Stand: 28.05.2019 16:14 Uhr

Wie Musikstreaming die Umwelt belastet

Weniger Plastikmüll, mehr CO2: Eine Studie zeigt, dass der Trend zum digitalen Musikkonsum deutlich umweltschädlicher ist als bisher angenommen.

Früher haben wir uns CDs, vielleicht sogar Kassetten oder Schallplatten gekauft und sie über entsprechende Geräte abgespielt. Das hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert: Statt Musik auf einem Tonträger zu besitzen, laden wir sie digital runter oder streamen die Songs bei jeder Wiedergabe neu aus dem Internet.

Eine Studie der Universitäten Oslo und Glasgow zeigt jetzt: Das veränderte Nutzungsverhalten sorgt zwar für weniger (oft nicht recycelten) Plastikmüll, ist aber dennoch deutlich umweltschädlicher als gedacht - nur auf einer anderen Ebene.

Musikstreaming-Studie: Höherer CO2-Ausstoß als jemals zuvor

Schuld an der schlechten Öko-Bilanz, so die Forscher, ist der enorme Stromverbrauch und der daraus resultierende hohe CO2-Ausstoß. Die Wissenschaftler zeigen auf, dass Menschen zwar immer weniger Geld für Musik ausgeben, die Kosten für die Umwelt gleichzeitig aber immer höher werden. So schreiben Dr. Matt Brennan und Dr. Kyle Devine:

Musik von internetfähigen Geräten abzuspielen führt zu einem deutlich höheren CO2-Ausstoß, als es in der Musikgeschichte jemals der Fall war. Die Autoren der Studie "The cost of music"

Die Forscher haben verschiedene Musikmedien zu ihren jeweiligen Hoch-Zeiten untersucht und kommen zu dem Ergebnis, dass das Musikstreaming im Jahr 2016 in den USA für rund ein Drittel mehr CO2-Ausstoß gesorgt hat als CDs, Kassetten und Vinylplatten in ihren besten Zeiten.

Während die Menge des Plastiks zur Produktion von physischen Tonträgern in den USA stark gesunken ist - von 61 Millionen Kilogramm im Jahr 2000 auf nur noch 8 Millionen Kilogramm in 2016 - sind die CO2-Emissionen deutlich gestiegen: 2000 waren es laut Brennan und Devine noch 157 Millionen Kilogramm, während es 2016 schon zwischen 200 und 350 Millionen Kilogramm waren.

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Dass durch Musikstreaming und Downloads so viel Strom verbraucht wird, liegt nicht nur daran, dass Musik immer besser zugänglich ist und unsere Abspielgeräte technisch aufwendiger werden. Damit die angebotene Musik ständig abrufbar ist, betrieben Anbieter wie Spotify, Apple oder Amazon riesige Rechenzentren. Nur so können wir sie auf unseren Smartphones, Tablets und Laptops jederzeit hören. Ein Problem, das natürlich nicht nur für Musik gilt, sondern auch für andere digitale Angebote für Filme, Serien und Games.

Den Spaß an der Musik wollen uns die Forscher übrigens nicht verderben. Vielleicht schaffen sie aber sowohl bei Streaminganbietern als auch bei Musiknutzern ein Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit - und dafür, dass Musik nicht kostenlos ist, weder für unseren Gelbeutel noch für die Umwelt.

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