Stand: 15.10.2018 11:52 Uhr

Fotobücher drucken: Cewe und Google im Vergleich

Mega langweilig, eine schöne Erinnerung - oder doch nur was für Oma? Fotobücher haben nicht unbedingt den besten Ruf. Trotzdem will der Suchmaschinenkonzern Google dem Marktführer Cewe jetzt Konkurrenz machen. Ein Test.

Behäbig versucht der dicke Zeigefinger die dünne Linie auf dem Display zu treffen – das Foto soll kleiner und quadratisch statt rechteckig werden. Der Text soll weiter nach rechts und das Bild auf der linken Buchseite soll auf der gleichen Höhe starten wie das auf der rechten Seite. Aber die Fingerkuppe tappt immer daneben!

Was klingt, als würde ein Kleinkind das erste Mal ein Smartphone bedienen, beschreibt, wie N-JOY Redakteurin Eva Köhler versucht, auf dem Smartphone ein Fotobuch anzulegen. Kurz: Es ist frickelig, oft nervig und im schlimmsten Fall auch noch hässlich.

Ob das immer so ist, zeigt unser Fotobuch-Test: Wir haben je ein Fotobuch von Cewe, Google und Apple bestellt und verraten, ob Google und Apple eine echte Konkurrenz für den Marktführer Cewe darstellen.

Update: Apple hat den Fotobuch-Druck mittlerweile eingestellt. Seit dem 30. September 2018 existiert die Fotobuch-Funktion für das macOS-Programm "Fotos" nicht mehr.

Cewe, Google & Apple: Fotobuch anlegen

 

Google muss sich mit Cewe messen

Jedes Jahr steigt die Zahl der verkauften Fotobücher in Deutschland weiter an. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl der verkauften Fotobücher von 1,5 Millionen (2007) auf 9,4 Millionen vervielfacht. Viele dieser Fotobücher stammen von Cewe. Der Tageszeitung "Die Welt" hat der Konzern 2015 erzählt, dass die Bestellzahlen vor allem zur Weihnachtszeit explodieren. Teils 35.000 Bücher pro Woche habe das Unternehmen kurz vor dem Fest am zweitgrößten Standort von damals insgesamt elf Standorten produziert - normal seien 16.000 Bücher pro Monat. Der Fotodienstleister aus Oldenburg sei der größte Europas, schreibt die Tageszeitung. Klar also, dass sich die Fotobücher von Google - und bis vor kurzem auch die von Apple - an der Konkurrenz aus Norddeutschland messen lassen müssen.

 

Cewe: So sieht das Fotobuch aus

Das Cover des Buches glänzt, ein dicker schwarzer Strich rahmt die Fotos ein - auf dem Cover, aber auch auf den einzelnen Seiten im Buch. Das Papier des Softcover-Fotobuchs ist dick und fühlt sich beim Blättern hochwertig an.

Aber: Das Buch sieht nicht so richtig hochwertig aus. Die schwarzen Rahmen um die Fotos nehmen dem Buch die Eleganz. Diese schwarzen Ränder sind beim Testen offenbar versehentlich ins Layout gerutscht. In den Standardeinstellungen seien die schwarzen Striche nicht vorhanden, teilte Cewe mit. Bilder, die beim Erstellen in der App über die ganze Seite des Buches gezogen waren, wurden bei der Produktion auf die Größe der Buchseiten angepasst und mit einem weißen Rand versehen. Bei einigen Seiten ist es uns in der Redaktion nicht gelungen, zwei Bilder symmetrisch auf gegenüberliegende Seiten zu platzieren. Deswegen ist der Abstand vom Foto zum Rand auf einer Doppelseite teils unterschiedlich. Auch die Texte, die wir innerhalb des Buches als Ergänzung platziert haben, wirken aufgrund der vielen unterschiedlichen Orte und Schriftgrößen unordentlich.

Cewe besticht mit Vielfalt: Der Grund für den uneinheitlichen Look des Buches ist die Freiheit, die Cewe seinen Nutzern bei der Gestaltung der Bücher ermöglicht. Cewe verlangt seinen Kunden mit den vielen kleinen Einstellungsmöglichkeiten viel ab: Der Nutzer muss penibel darauf achten, ob die Fotos mittig sitzen, ob Schriftgröße und -art identisch sind und ob die Schriften auf der gleichen Höhe liegen. Diese Freiheit kann für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch sein.

Unsere Tipps:
1. Cewe Fotobücher besser auf dem Rechner entwerfen und genau hinschauen.
2. Nicht für "Ich gestalte mal schnell ein Fotobuch"-Situationen geeignet.

