Stand: 20.06.2017 16:00 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

So funktionieren Ohrwürmer - und so werdet ihr sie los

"Live is life ... Na Na Nana Naaa" ... Wetten ihr habt beim Lesen gerade automatisch mitgesungen? Dann seid ihr jetzt höchstwahrscheinlich Ohrwurm-Opfer und solltet diesen Artikel dringend bis zum Ende lesen. Denn: In diesem N-JOY Brainhack erklären wir euch, was genau ein Ohrwurm ist, wo er herkommt und wie ihr ihn am besten wieder loswerdet.

Sie kommen scheinbar aus dem Nichts und können im schlimmsten Fall bis zu drei Wochen im Kopf stecken bleiben - Ohrwürmer. Im Englischen sagt man "sticky song" (klebriges Lied) und Neurologen nennen sie "involuntary musical imagery", also Musikbilder, die ungewollt entstehen. Experten gehen davon aus, dass auch unsere Vorfahren schon Ohrwürmer erdulden mussten.

Der Ohrwurm kommt, wann er will

Jan Hemming, Direktor des Instituts für Musik an der Universität Kassel, erklärte dem WDR: "Das Auftreten eines Ohrwurms ist unwillkürlich." Man kann ihn also nicht rational beeinflussen. Will heißen: Die fiesen kleinen Dauerschleifen vergraben sich in euren Gehirnwindungen, wenn ihr eine emotionale Verbindung zu dem Song habt - egal ob positiv oder negativ.

 

Der Ohrwurm bevorzugt müde und entspannte Opfer.

Wenn ihr müde oder entspannt seid, ist euer Gehirn am empfänglichsten für Ohwürmer. Das hat sogar etwas Gutes: Sie halten euer Hirn wach. Außerdem steigt die Chance für einen Ohrwurm, je häufiger ihr einen Song gehört habt - tendenziell beim siebten oder achten Mal hören.

 

Ohrwürmer haben ein klares Beuteschema

Frauen, professionelle Musiker oder introvertierte Menschen sind beliebte Ohrwurmopfer. Das sagt zumindest Ohrwurm-Experte Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Musikhochschule Hannover. Er hat in einem Experiment mit hunderten Menschen herausgefunden: Besonders betroffen sind die Menschen, die beim Musikhören starke Gefühle haben.

 

Die Ohrwurm-Formel

Eine Anleitung für den perfekten Ohrwum gibt es nicht. Aber Musikwissenschaftler haben herausgefunden, welche Songs besonderen Ohrwurm-Charakter haben. Wichtig ist: Der Song muss einfach sein und sollte viele Wiederholungen haben. Umso einfacher ist es für die Melodie oder den Text, sich einzunisten. Auch Überraschungen wie ungewöhnliche Tonsprünge oder rhythmische Stolperer brennen sich ein. Forscher der britischen Durham University haben in einer Umfragen mit 3.000 Personen ein paar der einprägsamsten Ohrwum-Songs ermittelt - darunter: "Bad Romance" von Lady Gaga, "Can't Get You Out Of My Head" von Kylie Minogue und "Don't Stop Believing" von Journey.

 

Das Gehirn macht Musik für sich selbst

Ohrwürmer überfallen ihre Zielpersonen meist so plötzlich, dass Betroffene im Nachhinein nicht mal mehr wissen "Wo hab ich den denn jetzt her?". Man schnappt sie beim Einkaufen, beim Autofahren oder beim Essen auf und es reichen wenige Takte oder Zeilen, die sich langfristig einbrennen. Dann setzt nämlich ein ganz spannender Effekt ein: Im Gehirn gibt es ein Gesangszentrum und das akustische Gedächtnis. Fliegt ein Songschnipsel ins Ohr, fängt die eine Hirnhälfte an, der anderen etwas vorzusingen. Deren Reaktion regt zum Weitersingen an und so weiter. Das Ergebnis: eine musikalische Dauerschleife im Kopf.

 

Das Unterbewusstsein hasst Unfertiges

Das menschliche Unterbewusstsein neigt dazu, unterbrochene Gedanken oder auch unvollendete Aufgaben beenden zu wollen. Vorher kann es sie nicht als erledigt abhaken. Man nennt das den Zeigarnik-Effekt. Die urplötzliche musikalische Rückkopplung fällt in dieselbe Kategorie. Das Hirn hat den Song nicht zu Ende gesungen und das macht wahnsinnig.

 

Lösungsansätze

Tipps und kluge Ratschläge gibt es en Masse. Ein Tipp: Sucht euch einen Gegenohrwurm. Eine andere Empfehlung: Konzentriert euch auf etwas anderes. Aber Vorsicht: Ist die neue Aufgabe zu simpel, driften eure Gedanken ab. Ihr müsst die richtige Balance zwischen zu einfach und zu schwer zu finden - ist die neue Aufgabe nämlich zu kompliziert, driften eure Gedanken ebenfalls ab. Experten empfehlen beispielsweise Sudoku - da kommt ihr zur Ruhe und der Kopf hat zu tun.

 

DIE Lösung

So und jetzt ernsthaft: Wenn es wirklich daran liegt, dass euer Gehirn verzweifelt versucht, den Song zu Ende zu singen, dann liegt die Lösung auf der Hand. Hört das fiese Stück ein Mal komplett von Anfang bis Ende durch. Dann sollte Ruhe sein.

 

Weitere Informationen

Die 20 größten Ohrwürmer

24.06.2017 13:50 Uhr

Wissenschaftler haben herausgefunden, wie ein Song zum Ohrwurm wird und mit dieser Formel die 20 größten Ohrwürmer unserer Zeit gekürt. Achtung! Die werdet ihr heute nicht mehr los. mehr

Eure 90's Playlist fürs Wochenende

25.03.2017 14:00 Uhr

Scorpions, No Doubt, Die Spice Girls: Kleine Zeitreise gefällig? Dann packt die Schlaghosen aus und dreht die Anlage auf. Wir wetten, ihr könnt jeden einzelnen Song noch mitsingen! mehr

Schluss mit dem Liebeskummer!

30.05.2017 16:20 Uhr

Liebeskummer nach einer Trennung ist völlig normal. Warum wir uns aber nicht damit aufhalten sollten, unserer letzten Beziehung ewig nachzuweinen, erklären wir euch im N-JOY Brainhack. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 19.06.2017 | 16:20 Uhr

N-JOY
#

Lieblingssong? Teilen!
Achtung. Beim Klick auf das Facebook-Icon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Dabei werden bereits Daten an Facebook übertragen.
Songtitel posten: Facebook