Stand: 24.01.2018 13:33 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Alexa, was kannst du eigentlich?

Sie ist der erste smarte Assistent für zu Hause: Alexa, die Sprachassistentin von Amazon steckt in der Box "Echo". Noch leidet sie an Kinderkrankheiten - wir haben sie ausprobiert.

Ihre Lieblingsfarbe ist Infrarot, ihre Familie heißt Amazon, sie wurde 2014 geboren und kommt aus Seattle. Die smarte Assistentin "Alexa" wohnt in Amazons Box "Echo". Sie hört ständig zu, reagiert, sobald ihr Name fällt und soll unseren Alltag erleichtern.

Seit wenigen Tagen liefert Amazon die ersten Echo-Geräte in Deutschland aus. Ausgewählte Kunden dürfen sie bestellen und ausprobieren, wie die sprachgesteuerte Assistentin funktioniert. Dabei fällt vor allem eines auf: Alexa hat kaum Antworten, bisher kann sie nur rudimentäre Anfragen bearbeiten.

Einfache Befehle beherrscht sie

Was steht auf meinem Einkaufszettel, stelle einen Wecker oder einen Timer, lese die Termine von heute vor und auch: Wie hat der HSV gespielt? Fragen, auf die Alexa Antworten gibt. Sie spielt über die App TuneIn Radiosender - natürlich auch N-JOY - ab und kann auf Spotify-Playlisten zugreifen, wenn sie richtig benannt sind. Scheint als würde die Assistentin für zu Hause Spaß machen?

Wer sie für nichts anderes braucht, als Musik zu spielen, der kann mit "Echo" aktuell zufrieden sein. Aber auch nur, wenn der Anspruch an eine gute Tonqualität nicht zu hoch hängt. Denn schon bei Taylor Swift scheppert der Bass der 180 Euro teuren Box - und die Höhen klirren. Mögliche Lösung: Echo kann sich mit Bluetooth-Boxen verbinden.

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Produkt-Bestellungen sind intransparent

Was bei einem Amazon-Produkt nicht fehlen darf: einkaufen. So legt Alexa Produkte direkt in den Warenkorb - in unserem Fall landeten dort ein nicht genauer definierter Kühlschrank und ein Puppenhaus. Der Überraschungsmoment wartete beim Check der Artikel über die App. Denn Alexa sagt nicht, welches Produkt sie genau auswählt oder was es kostet. Die Auflösung: 145 Euro für den Kühlschrank, 27 Euro für ein Holz-Puppenhaus.

Die Suche auf Wikipedia: schwierig

Während Siri und auch der Sprachassistent von Google Fragen mit Hilfe von Suchergebnissen beantworten, fehlt Alexa diese Fähigkeit größtenteils noch: "Alexa, welcher ist der größte Berg Deutschlands?" Ihre Antwort: "Das weiß ich nicht." Wie heißt die Hauptstadt der Mongolei? Alexa verkündet, wer das Land regiert. Wann der nächste Zug von Hamburg nach Berlin fährt? Ebenfalls Fehlanzeige, sie versteht die Frage einfach nicht.

Es ist ein Test und genauso fühlt sich die etwa 25 Zentimeter große Box auch im Umgang an. Sie ist ungelenk, weiß wenig und hofft ständig, dass wir Freunde bleiben können.

Wer sich die Sprachbefehle ansieht, die sie kennt, stellt fest: Die Frage muss sehr genau sein: "Wie hoch ist der Mount Everest?" oder "Wer ist Albert Einstein?" kann sie beantworten. Auch einfache Befehle wie "lauter", "leiser", "stopp" funktionieren gut. Aber eben nur, wenn das passende Keyword vorkommt.

Alexa, wir haben ein Kommunikationproblem

Das größte Problem bei der Kommunikation: Die Assistentin macht nicht klar, wann sie zum Beispiel wegen eines Versprechers die Frage nicht verstanden hat und wann sie keine Antwort findet. Bisher ist Alexa aber die erste Sprachassistentin, die im Wohnzimmer einziehen soll. Google hat in den USA bereits den Konkurrenten "Home" gestartet - der vermutlich in diesem Jahr auch nach Deutschland kommt. Erst dann wird sich zeigen, wie gut Alexa im Vergleich abschneidet und ob die Assistenten so praktisch werden, dass wir akzeptieren, dass sie uns ständig belauschen.

Eines kann sie doch: Witze erzählen

Amazons "Echo" bietet aktuell noch einen traurigen Anblick, wenn sich eine Gruppe Menschen um die 180 Euro teure Box schart und sie auf keine der Fragen eine Antwort bietet. Dann fühlt es sich an, als würde man mit einem Hund sprechen, der nicht versteht. Schade, denn Witze erzählen kann sie: "Sagt die 0 zur 8: schicker Gürtel" - oder sagt der Mensch zur Maschine: "Alexa, geh' schlafen." Sagt sie: "Das habe ich nicht verstanden".

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 24.01.2018 | 14:20 Uhr

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