Stand: 20.02.2019 21:00 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Galaxy S10: Aufgemöbelt statt neugemacht

Drei Modelle, drei Kameras auf der Rückseite und ein Fingerabdruckscanner im Display: In der zehnten Version des Galaxy-S-Modells steckt nur wenig Innovation. Dennoch will das Unternehmen aus Südkorea "die Zukunft entfalten".

Jubelndes Publikum und ein zufriedener Samsung-Chef. Als DJ Koh die Bühne in San Francisco betritt, weiß er, dass sein Publikum nur wenige Augenblicke zuvor eine Innovation bestaunen durfte. Samsung hat sein erstes faltbares Smartphone gezeigt und Koh zieht es aus der Tasche. Doch der Chef ist nicht auf der Bühne um das Galaxy Fold vorzustellen, er lenkt die Aufmerksamkeit auf das Traditionsmodell: die neuen Versionen der Galaxy-S-Reihe. Wirklich viel Neues, zeigt Samsung bei der Präsentation der "Galaxy-S10"-Reihe aber nicht. Der überwiegende Teil der Informationen kursierte bereits vorab im Netz.  

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Galaxy S10: Diese Modelle gibt es! 

Es soll ein Dreiklang sein: Das Galaxy S10e, das Galaxy S10 und das Galaxy S10 Plus unterscheiden sich vor allem in Details. So variiert die Größe des Displays zwischen 5,8 Zoll (S10e), 6,1 Zoll (S10) und 6,3 Zoll (S10 Plus). Der Preis wächst mit der Größe des Displays, sodass das günstigste Gerät bei knapp 750 Euro liegt, das S10 bei einem Preis von 899 Euro beginnt und das teuerste Modell bei 1.250 Euro startet. Höchstpreis? Knapp 1.600 Euro. Auch die technische Ausstattung und der Speicherplatz verändern sich mit der Displaygröße. Bei den Farben hingegen ist klar: Alle Geräte gibt es in schwarz und in weiß. Das S10 und das S10e können Nutzer außerdem in blau und grün bestellen. Gelb ist allein für das S10e vorbehalten.

Samsung Galaxy S10: Die Kamera 

Eine neue Regel bei der S10-Reihe: Je größer das Display, desto mehr Kameras stecken in dem Gerät. Das Galaxy S10e bietet eine Dualkamera auf der Rückseite mit je einer 12- und einer 16-Megapixel-Kamera und eine einfach Linse (10 MP) auf der Vorderseite. Beim Galaxy S10 setzt der Konzern auf die gleiche Selfiecam wie bei der kleinen Schwester, spendiert dem mindestens 150 Euro teureren Gerät auf der Rückseite jedoch drei Linsen mit zwei 12- und einer 16-Megapixel-Kamera. Beim Galaxy S10 Plus gibt es insgesamt sogar fünf Linsen. Drei für die Kamera auf der Rückseite und zwei (10- und 8-Megapixel) für die Selfiecam.

Die Kameras sollen bessere Panorama-Aufnahmen machen und Fotografieren wie mit Profi-Ausrüstung ermöglichen: das versprechen die Werbesprüche bei der Präsentation. Wie gut die Bilder der neuen Kameras tatsächlich sind, müssen die Tests zeigen. Und erst dann wird sich herausstellen, ob Samsungs Dreifach-Kamera der des Konkurrenten Huaweis über- oder unterlegen ist.  

Stille Revolution: Der Speicherplatz im Galaxy S10 Plus 

Selbst der Speicherplatz wächst mit der Bildschirmdiagonale, sodass in der kleinsten Version des Galaxy S10e 128 Gigabyte oder 256 Gigabte Speicherplatz für Fotos, Bilder und Chats zur Verfügung stehen. Beim Galaxy S10 lässt Samsung dem Käufer die Wahl zwischen 128 GB oder 512 GB. Doch wer ein halbes Terrabyte Speicherplatz möchte, der bezahlt 250 Euro mehr. Das größte und teuerste Modell der diesjährigen "Galaxy-S"-Reihe bietet dem Nutzer einer 512-GB-Speicherplatz-Version. Wem das nicht ausreicht, für den baut der Hersteller sogar 1.000 Gigabyte Speicherplatz in das Gerät ein. Kosten für diesen Speicherplatz-Luxus? Knapp 1.600 Euro. Den Speicherchip, der das ermöglicht, hat der südkoreanische Konzern selbst entwickelt. Er ist nur knapp eineinhalb Zentimeter groß und ein Grund dafür, dass der Satz "Mein Smartphone-Speicher ist voll" langfristig wohl aussterben wird.  

Galaxy S10: Was steckt in den Geräten?  

Finger auf das Display - und das Telefon ist entsperrt: Samsung geht beim Fingerabdruckscanner neue Wege. So verbaut der Hersteller in den Galaxy S10- und S10-Plus-Modellen einen Ultraschall-Fingerabdruck-Scanner im Display und schließt damit zu Herstellern wie Huawei und One Plus auf. Beim Fingerabdruckscanner des S10e hat sich Samsung offenbar von Sony inspirieren lassen und ihn auf der Seite des Geräts eingebaut.

Auch bei der Größe des Arbeitsspeichers scheint Samsung sich an der Konkurrenz orientiert zu haben: zwischen 6 und 12 Gigabyte RAM sitzen in den neuen Telefonen und sollen ruckelfreies Spielen und Arbeiten ermöglichen. Als Marketinghelden hat sich Samsung in diesem Jahr das kabellose Laden auserwählt. So lassen sich die Geräte nicht nur drahtlos aufladen; die Rückseite des Smartphones selbst kann als Ladefläche genutzt werden und so beispielsweise Kopfhörer mit der kabellosen Ladetechnologie aufladen. Passende Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer liefert Samsung direkt beim Kauf mit: Sie heißen "Galaxy Buds".  

Galaxy Buds: Samsung stellt neue Kopfhörer vor 

Zwei Knöpfe, eine Ladeschale, kein Kabel: Bereits seit 2016 bietet Samsung mit der Kopfhörer-Linie Icon X Bluetooth-Kopfhörer an. Jetzt ändert Samsung mit den "Galaxy Buds" den Namen, während das Design sich nur wenig verändert. Die Galaxy Buds sollen knapp 150 Euro kosten und sich kabellos aufladen lassen.  

Fazit: Ein Smartphone für Normalsterbliche mit viel Geld 

Samsung gegen Apple: Dieser Kampf schwelt in der Smartphone-Gemeinde bis heute. Vor allem die Verfechter von bezahlbarer Technik tummeln sich um Samsungs Geräte. Doch der Konzern scheint sich langsam abzuwenden und sich sogar an Apples Produktklassen zu orientieren. So führt Samsung mit dem Galaxy S10e eine "kleine" vermeintlich "günstige" Version seines Flaggschiff-Modells ein, verbaut hier vor allem bekannte Technologien und fordert von seinen Fans gleichzeitig den Preis für ein Spitzenklasse-Smartphone. Ähnlich hat Apple mit dem iPhone XR im September 2018 seine Produktreihe erweitert.

Samsung scheint sich bei der Galaxy-S-Reihe auf viel Altbekanntes zu berufen, Marketing-Strategien bei Apple abzukupfern und nach dem Motto "Never change a running system" (dt. "Verändere niemals ein funktionierendes System") drei neue, solide Smartphones entwickelt zu haben, die sich unauffällig in die bekannte Smartphone-Welt integrieren. Zum zehnten Geburtstag der Galaxy-S-Reihe hat Samsung den Spagat versucht: zwischen Althergebrachtem, Gewohntem und der Innovation.

 

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