Stand: 25.07.2017 14:03 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

So lernt ihr "nein" zum Chef zu sagen

Wer nicht "nein" sagen kann, hat ein Problem mit sich selbst. Das kann vor allem im Job gefährlich werden, denn chronische Ja-Sager arbeiten sich häufig in einen Burnout. In diesem N-JOY Brainhack verraten wir euch, warum ihr nicht "nein" sagen könnt und wie ihr es lernt.

Brainhack

Nein sagen in fünf Schritten

1. Warum Ja-Sagen ungesund ist
2. Wovor Ja-Sager Angst haben
3. Welche Ja-Sager-Typen es gibt
4. Wie ihr lernt "nein" zu sagen
5. Übungen

Wenn der Chef mit Bitten um die Ecke kommt, fällt es vielen schwer, "nein" zu sagen. Natürlich ist das bei eurem Chef auch besonders gemein. Immerhin entscheidet er über eure Karriere. Aber auch der Vorgesetzte ist nur ein Mensch, der eure Grenzen nicht kennt und dem ihr sie aufzeigen müsst. Chronische Ja-Sager sind zwar beliebte Kollegen, aber auch in der ständigen Gefahr, sich zu überfordern.

Warum Ja-Sagen ungesund ist

Wer nicht "nein" sagen kann, ist schnell überfordert und gestresst. Dieser Druck macht anfälliger für Fehler. Wenn es euch auch so geht, kennt ihr das Gefühl, immer einen Schritt hinterherzuhinken und wie eine Marionette durch den Arbeitsalltag geschleift zu werden. Ihr fühlt euch ausgeliefert und erledigt häufig Dinge, die ihr vielleicht weder könnt noch wollt. Natürlich kann man nicht immer "nein" sagen, aber es wichtig, realistisch mit seinen Kräften und seiner Zeit zu haushalten. Denn: Immer "ja" zu sagen, schlägt sich auf die Arbeit, die Gesundheit und damit auf das ganze Leben nieder. Im schlimmsten Fall manövriert ihr euch so direkt in einen Burnout oder Depressionen.

 

Wovor Ja-Sager Angst haben

Simpel, aber wahr. Wer Bitten im Job nicht ablehnen kann, hat Angst vor den Konsequenzen. Er will nicht faul, unkollegial, überfordert oder inkompetent wirken - und natürlich seinen Job nicht verlieren. Es ist schwierig, dem Boss einen Korb zu geben, aber manchmal muss es sein. Der Haken: Euer Gehirn hasst Angst und Zurückweisung. Wenn der Chef um etwas bittet, blockiert das euren Selbsterhaltungstrieb, damit die Angst möglichst schnell verschwindet. Ein "nein" existiert dann in eurem Kopf nicht. Um euer Gehirn auszutricksen, müsst ihr verstehen, weshalb es euch so schwer fällt, "nein" zu sagen.

 

Welche Ja-Sager-Typen es gibt

Grundsätzlich sind unsere Gründe für ein "nein" sehr individuell. Aber man kann zwischen verschiedenen Typen unterscheiden. Versucht ehrlich zu euch selbst zu sein, um herauszufinden, welcher Typ euer Problem beschreibt.

Der Geschmeichelte

Er ist gerne wichtig. Wird er vom Chef um etwas gebeten, fühlt er sich aufgewertet. Er ist gerne der Experte, der Retter, der Berater. Das schmeichelt seinem Ego und dieses Ego muss befriedigt werden. Aus Angst, beim nächsten Mal nicht mehr der Retter zu sein, wird er immer "ja" sagen. Dabei wäre es sogar möglich, dass der Bittsteller genau das beabsichtigt hat. Dieser Typ ist sehr anfällig für Manipulation von außen.

Der Schmeichelei gehen auch die Klügsten auf den Leim. Molière

Der Helfer

Er will gebraucht werden und kompensiert mit einem "ja" seine Minderwertigkeitskomplexe. Tut er einem Kollegen oder dem Chef einen Gefallen, kann er sich unersetzbar fühlen und das tut ihm gut. Dieser Typ landet ganz schnell in der Sucht-Schleife: Er braucht Anerkennung für sein Selbstbewusstsein. Die Anerkennung für einen Gefallen hält aber nicht ewig. Also muss er schnell wieder nachlegen. Darunter leidet meist seine eigentliche Arbeit, was wiederum zu einem Verlust der Anerkennung führt. Das Ergebnis: noch mehr Arbeit. Menschen mit derartigem Helfer-Syndrom arbeiten sich oft bis an ihre Grenzen, stressen sich wahnsinnig und landen nicht selten im Burnout.

Der Mitläufer

Er muss immer mittendrin sein. Die persönliche Beziehung zu Kollegen und Chef ist ihm wichtiger als seine Gesundheit. Er geht noch mit auf ein Feierabendbier, obwohl er schon unter akutem Schlafmangel leidet. Er steigt noch in das freiwillige Projekt am Wochenende ein - die anderen sind ja auch am Start. Der Grund: Dieser Typ hat Angst davor, eine einmalige Chance zu verpassen. Er kann nicht gut Prioritäten setzen und ist abhängig davon, was andere von ihm denken. Dass das nicht gesund ist, erklärt sich von selbst und in den meisten Fällen gibt es nicht nur diese eine Gelegenheit.

Der Vergleicher

Aus Angst unterschätzt oder übergangen zu werden, ignoriert er seine Belastungsgrenzen. Aber jeder Mensch hat seine eigene Belastungsgrenze: "Wenn der das schafft, kann ich das auch." Das ist der falsche Gedanke. Permanentes Vergleichen schadet der Psyche und ist nicht zielführend. Denn nichts ist schlimmer, als sich ständig den Druck aufzuerlegen, den vermeintlichen Ansprüchen anderer genügen zu wollen. Natürlich ist es gut, das Beste aus sich herausholen zu wollen. Mehr muss aber nicht sein.

Der Kumpel

Ihm sind Beziehungen wichtiger, als er selbst. Wenn er "nein" sagt, hat er immer ein schlechtes Gewissen. Er hat Angst davor egoistisch oder unterkühlt zu wirken, hat vielleicht sogar gelernt, dass man anderen keine Bitte ausschlägt. Für diesen Typ ist es wichtig zu verstehen, dass Sympathie niemals von einer Gegenleistung abhängig sein sollte. Zuneigung sollte sich niemand kaufen wollen - das wisst ihr eigentlich seit dem Kindergarten. Denkt einfach daran: Es ist nicht wichtig, von jedem gemocht zu werden.

Der Verständnisvolle

Den Stress der Kollegen, die Stimmung im Büro, die Überstunden vom Chef: Er macht alles zu seinem Problem. Er fürchtet sich davor, die falsche Entscheidung zu treffen und übernimmt deshalb einfach immer die Verantwortung. Nobel, aber unnötig viele Baustellen und auf Dauer unmöglich zu bewerkstelligen, ohne dabei selbst unterzugehen.

Der Unsichere

Ablehnung, Enttäuschung, Kündigung: Er hat einfach vor allem Angst und kann deshalb gar keine Grenzen ziehen. Natürlich muss man es sich gut überlegen, wann man dem Chef "ja" sagt und wann "nein". Wer gefördert werden möchte, muss auch etwas anbieten. Dabei ist die Grenze zur Ausbeutung aber sehr schmal.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 25.07.2017 | 16:20 Uhr

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