Stand: 13.08.2019 17:08 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Schluss mit dem Liebeskummer!

Trennungen sind immer wie ein kleines bisschen sterben. Nach dem Beziehungs-Aus Liebeskummer zu haben, ist völlig normal. Warum ihr eurem letzten Partner nicht zu lange nachweinen solltet und wie ihr das schafft, erfahrt ihr hier.

"Sie war meine Traumfrau." "Ich werde nie wieder einen so tollen Mann finden." "Alles in dieser Wohnung erinnert mich an unsere gemeinsame Zeit." Sätze wie diese habt ihr entweder schon selbst gesagt - oder von euren Freunden und Bekannten zu hören bekommen. Liebeskummer ist furchtbar. Loslassen verdammt schwer. Aber: Der Ex-Partner ist weg und wird nicht wieder zurückkommen. Ihn im Nachhinein zu glorifizieren und euch in Selbstmitleid zu suhlen, ist nicht die Lösung. Single- und Paarberater Christian Thiel kennt die wichtigste Aufgabe nach einer Trennung: akzeptieren, dass es vorbei ist und nach vorne schauen.

Warum ist das manchmal so schwer?

Bei einem Kuss tauscht ihr etwa 61 Milligramm Wasser, 0,7 Milligramm Eiweiß, 0,45 Milligramm Salz, 0,76 Milligramm Fett und 80 Millionen Bakterien aus. Je öfter ihr mit eurem Partner zusammen seid, miteinander schlaft und Zeit verbringt, desto mehr werdet ihr eins. Der Partner geht uns unter die Haut - gemeinsame Keime, Angewohnheiten und Erinnerungen. Diesen Menschen gehen zu lassen, ist schwer. Aber er war nicht der Richtige. Sonst wäre er noch da.

Wer seinem Ex nachtrauert und ihn glorifiziert, der hat sich erstens eine gute Begründung dafür geschaffen, dass er aus der letzten Liebe nichts lernen will - und zweitens auch dafür, dass er nicht auf Partnersuche gehen muss. Christian Thiel, Single- und Paarberater

Thiel weiß aus seiner Beratung: Selbst der schlimmste Liebeskummer ist normalerweise nach etwa sechs Wochen vorbei. Dauert er länger, dann ist das euer Problem: Euer Gehirn führt euch in die Irre. Es lässt euch glauben, dass ihr Angst vor der Zukunft haben müsst. Dass ihr besser an Altem festhalten solltet, anstatt euch weiterzuentwickeln und nach dem nächsten Partner Ausschau zu halten. Was kann man gegen diese Endlosschleife tun?

1. So richtig ausmisten!

Haut alles in die Tonne, das euch erinnert. Dazu gehört auch eine "elektronische Bereinigung". Facebook ist so etwas wie eine Chronik der schönsten Momente einer Beziehung. Sich die im Nachhinein vor Augen zu führen, ist Folter und reißt unnötig Wunden auf. Entfreundet euch und sortiert alle Fotos, Videos und Nachrichten aus. Löscht den unnötigen Nachrichtenballast oder speichert sie irgendwo, wo ihr erst mal nicht mehr rankommt.

2. Den Ex schlecht machen!

Führt euch die schlechten Eigenschaften des letzten Partners, die fiesesten Momente und schmerzhaftesten Erinnerungen eurer Beziehung eiskalt vor Augen. Dann werdet ihr ganz schnell sehen: Die Trennung ist die einzig richtige Option gewesen und eigentlich wünscht ihr euch einen ganz anderen Menschen an eurer Seite. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis. Denn nur so könnt ihr an euren eigenen Ansprüchen wachsen und in Zukunft einen Partner auswählen, der besser zu euch passt.

3. Nicht vom Ex trösten lassen!

Der oder die Ex bereitet euch Kummer. Ihr vermisst ihn oder sie - und würdet am liebsten immer wieder mit ihm oder ihr durchspielen, was schief gelaufen ist. Außerdem wollt ihr weiterhin am Leben des Anderen teilhaben. Das ist ganz normal - aber nicht gesund. Daniela van Santen ist Liebeskummercoach und weiß: "Es ist nicht möglich, dass der Ex tröstet. In der Regel hilft nur Abstand zum Ex, um die Sache zur Ruhe kommen zu lassen und sich auf andere Dinge zu konzentrieren."

