Stand: 05.06.2018 14:49 Uhr

Facebook "Virus": YouTube-Link lockt in Phishing-Falle

"2 staunende Emojis, euer Vorname und ein Video-Link": Nachrichten wie diese verbreiten sich aktuell im Facebook-Messenger. Aber Achtung! Die kommen nicht von euren Freunden, sondern locken auf Phishing-Seiten. Betrüger wollen euer Facebook-Konto klauen.

Die Masche mit dem Video-Link breitet sich immer weiter aus. Bereits im Oktober 2017 warnte das Landeskriminalamt Niedersachsen vor den dubiosen Links im Facebook-Messenger. Das Fiese: Die Nachricht kommt von einem Freund, der zuvor vermutlich selbst Opfer der Betrüger geworden ist.

Fake YouTube-Link: Was steckt dahinter?

Es sind kleine Nachrichten, die große Folgen haben können: "Schau dich an", "Du?", "Bist du das?" oder (wie momentan) einfach nur dein Vorname mit ein paar Smileys. Darunter dann der fiese YouTube-Link.

Wer auf den Link klickt, kann auf einer gefälschten Facebook-Anmelde-Seite landen. Allerdings gibt es nicht nur die eine Phishing-Methode - hinter dem YouTube-Link verstecken sich verschiedene Webseiten. Die Masche ist nicht neu, aber aktuell scheinen wieder besonders viele Nutzer auf sie reinzufallen. Kein Wunder - immerhin wird man direkt mit dem eigenen Namen angesprochen und Video-Links von Freunden über den Facebook-Messenger zu bekommen, ist ja grundsätzlich keine Seltenheit.

Spam im Facebook-Messenger: Was passiert, wenn ich auf den Link klicke?

Der auf Fakes bei Facebook spezialisierte Blog Mimikama hat sich die Nachrichten etwas genauer angesehen - und dabei festgestellt:

  • Das YouTube-Logo wurde nur platziert. Klickt ihr auf den Link, landet ihr auf einer gefälschten Facebook-Anmelde-Seite. Die sieht erst mal echt aus, aber achtet auf die URL. Im Betrugsfall steht da nämlich nicht www.facebook.com.
  • Gebt ihr hier eure Zugangsdaten ein, erlangen die Betrüger kompletten Zugriff auf euer Facebook-Konto.
  • Nach der gefälschten Facebook-Anmelde-Seite landen die Nutzer dann zum Beispiel auf Werbe-Webseiten: Gewinnspiele, Abo-Seiten, ein Video-Portal. Wie Mimikama berichtet, verdienen die Betrüger Geld an jedem Nutzer, der eine dieser Seiten aufruft.
  • Auch auf diesen Werbeseiten sollen Nutzer Daten eintragen. Die Betrüger versuchen also nicht nur, an euer Facebook-Passwort zu kommen, sondern sich noch mehr Informationen über euch zu erschleichen.

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Video im Facebook-Messenger: Die Polizei warnt!

Die Polizei fasst im Zusammenhang mit diesem Lock-Video drei verschiedenen Maschen zusammen:

  • Phishing: Ihr landet auf einer gefälschten Facebook-Login-Seite. Gebt ihr hier eure Zugangsdaten ein, können die Betrüger auf euer Facebook-Profil und all eure persönlichen Daten zugreifen.
  • Schadsoftware: Ihr landet auf einer Seite mit viel Werbung oder mit Schadsoftware.
  • Aufforderung neue Software, Apps oder Programme zu öffnen oder zu installieren. Diese Programme können euch ausspionieren, Viren auf eurem Smartphone installieren und es im Zweifelsfalle lahmlegen.

Fake-Video im Facebook Messenger: Wie kann ich mich schützen?

  • Klickt nicht auf die Links - weder auf dem Rechner, noch auf dem Tablet oder Smartphone.
  • Installiert eine Virenschutz-App. Das geht auf Android-Geräten. Viele Apps wie Avast oder Lookout sind kostenlos. Sie erkennen zum Beispiel gefährliche Apps.
  • Weist den Freund, von dem ihr die Nachricht bekommen habt, darauf hin, dass das eine Betrüger-Nachricht ist. Er sollte seine Facebook-Zugangsdaten ändern, wenn er auf der Phishing-Seite gelandet ist.
  • Wenn ihr selbst auf der Phishing-Facebook-Seite gelandet seid: Ändert euer Passwort bei Facebook und bei allen Diensten, bei denen ihr euch mit dem gleichen Passwort anmeldet.

So meldet ihr Spam- und Fake-Nachrichten

Webseiten wie Onlinewarnungen.de oder mimikama.at sammeln Spam-Mails, um Nutzer möglichst frühzeitig über Betrüger zu informieren. Sie bieten Formulare an, über die ihr solche Spam-Nachrichten melden könnt. Auch das Landeskriminalamt hat eine eigene Mail-Adresse eingerichtet. Im Zweifelsfall: Schickt die Fake- und Spam-Mails und -Nachrichten an sie weiter.

 

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