Stand: 09.01.2019 11:07 Uhr

Verpasster Anruf aus Russland? Vorsicht!

Ihr habt einen Anruf von einer unbekannten ausländischen Telefonnummer verpasst? Dann ruft auf keinen Fall zurück! Dahinter stecken wahrscheinlich Betrüger.

Das Telefon klingelt, unter der Nummer zeigt das Smartphone das Wort "Russland" an: Seit dem 7. Januar 2019 melden Nutzer im Netz immer wieder solche Anrufe. Die Nummern mit der Vorwahl +79 stammen offenbar aus Kasachstan. Mehrere Tausend Menschen suchten laut tellows.de in den vergangenen Tagen nach Nummern mit dieser Ländervorwahl, auch auf verschiedenen Melde-Webseiten haben sich bisher mehrere Hundert Kommentare und Beschwerden zu den Anrufen aus Russland angesammelt.

Nicht zurückrufen: Ping-Anrufe sind eine bekannte Abzock-Masche

Die Masche der Betrüger ist einfach: Sie lassen kurz auf einer meist zufällig ausgewählten Handynummer anklingeln und trennen die Verbindung wieder, bevor der Handy-Besitzer die Chance hat, den Anruf überhaupt entgegenzunehmen. Ping-Anrufe nennen Experten diese Masche.

Auf dem Display der Handy-Besitzer erscheint nur ein mysteriöser Anruf in Abwesenheit zusammen mit der ausländischen Telefonnummer oder der Rufnummer eines globalen Satelliten-Kommunikationssystems. Gewinnt eure Neugier die Oberhand und ihr ruft die Telefonnummer zurück, kann es für euch schnell teuer werden. Je nach Rufnummer können dabei leicht mehrere Euro pro Minute anfallen. Da viele der Nummern bezahlpflichtige Hotlines sind, gewinnt der Betrüger mit jeder Minute, die ihr am Telefon bleibt, Geld. In manchen Fällen, schreibt der BR, würde der Anruf sogar beantwortet, der Gesprächspartner würde dann versuchen, euch zum Abschluss eines Vertrags zu überreden.

Bundesnetzagentur will Verbraucher schützen

Die Bundesnetzagentur will euch vor solchen Lock-Anrufen schützen. Seit Mitte Januar 2018 müssen die Mobilfunkbetreiber euch in einer kurzen Bandansage verraten, was der Anruf ins Ausland kostet. So könnt ihr aktiv selbst entscheiden, ob ihr auflegt oder bezahlt. Damit will die Bundesnetzagentur den Betrügern die Grundlage entziehen.

Ping-Anrufe stammen vor allem aus Ländern an, deren Ländervorwahl den Ortsvorwahlen in Deutschland zum Verwechseln ähnlich sind. Ein Beispiel der Behörde: Koblenz (0261) hat die gleiche Vorwahl wie Madagaskar (00261) - der einzige Unterschied ist eine weitere Null am Anfang. Und auch Rostock (0381) und Serbien (00381) haben sehr ähnliche Nummern.

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Für diese Länder gibt es eine Kostenansage

Die Bundesnetz-Agentur hat Länder festgelegt, für die die Mobilfunkanbieter eine Preisansage einrichten müssen. Sobald ihr eine Nummer mit dieser Vorwahl anruft, hört ihr seit Mitte Januar 2018, was der Anruf pro Minute kostet.

Hier die Liste der betroffenen Länder und deren Vorwahlen:
Burundi (00257); Tschad (00235); Serbien (00381); Seychellen (00248);Tunesien (00216); Elfenbeinküste (00225); Guinea (00224); Sudan (00249); Marokko (00212); Tansania (00255); Benin (00229); Mali (00223); Uganda (00256); Madagaskar (00261); Albanien (00355); Bosnien-Herzegowina (00387); Somalia (00252); Liberia (00231); Malediven (00960); Jemen (00967); Mazedonien (00389); Sierra Leone (00232); Global Mobile Satellite System (00881)

Verpasster Anruf aus dem Ausland: Nicht zurückrufen!

Solltet ihr eine unbekannte, ausländische Nummer als Ursprung eines verpassten Anrufs auf dem Handy angezeigt bekommen, ruft nicht sofort zurück. Sucht stattdessen im Netz nach der Rufnummer. Unter Umständen ist diese Telefonnummer bereits mehreren Nutzern aufgefallen, so dass ihr online entsprechende Erfahrungsberichte findet. Ist eure Nummer dabei, solltet ihr anschließend in jedem Fall Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Eine Beschwerde ist deshalb so wichtig, weil die Bundesnetzagentur auffällige Rufnummern abschalten lässt oder ihnen die Abrechnung untersagt. Solltet ihr bereits bezahlt haben, könnt ihr euch allerdings an euren Telefonanbieter wenden, um zu versuchen, euer Geld zurückzubekommen.

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