4. Aus Fehlern lernen!

Wenn in der Liebe etwas schief gelaufen ist, dann sind Fehler passiert. Ihr habt mit dem Falschen geflirtet. Habt geglaubt, ihr müsstet die Macken des anderen ertragen - obwohl sie euch vielleicht sogar weh getan haben. Ihr habt nicht richtig zugehört, nicht gut genug hingeschaut. Alles kein Drama, solange ihr daraus lernt und für euch ganz klar definiert: Das will ich und das will ich auf keinen Fall für meine nächste Beziehung.

5. Männer: Verwechselt Sex nicht mit Liebe!

Sympathie, Erotik, Verliebtsein: Das sind alles keine Anzeichen dafür, dass ihr eine Partnerin gefunden habt, die wirklich zu euch passt. Thiels Erfahrungen zeigen aber genau das: Besonders Männer neigen dazu, in der Beziehung zu leiden und im Nachhinein das Drama zu glorifizieren. "Eigentlich ist das eine eigene Form von psychischer Erkrankung, eine Form von Schizophrenie. Solange ich mit ihr zusammen bin, leide ich ganz schrecklich und wenn ich nicht mehr mit ihr zusammen bin, dann war sie die tollste Frau der Galaxie." Das bringt nichts. Guckt beim nächsten Mal besser hin!

6. Frauen: Hört auf, euch schuldig zu fühlen!

Frauen gucken laut Thiel zwar genauer hin und verstehen auch mehr von Gefühlen, aber sie haben ein anderes Problem: Kommt es zur Trennung, übernehmen Frauen eher die Verantwortung für das Scheitern der Partnerschaft. Sie fühlen sich schuldig. Unnötig! Ihr seid nicht schuld, also hört auf, euch schuldig zu fühlen.

7. Zeit nehmen!

Gönnt euch ruhig ein paar Augenblicke auf dem Abstellgleis. Ihr dürft zwar nicht ewig dem oder der Verflossenen nachweinen, aber es ist absolut okay, wenn ihr nicht sofort wisst, wie es weitergehen soll. Sortiert euch, euren Kopf und eure Gefühle ganz in Ruhe. Wichtig ist nur, dass ihr euch nicht zu sehr mit Freunden, Hobbies und Arbeit ablenkt.

Daniela van Santen weiß, dass der Schmerz vor allem morgens und am Wochenende schlimm sein kann. Sich für den Sonntag vorbeugend zu verabreden, kann also sinnvoll sein. Sie rät allerdings, sich zu nichts zu zwingen: "Wenn ihr das Gefühl habt, ihr möchtet lieber allein sein und eure Ruhe haben, ist das in der ersten Phase durchaus auch gut." So oder so solltet ihr früher oder später mit euch selbst in einen Dialog treten, um herauszufinden, was schief gelaufen ist und wie es mit künftigen Partnern besser laufen kann.

8. Mut haben und weitermachen!

Nach langen Beziehungen haben viele die Angst, dass sie niemanden mehr finden werden. Absoluter Quatsch, sagt Thiel: "Da fehlt es an Mut einfach mal zu sagen 'Was kostet die Welt, natürlich find ich jemanden'." Also: Brezelt euch auf, flirtet was das Zeug hält, poliert euer Ego. Ihr müsst euch mit euch selbst wieder wohl fühlen. Dann läuft die Partnersuche ganz alleine und ihr versteht, dass mit dem Ex nicht die letzte Chance auf Glück aus eurem Leben verschwunden ist.

Die Phasen des Liebeskummers

Die gute Nachricht ist: Der Kummer geht definitiv vorbei. Die Liebeskummer-Expertin Daniela van Santen spricht von drei Phasen, die wir durchlaufen, bevor wir voller Kraft neu durchstarten können: In der "Verleugnungsphase" direkt nach der Trennung wollen wir es nicht wahrhaben. "Man sagt: Wir haben doch gestern noch Zukunftspläne geschmiedet. Es fühlt sich unwirklich an", beschreibt van Santen.

In der zweiten Phase, der "Trauerphase", realisieren wir die Trennung. Diese Phase ist laut van Santen von furchtbarer Verzweiflung und permanentem Schmerz geprägt. Außerdem idealisieren wir den Ex-Partner.

In der dritten Phase, dem "Loslassen", schlägt die Trauer oft in Wut um - auf den Ex, auf sich selbst, auf alles - bevor unsere Emotionen langsam abflachen. "Man spürt das Loslassen nicht, aber man trifft vielleicht den Ex wieder und merkt: Es ist egal."

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | N-JOY mit Susan Hammann | 13.08.2019 | 09:20 Uhr

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