Stand: 14.02.2019 10:57 Uhr | AutorIn: Eva Köhler & Lena Gürtler

Cybersicherheit: Probleme bei kritischer Infrastruktur steigen

In nur acht Monaten wurden mehr Fehler gemeldet als in den zwölf Monaten davor. Auch zwei Angriffe auf "kerntechnische Anlagen" haben stattgefunden.

Energieversorger, Banken, Telekommunikationsunternehmen: Es sind die Säulen, auf denen Deutschland aufgebaut ist. Der Begriff dafür lautet "kritische Infrastruktur". Genau in dieser kritischen Infrastruktur treten immer öfter Probleme auf. Das geht aus Dokumenten hervor, die N-JOY und NDR Info vorliegen.

Strom, Wasser, Internet

Kritische Infrastruktur: Was ist das?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führt sieben Branchen als kritische Infrastruktur (KRITIS-Sektor): Energie, Finanzen, Ernährung, Gesundheit, IT und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Wasser. Und listet auf Anfrage auch kerntechnische Anlagen einzeln auf.
Treten in diesen Bereichen Fehler oder Probleme auf, müssen die Betreiber von zum Beispiel Energieunternehmen, Wasserwerken, Stromnetzen, Telekommunikationsnetzen oder auch von Atomkraftwerken diese Fehler an das BSI melden.

So gingen bereits in den vergangenen acht Monaten, seit Juni 2018, mehr Meldungen zu Problemen in der kritischen Infrastruktur ein als in den zwölf Monaten davor. Insgesamt 210 Fehler wurden seit Juli 2018 beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur gemeldet. Im gesamten Berichtszeitraum davor (Juni 2017 bis Juni 2018) waren es insgesamt 145 Meldungen. Bei den gemeldeten Problemen handelt es sich nicht nur um beispielsweise Hacker-Angriffe, sondern auch um andere technische Probleme. Das können einerseits Angriffe von IT-Sicherheitsforschern, von bösartigen Hackern oder von Regierungen sein. Ursprung eines gemeldeten Problems können, laut BSI, aber auch ausgefallene Festplatten, eine defekte Verkabelung oder ein Stromausfall sein.

Experte: Die steigenden Zahlen sind alarmierend

Dennoch ordnet der IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber diese steigende Zahl als "alarmierend" ein. Es sei ein bombastischer Anstieg. Er führt den Anstieg auf zwei Dinge zurück:

Einerseits gibt es mehr Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Andererseits glaube ich, dass die Erkennungsquote bei den Betreibern kritischer Infrastrukturen angestiegen ist. Sebastian Schreiber, IT-Sicherheitsexperte

Die Unternehmen - darunter fallen auch Stromversorger, Kraftwerke und Betreiber des Telekommunikationsnetzes - hätten, erklärt Schreiber, "Maßnahmen geschaffen, um die Angriffe zu bemerken." In der Folge würden sie die Fehler auch beim BSI melden.

Zwei Angriffe auf "kerntechnische Anlagen" gemeldet

Tatsächlich gingen seit Juni 2018 immerhin 56 Meldungen von Telekommunikationsunternehmen ein. 45 Probleme meldete die Finanzbranche und Gesundheitseinrichtungen, wie beispielsweise Krankenhäuser, berichteten über 39 Störungen. In zwei Fällen waren auch "kerntechnische Anlagen" betroffen.

Sebastian Schreiber, Geschäftsführer des IT-Sicherheitsunternehmens SySS, gibt hier aber Entwarnung. Einen der Fälle kenne er, es wäre zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr davon ausgegangen. Gleichzeitig erklärt er:

Wir sind aus verschiedenen Ecken unter Beschuss: Regierungen, Sicherheitsforscher oder auch von Kinderzimmer-Hackern. Es ist nicht bedeutend, wer uns bedroht und wer zum Beispiel das Licht in Hamburg ausschaltet. Wichtig ist, dass wir vorbereitet sind und die Versorgungsstabilität gewährleistet ist. Sebastian Schreiber, IT-Sicherheitsspezialist

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Aktuell | 14.02.2019 | 12:00 Uhr

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