Stand: 16.07.2020 17:00 Uhr

Wie Männer lügen, wie Frauen lügen

Männer lügen tendenziell mehr als Frauen - und sie lügen anders! Eines haben aber beide Geschlechter gemeinsam: Es gibt eine Altersspanne, in der besonders viel geflunkert wird.

"Schick siehst du aus!" Wetten, dass ihr alle diesen Satz schon mal gesagt habt, ohne ihn wirklich so zu meinen? Diese sogenannten "weißen Lügen" sind sehr verbreitet: Wir flunkern, um höflich zu sein oder andere nicht zu verletzen.

Tatsächlich lügen wir manchmal aber auch aus egoistischeren Gründen - zum Beispiel, um uns Stress zu ersparen oder uns selbst einen Vorteil zu verschaffen. Und obwohl man natürlich nicht alle Menschen aufgrund ihres Geschlechts über einen Kamm scheren sollte, gibt es Studien, die in beim Thema Lügen tatsächlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen aufdecken.

Lügen ist ein fester Bestandteil unseres Alltags

Vorab: Wir alle lügen - und das nicht wenig. Bereits 2016 hat ein Hamburger Marktforschungsinstitut in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass 58 Prozent der Deutschen täglich lügen.

Drei Viertel dieser Lügen werden der Studie nach im direkten Gespräch ausgesprochen, jede fünfte Lüge findet per Telefon oder Textnachricht statt. Während Freunde, Bekannte und Kollegen am häufigsten angelogen werden, haben wir offenbar vor unseren Chefs und unseren Eltern am meisten Respekt - nur jeder Fünfte traut sich, sie anzulügen.

Die Studie zeigt mehrere Gründe auf, warum wir lügen:

  • Mehr als die Hälfte der Befragten will andere nicht verletzen oder sie durch Lügen schützen.
  • Knapp jeder Zweite finde die Wahrheit manchmal einfach unbequem und will sich Ärger ersparen.
  • Jeder Vierte lügt, so die Studie, um seine Ziele zu erreichen.
  • Jeder Sechste lügt, weil er oder sie Angst hat, ansonsten nicht gemocht zu werden.

Forscher: "Männer sind tendenziell etwas unehrlicher als Frauen"

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben mehr als 500 Studien zum Thema Unehrlichkeit mit insgesamt mehr als 44.000 Probanden analysiert - und herausgefunden: In den untersuchten Experimenten haben Männer häufiger gelogen als Frauen. Unter den Männern waren es 42 Prozent, unter den Frauen 38 Prozent.

Aber nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art und Weise, wie Männer und Frauen lügen, unterscheidet sich: "Frauen waren häufiger unter den weißen Lügnerinnen: Man sagt die Unwahrheit, durch die aber alle besser gestellt sind", erklärt der Wissenschaftler Philipp Gerlach vom Max-Planck-Institut im N-JOY Interview.

Ob ein Lob für das gar nicht so leckere Essen oder ein Kompliment für die eigentlich ziemlich misslungene Frisur - Frauen neigen den Ergebnissen nach eher dazu, aus Höflichkeit zu lügen.

Warum lügen Männer mehr?

Gleichzeitig habe es in den untersuchten Experimenten eine leichte Tendenz gegeben, dass Männer häufiger sogenannte "schwarze Lügen", die auch zu Lasten anderer Menschen gehen können, einsetzen.

Dass Männer insgesamt als risikobereiter gelten, könnte laut Gerlach eine Erklärung dafür sein, dass sie eher das Risiko eingehen, beim Lügen erwischt zu werden. Es gibt jedoch noch andere mögliche Erklärungen, wie Gerlach auf der Webseite der Hochschule Fresenius erklärt: Frauen seien häufig sozialer eingestellt als Männer. Einige Studien würden zeigen, dass Frauen Lügen dann scheuen, wenn andere unter den negativen Folgen ihrer Lügen leiden. Gründlich erforscht ist dieser Zusammenhang allerdings nicht.

Studien: Junge Menschen lügen öfter

Diese Risikobereitschaft könnte auch der Grund sein, warum junge Menschen mehr lügen als ältere: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand lügt, sinkt mit jedem Lebensjahr um 0,28 Prozentpunkte. Während sie bei einer 20-jährigen Person bei etwa 47 Prozent liegt, sind es bei einer 60-jährigen nur noch 36 Prozent. "Wir sehen einen Peak, also einen Punkt der maximalen Unehrlichkeit: Der liegt zwischen 20 und 30 Jahren", so Gerlach.

Es könne aber auch sein, dass es Generationsunterschiede gebe. "Vielleicht nimmt die neue Generation es nicht mehr so genau mit der Wahrheit", erklärt der Forscher. Auch wenn dies hoffentlich nicht der Fall sei.

Bei all den Ergebnissen zur Unehrlichkeit betonen die Forscher allerdings: Unehrlichkeit ist nicht einfach eine Eigenschaft einer Person - sie ist auch abhängig von ihrer Situation und ihrer Umwelt.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 14.07.2020 | 05:00 Uhr

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