan haben. Ihr habt nicht richtig zugehört, nicht gut genug hingeschaut. Alles kein Drama, solange ihr daraus lernt und für euch ganz klar definiert: Das will ich und das will ich auf keinen Fall für meine nächste Beziehung.

 

4. Männer: Verwechselt Sex nicht mit Liebe!

Sympathie, Erotik, Verliebtsein ... Das ins alles keine Anzeichen dafür, dass ihr eine Partnerin gefunden habt, die wirklich zu euch passt. Thiels Erfahrungen zeigen aber genau das: Besonders Männer neigen dazu, in der Beziehung zu leiden und im Nachhinein das Drama zu glorifizieren. "Eigentlich ist das eine eigene Form von psychischer Erkrankung, eine Form von Schizophrenie. Solange ich mit ihr zusammen bin, leide ich ganz schrecklich und wenn ich nicht mehr mit ihr zusammen bin, dann war sie die tollste Frau der Galaxie." Das bringt nichts. Guckt beim nächsten Mal besser hin!

 

5. Frauen: Hört auf, euch schuldig zu fühlen!

Frauen gucken laut Thiel zwar genauer hin und verstehen auch mehr von Gefühlen, aber sie haben ein anderes Problem: Kommt es zur Trennung, übernehmen Frauen eher die Verantwortung für das Scheitern der Partnerschaft. Sie fühlen sich schuldig. Unnötig! Ihr seid nicht schuld, also hört auf, euch schuldig zu fühlen.

 

6. Zeit nehmen!

Gönnt euch ruhig ein paar Augenblicke auf dem Abstellgleis. Ihr dürft zwar nicht ewig den Verflossenen nachweinen, aber es ist absolut okay, wenn ihr nicht sofort wisst, wie es weitergehen soll. Sortiert euch, euren Kopf und eure Gefühle ganz in Ruhe. Wichtig ist nur, dass ihr euch nicht zu sehr mit Freunden, Hobbies und Arbeit ablenkt. Ihr solltet früher oder später mit euch selbst in einen Dialog treten, um herauszufinden, was schief gelaufen ist und wie es mit künftigen Partnern besser laufen kann.

 

7. Mut haben und weitermachen!

Nach langen Beziehungen haben viele die Angst, dass sie niemanden mehr finden werden. Absoluter Quatsch, sagt Thiel: "Da fehlt es an Mut einfach mal zu sagen 'Was kostet die Welt, natürlich find ich jemanden'." Also: Brezelt euch auf, flirtet was das Zeug hält, poliert euer Ego. Ihr müsst euch mit euch selbst wieder wohl fühlen. Dann läuft die Partnersuche ganz alleine und ihr versteht, dass mit dem Ex nicht die letzte Chance auf Glück aus eurem Leben verschwunden ist.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 30.05.2017 | 16:20 Uhr

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