Stand: 12.08.2019 11:26 Uhr

Süße Mogelpackungen - hier steckt Zucker drin

"Volksdroge Zucker" oder "Diese Lebensmittel sind wahre Zuckerbomben" - diese Überschriften kennt ihr sicherlich zur Genüge. Die schlechte Nachricht: Sie haben alle ihre Berechtigung.

Die Organisation Foodwatch hat den 12. August zum "Kinder-Überzuckerungstag" erklärt. Das bedeutet, dass an diesem Tag Kinder in Deutschland rechnerisch so viel Zucker konsumiert haben wie beispielsweise von der Weltgesundheitsorganisation für ein gesamtes Jahr empfohlen wird.

Fachorganisationen "sprechen sich für eine maximale Zufuhr freier Zucker von weniger als 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr aus". Unter freie Zucker fallen - neben natürlich enthaltenen Zuckern in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Co. - zum Beispiel Arten, die Lebensmittelhersteller ihren Produkten hinzufügen. Laut der Foodwatch-Jahres-Berechnung liegen Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren jedoch bei 16,3 Prozent - also ganze 63 Prozent über der empfohlenen Menge. Rechnerisch ist somit das Zucker-Limit am 12. August erreicht.

Immerhin: Ihr seid selbst dafür verantwortlich, was ihr kauft und könnt was gegen den hohen Zuckerverbrauch tun. Wir zeigen euch, wo überall versteckter Industriezucker drinsteckt.

Der offensichtliche Zucker

Okay, darüber brauchen wir eigentlich nicht reden, oder? Mit Kuchen, Torte oder Schokolade führt ihr eurem Körper Zucker in hohen Mengen zu. Der Zucker, den ihr obendrein in euren Kaffee rieseln lasst, ist ebenso offensichtlich. Der meiste Zucker, den wir zu uns nehmen, versteckt sich allerdings in ganz anderen Produkten.

 

Ach, da ist Zucker drin?

In vielen Grundnahrungsmitteln verbirgt sich Industriezucker. Also achtet am besten auf das Etikett mit den Nährwertangaben und streckt Fertigsaucen gerne mit Wasser oder frischen Tomaten.

 

Barbecue-Sauce ist der Endgegner

Noch krasser verhält es sich bei diesen typischen Fastfood- oder Grill-Begleitern wie eine Studie aus dem Jahr 2017 von Stiftung Warentest gezeigt hat. Die untersuchten Ketchups haben hier im Schnitt einen Zuckergehalt von 23 Gramm (pro 100 Gramm). Eine Schippe drauf legen Barbecue-Saucen: Sie kommen durchschnittlich auf 37 Gramm Zucker (pro 100 Gramm). Ihr tut also gut daran, in der Grillsaison die Würste nicht gerade in Barbecue-Sauce schwimmen zu lassen.

 

Überzuckert in den Tag

Aber fangen wir beim Frühstück an. Unter Umständen haut ihr euch bereits morgens mehr als die empfohlene Tagesdosis an Zucker zwischen die Kiemen: In Cornflakes oder Müslimischungen steckt ebenfalls viel Zucker. Achtet hier vor allem auf Namenszusätze wie "Crunchy" oder "Schoko" - hier schmeckt das Frühstück herrlich süß. Das allerdings nicht ohne Grund.

 

Was gesund aussieht ...

Wenn ihr zu eurem Crunchy-Müsli dann noch industriell hergestellten Joghurt gebt, der zu circa 15 Prozent aus Zucker besteht, ist das schlichtweg zu viel. Selbst viele Fruchtjoghurte, die Vitamine und Gesundheit suggerieren, haben es in sich. So richtig schön süß schmecken sie eben erst durch den eingeführten Industriezucker. Das Gleiche gilt übrigens auch für Quark.

 

Einmal Zucker tanken, bitte!

Keine Überraschung: Sehr schnell sehr viel Zucker nehmt ihr mit Softdrinks zu euch - schließlich kippt man sich Getränke ja gerne gläserweise runter.

 

Inhaltsstoffe oft verwirrend gekennzeichnet

Und wie findet ihr im Supermarkt beim Einkaufen raus, welche Lebensmittel wie viel Zucker beinhalten? Guckt einfach auf die Nährwerttabelle auf der Rückseite der Verpackung. Seit 2016 muss der Zuckergehalt von Fertigprodukten dort einsehbar sein.

Aber ganz so einfach ist das auch wieder nicht. Denn die Lebensmittelhersteller kennzeichnen ihre Produkte oft mit den Fachbegriffen der unterschiedlichen Zuckerarten - zum Beispiel Glucose für Traubenzucker oder Fruktose für Fruchtzucker. Zucker versteckt sich also oftmals auch da, wo wir ihn gar nicht erwarten:

 

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 12.08.2019 | 12:20 Uhr

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