Stand: 25.07.2017 14:03 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

So lernt ihr "nein" zum Chef zu sagen

Wie ihr lernt, 'nein' zu sagen

Zu wissen, welcher Typ ihr seid, ist der erste Schritt zum gelungenen "Nein". Ihr kennt eure Schwachstellen und könnt bewusst daran arbeiten, nicht in eure Typ-Falle zu rutschen. Im nächsten Step geht’s darum, zu lernen, wie ihr gut "nein" sagt.

Nehmt euch Zeit

"Nein" sagen fällt ohnehin schon schwer. Noch schwerer aber, wenn der Bittsteller euch gegenüber steht und eine Antwort erwartet. Diesen Druck müsst ihr nicht akzeptieren. Bittet freundlich um Bedenkzeit und wägt ganz genau ab: Was soll ich machen? Kann und will ich das gerade leisten? Habe ich genug Zeit, Kraft und Energie dafür? Ergeben eure Überlegungen, dass ihr die Bitte ausschlagen werdet …

Sagt "nein"

Keine Rechtfertigungen. Keine langen Erklärungen. Keine Entschuldigungen. Ihr habt eure Entscheidung getroffen und das ist gut so. Alles andere lässt euch unsicher wirken.

Übung: Probt das Neinsagen im privaten Alltag: "Nein, ich brauche keinen neuen Handyvertrag", "Nein, ich will keine Bonus-Punkte sammeln" und "Nein, ich habe gesagt 200g Fleisch und nicht 212g". Damit lernt ihr, die Reaktion der Anderen besser zu ertragen und verliert die Angst vor negativen Emotionen. Mit genug Übung wird dann auch das "Nein" zum Chef leichter.

Zeigt "nein"

Eure Körpersprache muss zur Entscheidung passen: Füße fest auf den Boden, Rücken durchdrücken, Oberkörper direkt dem Gegenüber zuwenden, Augenkontakt und dann raus damit.

Übung: Stellt euch vor den Spiegel und übt diese Haltung. Egal, wie doof ihr euch dabei vorkommt - ihr müsst sie aus dem Effeff abrufen können. Besonders, wenn ihr euch nicht selbstbewusst fühlt.

Taktik 1: Prinzipien

Wenn euch das Neinsagen trotzdem schwer fällt, beruft euch zum Beispiel auf Prinzipien. Damit werbt ihr um Verständnis: "Das geht nicht. Der Sonntag gehört schon immer meiner Familie."

Übung: Eure Prinzipien müsst ihr vorher kennen. Setzt einen schriftlichen Vertrag mit euch selbst auf. Da könnte zum Beispiel drinstehen: "Maximal an zwei Tagen pro Woche Überstunden machen." Oder auch: "Ab 20 Uhr abends ist mein Handy aus." Oder: "Zwischen dem Moment des Büroverlassens und dem des Bürobetretens beantworte ich keine Arbeitsmails." Ziel dieses Vertrags ist es, eure Grenzen zu kennen und sie auch einzuhalten. Um das Ganze verbindlicher zu machen, holt euch einen Kontrolleur ins Boot. Der Partner, die beste Freundin, der Papa - völlig egal, Hauptsache eine weitere Person achtet auf euren potenziellen Selbstbetrug.

Taktik 2: Alternativen

Oder ihr bietet eine Alternative an: "Kommenden Samstag kann ich nicht, aber nächste Woche wäre machbar."

Übung: Hier heißt das Stichwort ganz klar 'Zeitmanagement', Leute. Euer Job ist es, euren Job so im Griff zu haben, dass er euch nicht im Griff hat. Dazu gehört es, einen guten Überblick über eure Aufgaben und Kapazitäten zu haben. Anders lernt ihr nicht einzuschätzen, ob eine weitere Aufgabe machbar ist oder euch überfordert. To Do-Listen können da helfen.

Taktik 3: Folgen

Macht eurem Chef klar, dass zusätzliche Arbeit an der einen Stelle weniger Zeit für ein anderes Projekt bedeutet: "Danke für Ihr Vertrauen, aber ich arbeite schon an mehreren Projekten. Wenn ich das jetzt übernehme, muss Projekt X erst mal liegen bleiben." Damit bekommt der Chef die Wahl zwischen einem "ja" und einem "nein" und lädt euch nicht zu viel auf.

Übung: Trainiert solche Gespräche mit jemandem, dem ihr vertraut. Natürlich fühlt sich das anfangs seltsam und ein wenig peinlich an. Aber, wenn ihr da drübersteht, hat es einen riesigen Vorteil: Ihr seid vorbereitet, habt alles schon mal laut ausgesprochen, mögliche Reaktionen des Gegenübers durchgespielt und könnt im Ernstfall trotz Nervosität bedacht antworten. Das hilft auch bei der nächsten Taktik.

Taktik 4: Dramatisieren

Das bedeutet nicht, dass ihr auf die Tränendrüse drücken sollt. Aber macht ehrlich auf euer Dilemma aufmerksam: "Ich bin gerade so eingespannt. Selbst, wenn ich das Projekt gerne übernehmen würde - das Ergebnis würde darunter leiden."

Taktik 5: Um Hilfe bitten

Ihr müsst nicht die ganze Welt alleine auf euren Schultern tragen. Will euch der Chef noch mehr Arbeit aufbrummen, muss er Unterstützung bieten. Die wird er aber wahrscheinlich nicht anbieten, wenn ihr nicht klarmacht, dass ihr sie braucht. Also: "Das Projekt klingt spannend, aber ich arbeite gerade auch noch an X und Y. Um alles optimal zu erledigen, bräuchte ich Unterstützung. Sonst wird das nichts."

Übung: Dem Chef nicht nur einen Korb zu geben, sondern ihn auch noch um Unterstützung zu bitten, löst bei den meisten Menschen Stress aus. Das Beste, um diesem Stress sofort Herr zu werden, ist laut manchen Experten die 4-A-Technik: Atmen, Anschauen, Aussprechen, Abwarten.

 

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