Stand: 18.07.2017 08:18 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

To-do-Listen: Mit diesen Apps räumt ihr euer Leben auf

Euer Kopf ist permanent überfüllt mit unerledigten Aufgaben? Ihr könnt euch kaum darauf konzentrieren, was ihr als Erstes machen wollt und vergesst dann doch die Hälfte? In diesem N-JOY Brainhack erklären wir euch, woran das liegt. Außerdem haben wir einige App-Tipps für euch, die beim Sortieren helfen.

Manche Menschen lieben To-do-Listen und schreiben nahezu alles drauf: duschen, schlafen, essen ... Andere hassen sie und fühlen sich damit wie Sklaven einer Liste, die sie abarbeiten müssen. Es setzt sie unter Druck, alle ihre unerledigten Aufgaben auf einem Haufen zu sehen. Welcher Typ ihr seid, müsst ihr natürlich selbst herausfinden. Experten empfehlen To-do-Listen als Zeit- und Kopf-Management-Tool aber aus einem ganz bestimmten Grund:

 

To-do-Listen tricksen unser Gehirn aus

Das Gehirn ist wie eine große Datenbank - allerdings mit begrenztem Speicherplatz und ganz eigenen Regeln. Ihr hasst es vielleicht, Dinge zu vergessen, aber euer Gehirn hasst unerledigte Dinge noch viel mehr. Wenn ihr also aus eurem Job oder Privatleben offene Aufgaben mit euch herumschleppt, blockiert euer Kopf. Das "To-do" kreist, bis es erledigt ist, unentwegt durch die Hirnwindungen. Das lenkt ab und schwächt die Konzentrationsfähigkeit. Studien haben sogar gezeigt, dass Menschen schlechter Brainstormen können, wenn sie Unerledigtes im Kopf haben. Ihr seid also im schlimmsten Fall nicht mal richtig in der Lage, das Unerledigte zu Ende zu bringen. Wenn ihr die offenen Dinge aber aufschreibt, registriert euer Gehirn sie erst mal als erledigt. Auch wenn das nicht stimmt, habt ihr jetzt wieder Platz im Kopf - zum Denken und Konzentrieren.

 

To-do-Listen machen glücklich

Ein sehr schöner Nebeneffekt: Beim Abhaken einer erledigten Aufgabe auf eurer Liste, wird das Belohnungszentrum im Gehirn angesprochen. Euer Körper schüttet dann jede Menge Glückshormone aus. Und auch langfristig könnt ihr von dem Selbstmanagement profitieren. Andere Studien haben nämlich gezeigt: Menschen, die sich ihre Lebensziele aufschreiben, erreichen diese im Schnitt auch schneller.

 

Regeln für die richtige Liste

Ein weiterer Vorteil der Listen ist, dass ihr einen Überblick bekommt, was alles getan werden muss. Das hilft dabei, Prioritäten zu setzen. Ihr könnt schließlich nicht alles auf einmal schaffen.

  • Dafür darf aber natürlich nicht jeder Kleinkram drauf. Damit verarscht ihr euch selbst. Natürlich ist es schön, Dinge abzuhaken. Aber alltägliche Aufgaben als explizite To-dos zu betrachten, ist kontraproduktiv. Ihr gaukelt euch selbst vor, etwas geschafft zu haben, obwohl das nicht so ist. Damit wird der Druck, die wirklich wichtigen Dinge erledigen zu müssen, nur noch größer. Also packt duschen, einkaufen und Mama anrufen auf eine eigene kleine Liste.
  • Schreibt nicht zu viel drauf. Eine effiziente Liste sollte auch immer machbar sein. Wenn ihr euch den Tag zu voll packt, seid ihr am Ende nur frustriert und das ist nicht nötig. Experten empfehlen zum Beispiel, sich die wichtigsten fünf Aufgaben des Tages herauszusuchen. Mehr schafft man eh meistens nicht.
  • Für alle langfristigen Aufgaben, macht ihr euch am besten eigene Listen mit Unteraufgaben. Dann verursachen Steuererklärung, Urlaubsplanung und der Großeinkauf nicht jedes Mal beim Blick auf die Liste Stress. Die Unteraufgaben machen es aber möglich, dass ihr auch bei großen Projekten kleine Erfolgserlebnisse habt.
  • Schreibt eure Liste abends. Informationen müssen im Gehirn vom Hippocampus in die Gehirnrinde gelangen, um langfristig gespeichert zu werden - das passiert vor allem beim Schlafen. Natürlich wollt ihr nicht alles langfristig speichern und euren Kopf wieder neu blockieren, aber der Vorteil der Abend-Listen: Euer Kopf arbeitet nachts mit den To-dos und im besten Fall sind sie am nächsten Tag schon halb durchdacht und schneller erledigt.