Update: Cewe bietet für das einfache und schnelle Erstellen von Fotobüchern auf dem Smartphone eine eigene App: Fotobuch Pure. Außerdem war in einer früheren Version des Artikels der Anschein erweckt worden, die schwarzen Rahmen um die Fotos seien standardmäßig eingestellt. Dem ist nicht so.

Google: So sieht das Fotobuch aus

Matt, handlich, einheitlich: Googles Softcover-Fotobuch wirkt auf den ersten Blick elegant. Die Standardgröße des Buchs (18 x 18 Zentimeter), die Farben, das Papier - alles vermittelt den Eindruck: 'Ja, genauso muss es ein'.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn diesen Effekt verdankt Google dem festgelegten Design seiner Bücher. Das Format ist quadratisch, die Bilder können in drei Varianten eingespielt werden: im Original-Format (Hoch/Quer), quadratisch mit Rahmen, quadratisch über die komplette Seite. Wer seinem Foto einen Untertitel hinzufügen will, kann das nur in einer einzigen Schriftart und Schriftgröße machen. Mehr Auswahlmöglichkeiten existieren nicht. Das bedeutet: Jedes Bild sitzt an der gleichen Stelle auf einer Seite, die Texte sind mittig und immer auf der gleichen Höhe. Das Google Fotobuch ist durchgestaltet, das Design ist optimiert - deswegen wirkt das Buch fertig, rund, schön, elegant.

Der Nachteil: Jedes Fotobuch wird ähnlich aussehen, der Nutzer selbst hat nur minimale Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Vorteil: Die Fotobücher sehen gut aus, wirken qualitativ hochwertig und lassen sich in nur wenigen Minuten auf dem Smartphone direkt in der Foto-App oder im Browser erstellen.

 

Apple: Das Fotobuch, das es nicht mehr gibt

Es ist das einzige Hardcover-Buch im N-JOY Test - ein Versehen beim Bestellen - und auch das einzige, das auf dem Rechner erstellt wurde.

Eines der letzten: Das während des Tests bestellte Buch ist gleichzeitig auch eines der letzen seiner Art. Denn kurz nachdem wir das Apple Fotobuch bestellt haben, hat der Konzern den Fotobuch-Dienst gestoppt. Seit Ende September werden keine Bücher mehr gedruckt.

Das ist schade, denn das Fotobuch wirkt hochwertig, ermöglicht den Nutzern eine recht große Vielfalt bei der Gestaltung, sichert gleichzeitig aber ein einheitliches Layout, sodass dem Buch die Eleganz und der hochwertige Eindruck erhalten bleibt.

Bis auf kleine Schönheitsfehler wie einem weißen Strich auf dem Cover hat Apple einen guten Mittelweg zwischen den Angeboten von Cewe und Google geboten.

 

Fazit: Cewe oder Google - wer hat das bessere Fotobuch?

Einen eindeutigen Sieger kann es bei diesem Vergleich nicht geben. Die Frage ist vielmehr: Was erwartet ihr von einem Fotobuch?

Wollt ihr, dass es einfach funktioniert, hübsch ist und möglichst wenig Arbeit macht? Dann ist das Google Fotobuch (im Bild mittig) für euch die bessere Wahl. Die Bedienung der App ist - auf allen Geräten - sehr einfach und das Ergebnis sieht gut aus. Außerdem: Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Wenn ihr ein sehr individuelles Fotobuch gestalten möchtet, Zeit habt und ein wirklich gutes Auge für Design und Layout: Dann versucht es mit Cewe (links im Bild). Der Anbieter lässt dem Nutzer viele Freiheiten, fordert aber auch ein, dass er sich sehr genau mit dem Produkt beschäftigt. Die Gefahr der Freiheit: Das Ergebnis kann - zum Beispiel wegen der schwarzen Ränder - enttäuschend sein.

 

Google vs. Cewe: Die Zahlen im Überblick

GoogleCewe
Für welche Geräte?Smartphone + RechnerSmartphone + Rechner
Buchseiten min.2026
Buchseiten max.10098
Art des BuchesHard-/SoftcoverHard-/Softcover
Preis ab ...  (Softcover)12,99 Euro7,95 - 30,45 Euro (verschiedene Formate)
Preis ab ...  (Hardcover)22,99 Euro24,95 - 129,95 Euro (verschiedene Formate)
Größe (Softcover)18 x 18 cm14 x 13 bis 38 x 29 cm (9 Größen)
Größe (Hardcover) 23 x 23 cm19 x 15 bis 38 x 29 cm (7 Größen)
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Dieses Thema im Programm:

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