Stand: 17.08.2020 11:59 Uhr

Corona-Krise: Fake-Shops wollen euer Mitleid - und euer Geld!

Online-Fake-Shops geben vor, hochwertige Ware wegen der Corona-Krise günstig abverkaufen zu müssen. So erkennt ihr Fake-Shops und fallt nicht auf die Betrüger rein.

Es tut uns leid, dass unsere handgefertigte Werkstatt diese schwere Zeit nicht überstanden hat. Wir haben beschlossen, den größten Teil der restlichen Kleidung zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen.

So oder so ähnlich lauten die Texte, die die auf Fakes im Netz spezialisierten Experten von "Mimikama.at" in gleich mehreren Facebook-Postings gefunden haben.

Es handelt sich um Werbeanzeigen mit jeweils unterschiedlichen Produkt-Bildern, die eines gemeinsam haben: Die Links hinter den Postings führen zu unseriösen Online-Shops. Offenbar nutzen die Betreiber die Corona-Krise aus, um Mitleid zu erregen und so letztlich an das Geld und/oder die Daten der gewonnenen Kunden zu kommen.

Fake-Shop-Ware kommt nicht an oder ist Schrott

"Mimikama" hatte bereits Mitte Juli 2020 vor dieser Abzocke gewarnt. Nun, knapp einen Monat später, ist die Rede von "massiver Werbung in sozialen Medien". Immer häufiger würden Nutzer berichten, dass sie über eine Facebook- oder Instagram-Werbung auf betrügerische Online-Shops gestoßen seien.

Auch die Webseite "Watchlist Internet", die eine Liste über bereits bekannte Fake-Shops führt, berichtet über die Masche: Die bestellte Ware komme nicht oder nur in minderwertiger Qualität an.

Online-Fake-Shops: Keine Neuheit - und leider keine Seltenheit

Marken-Sonnenbrillen für wenige Euro, Küchenmaschinen für 500 statt mehr als 1.000 Euro: Dass Betrüger Kunden oft mit Schnäppchen in ihre Online-Shops locken, ist nicht neu. Dass sie die Corona-Krise, unter der viele Unternehmen tatsächlich sehr leiden, als Vorwand für ihre Machenschaften nutzen, hingegen schon.

Generell gilt: Wenn das Schnäppchen zu gut und der Shop unbekannt ist, handelt es sich meist um Abzocke. Doch natürlich gibt es auch seriöse Shops, die die Corona-Krise tatsächlich nicht überstanden haben und ihre restlichen Waren nun günstiger loswerden wollen. Deswegen solltet ihr den angeblichen Schnäppchen-Shop vor einem eventuellen Einkauf unbedingt googeln, einen Blick ins Impressum werfen und euch die Website genauer ansehen. Oft entlarven sich die Betrüger selbst. Auch ein Blick auf die Webseite Onlinewarnungen.de, auf der Meldungen zu Fake-Shops veröffentlicht werden, kann sich lohnen.

Fake-Shops erkennen: 8 Tricks

1. Hinterfragt sehr niedrige Preise

Die Website bietet Markenprodukte oder handgemachte Waren zu unfassbar günstigen Preisen an? Sehr wahrscheinlich stecken Betrüger dahinter.

 

2. Schaut euch die Social-Media-Anzeige an

Im Falle der betrügerischen Anzeigen in den sozialen Netzen empfiehlt "Mimikama", sich den Absender des Postings anzuschauen: Wenige Likes und Beiträge weisen auf Betrug hin. Außerdem könnt ihr bei Facebook unter "Seitentransparenz" genau nachvollziehen, wann die Facebook-Page erstellt wurde. Fake-Seiten sind oft relativ neu. Habt ihr den Verdacht, dass es sich um eine Fake-Seite handelt, meldet sie Facebook.

 

3. Tippt den Link zur Seite in eine Suchmaschine ein

Sucht den Link zur Seite oder den Namen des Shops im Netz. Handelt es sich um einen Fake-Shop, erscheinen hier oft direkt Warnungen.

 

4. Überprüft den Link auf Besonderheiten

Fake-Shops, die auf Marken spezialisiert sind, haben häufig URLs wie thermomix-vorwerk.com oder tommyhilfigerde.de. Der Name der Marke steckt zwar drin, aber: Es ist nicht die offizielle Seite. Auch hier solltet ihr nicht einkaufen.

 

5. Klickt auf das Impressum

In Deutschland muss jede Seite ein Impressum haben. Sind die Informationen logisch oder gibt es überhaupt ein Impressum und Kontakt-Möglichkeiten?
Aber Achtung: Ein vorhandenes Impressum ist allerdings nicht unbedingt ein Hinweis auf einen echten Shop, denn Firmen-Informationen gibt es überall zum Nachschlagen. Betrüger können also ganz einfach ein anderes Impressum kopieren.

 

6. Vorkasse oder Kreditkarte? Achtet auf die Bezahl-Möglichkeiten

Fake-Webseiten sind entweder auf euer Geld oder auf eure Kreditkarten-Informationen aus. Bietet ein Shop nur Vorkasse und/oder Kreditkarten-Zahlung an: Finger weg!

 

7. Achtet auf Fehler im Text

Lest die Artikel-Beschreibungen: Ist die Seite teilweise auf Deutsch, teils auf Spanisch, teils auf Englisch? Sind die Texte seltsam übersetzt? Klickt euch durch zwei bis drei Artikel und haltet die Augen offen.

 

8. Sucht im Netz nach Tests und Bewertungen

Wenn ihr die Webseite bisher nicht kennt: Sucht nach Bewertungen oder Kritik von Käufern. Gerade bei Start-Ups gibt es häufig Blogs oder Zeitungen, die die neuen Angebote bereits getestet haben. Lest sie, bevor ihr bestellt!

Schon drauf reingefallen? Das könnt ihr tun

Seid ihr schon zum Opfer der Abzocke geworden, habt ihr zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • Erstattet Anzeige bei der Polizei
  • Versucht, beim Shop eine Rückerstattung einzufordern
  • Setzt euch mit dem Zahlungsdienstleister in Verbindung und versucht, das Geld zurückerstattet zu bekommen
  • Meldet den Shop und warnt so andere, zum Beispiel über die Verbraucherzentralen oder "Onlinewarnungen.de".

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