 

Diese Apps helfen

Dabei könnt ihr natürlich ganz klassisch Stift und Zettel zücken. Oder aber ihr lasst euch von einer App unterstützen. Wir haben uns mal ein paar für euch angeschaut, Vorteile und Nachteile getestet und Preise recherchiert:

 

Wunderlist

Die App kommt aus Berlin und gehört zu den beliebtesten Planern. Der entscheidende Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Wunderlist ist komplett kostenlos und bietet dabei so gut wie alle wichtigen Features an. In der kostenpflichtigen Pro-Version gibt es ein paar zusätzliche Funktionen, die aber für den normalen Gebrauch nicht unbedingt nötig sind. Ihr könnt verschiedene Listen, Aufgaben und Unteraufgaben anlegen und jeweils Deadlines vergeben. Zu den einzelnen To-dos könnt ihr euch auch Notizen machen oder Dateien hochladen. Solltet ihr mal mit anderen gemeinsam etwas planen wollen, lässt sich eure Liste ganze einfach teilen und ausdrucken. Mit Sternchen priorisiert ihr einzelne Aufgaben. Außerdem gibt’s eine Browseranwendungen für Firefox, Safari und Chrome.

Verfügbarkeit & Preise: iOS, und Android - kostenlos

Nachteile: Die Synchronisation zwischen mehreren Geräten funktioniert nicht immer zuverlässig. Und: Microsoft hat die App gekauft und will sie demnächst einstampfen und in die hauseigene App "To-Do" integrieren und da ist schon jetzt der größte Haken: Ihr braucht ein Microsoft-Konto.

 

Any.do

Diese App hat ein sehr simples Design und alle wichtigen Funktionen für den Alltag integriert. Ihr könnt Listen mit Haupt- und Unteraufgaben anlegen, Prioritäten mit einem Sternchen vergeben. Wenn ihr erinnert werden wollt, wann ein To-do erledigt sein muss, schickt euch Any.do Push-Nachrichten. Auch über diese App könnt ihr eure To-dos mit anderen teilen und als kleines Plus eurer App sogar sagen, was ihr eintragen wollt - Notizen per Sprachbefehl funktionieren. Euren Kalender könnt ihr inzwischen auch in die App integrieren. Ziemlich cool: Ihr könnt euch automatisch alle Tagesaufgaben extra anzeigen lassen und jeden Tag noch mal individuell planen. Das alles geht auch im Browser.

Verfügbarkeit & Preise: iOS, und Android - kostenlos

Nachteile: Es wird Werbung in eigener Sache eingeblendet. Listen ausdrucken funktioniert nicht. Die Tagesaufgaben sind eigentlich ein Pro-Feature und deshalb begrenzt. Und das schlichte Design kann nicht mit individuellen Farben zur Übersichtlichkeit gestaltet werden.

 

Todoist

Die Basisversion ist kostenlos und läuft auf diversen Plattformen - inklusive Firefox- und Chrome-Plug-in. Es sind haufenweise Sprachen verfügbar. Die Funktionen sind ausgereift, das Design schlicht. Ihr könnt auch hier verschiedene Projekte mit Aufgaben, Unteraufgaben, Prioritäten, Deadlines und Erinnerungen erstellen. Eine Verknüpfung mit eurem Mailkonto und das Teilen mit anderen ist auch bei Todoist möglich.

Verfügbarkeit & Preise: iOS, und Android - kostenlos

Nachteile: Todoist verschickt in der Basisversion keine Push-Nachrichten zur Erinnerung an eine Deadline. Aufgaben innerhalb der Listen zu sortieren, ist etwas kompliziert; keine Spracheingabe; man kann keine Notizen zu einzelnen Aufgaben machen.

 

Things

Things ist eine relativ neue App und kommt aus einer kleinen Stuttgarter Softwareschmieden. Die App wurde 2017 mit dem "Apple Design Award" ausgezeichnet und überzeugt mit einem übersichtlichen Design und einer intuitiven, gut funktionierenden Aufgabenverwaltung. Things hat den Ruf, eine der besten Apps für To-do-Listen zu sein: Brainstorming per Sprachbefehl direkt in der App, Aufgaben und Ideen in unterschiedlichen Projekten sammeln, Zeitmanagement durch eine Verknüpfung mit eurem Kalender, definierbare Tagesaufgaben für mehr Prioritäten und so weiter ... Dafür muss man allerdings auch ganz schön in die Tasche greifen und Apple-User sein.

Verfügbarkeit & Preise: iOS, 10,99 Euro

Nachteile: nicht für Android verfügbar; relativ teuer; keine Browseranwendung

 

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Dieses Thema im Programm:

Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 18.07.2017 | 16:20 Uhr

N-JOY
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