Stand: 07.05.2018 12:41 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Galaxy S9: Samsungs Flaggschiff im Test

Das perfekte Foto - das verspricht Samsung den potenziellen Käufern des neuen Flaggschiffs Galaxy S9. Wir haben das neue High-End-Telefon ausprobiert und zeigen, ob die Kamera dieses Versprechen wirklich einhält.

Schau mir in die Linse, Kleines - schon beim Entsperren leuchtet ein rotes Licht am oberen Rand des Smartphones auf. Der "Intelligent Scan" - eine Mischung aus Gesichts- und Iris-Scan - bittet um die Aufmerksamkeit des Nutzers.

Galaxy S9 entsperren: Gesicht, Fingerabdruck, Muster, PIN

Erkennt das Smartphone das Gesicht und die Augen des Eigentümers, entsperrt es sich. In unserem Test funktioniert die Funktion sowohl draußen bei strahlendem Sonnenschein als auch in dunklen Räumen problemlos. Doch Samsung bietet mehr als eine Entsperrmöglichkeit. Wer will, kann das Gerät auch klassisch per Fingerabdruck, Muster, Passwort oder PIN sichern.

Samsung Galaxy S9: Grell und überzeichnet

Die Kamera steht im Mittelpunkt des Galaxy S9. Sie soll als erweitertes Gedächtnis die schönsten Momente einfangen und speichern. Um dieses Versprechen wahr werden zu lassen, hat Samsung eine 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 8-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite verbaut. Doch nicht immer gelingen die Fotos.

Bei einem Abendspaziergang sollte die Linse des S9 einen Schnappschuss aufnehmen. Der Fokus sollte auf dem Baum mit den roten Blättern liegen. Doch der Versuch, den Fokus im Automatik-Modus auszuwählen, hat die Farben verfälscht (siehe Bild). Das Grün ist grell, das Sonnenlicht auf den Baumkronen kaum noch als Licht zu erkennen und das Rot der Blätter sieht überzeichnet und unnatürlich aus.

Aber: Sobald das Smartphone die volle Kontrolle über den Fokus und die Blende hat, der Nutzer also nicht in den Automatik-Modus eingreift, schießt die Kamera realistischere Fotos. Im Vergleich:

Wer hat die beste Kamera?

Samsung Galaxy S9: Und plötzlich ist alles sehr langsam

Ein zweites Highlight des Samsung-Smartphones: Die Super-Zeitlupenfunktion. Sie soll mit 960 Bildern pro Sekunde Videos aufnehmen. Die Bedienung ist relativ einfach: Auf dem Display erscheint bei einer Super-Slow-Motion-Aufnahme ein gelbes Quadrat - bewegt sich in diesem Quadrat etwas, nimmt die Kamera dies in Zeitlupe auf.

Allerdings ist es gar nicht so einfach, die Zeitlupenaufnahme im richtigen Moment starten zu lassen. Wenn die Bewegung nicht lange genug im gelben Quadrat stattfindet, startet die Slow-Motion zum Beispiel erst, nachdem das Konfetti schon auf dem Boden gelandet ist. Wenn die Aufnahme dann doch im richtigen Moment startet, sieht das so aus:

Tatsächlich ist Samsungs Super-Slow-Motion-Funktion nicht einzigartig: Auch Sony bietet zwei Geräte (das Xperia XZ Premium und das XZ2), die Super-Zeitlupen-Videos möglich machen. Im Vergleich zu Apples aktuellen iPhones ist die Slow-Motion von Samsung allerdings vier Mal langsamer und damit beeindruckender.

Augmented Reality-Emojis: Samsungs Antwort auf Apples Animojis

Die dritte Superkraft, die Samsung in sein Smartphone eingebaut hat, sind sogenannte AR-Emojis. Sie sind Samsungs Antwort auf Apples Animojis. Die funktionieren so: Der Nutzer schaut ins iPhone X, wählt ein Einhorn oder einen Hasen aus, verzieht dann das Gesicht, und das Emoji macht nach, was der Mensch vor der Linse vormacht.

Samsung geht einen anderen Weg: Der Mensch vor der Linse schießt ein emotionsloses Selfie - Mund zu, Augen auf. Das Smartphone errechnet daraus ein Comic-Ich - Kleidung, Augen, Haarfarbe können noch verändert werden. Aus dem Comic-Ich entstehen dann verschiedene menschenähnliche bewegte Emojis.

Der Vorteil von Samsungs Version: Die Emojis können auf jedem Smartphone oder Rechner angesehen und verschickt werden - weil die Gesichter im Standardformat Gif gespeichert werden. Der Nachteil im Vergleich zur Apple-Alternative: Fiese Grimassen schneiden ist hier eher schwierig. Dafür bietet Samsung allerdings Kamera-Filter an, die - ähnlich wie die bei Instagram oder Snapchat - Rahmen auf das Bild oder Brillen ins Gesicht projizieren.

Galaxy S9: Der Akku hält länger als beim Vorgänger

Im Alltagstest war der Akku recht stabil. Im Labortest der Computerbild hat der Akku des S9, der genauso groß ist wie der des Vorgänger-Modells Galaxy S8, gut abgeschnitten. "Bei typischer Nutzung ermittelte das Labor eine um 30 Prozent verbesserte Laufzeit, über 12 anstatt über 9 Stunden", schreibt das Tech-Magazin. Der US-Blog Phone Area hingegen kommt zu dem Ergebnis, dass das S9 von 13 getesteten Smartphones - unter anderem das OnePlus 5T, Das LG V30 und die iPhone 8- und X-Modelle - die kürzeste Laufzeit hat.

Fazit: Ein Flaggschiff, das die Erwartungen erfüllt

Samsungs S9 soll auf den Nutzer zugeschnitten sein und - so das Werbeversprechen - das Unmögliche möglich machen. Das ist natürlich etwas zu hoch gegriffen. Die Kamera hat teils Schwierigkeiten mit komplexen Lichtverhältnissen, schießt in der Dunkelheit aber gute Fotos. Die Emojis und die Zeitlupen-Aufnahmen sind Spielereien, die Spaß machen.

Trotzdem bleibt die Empfehlung: Wer nicht zwingend die beste Smartphone-Kamera braucht, muss nicht 660 bis 850 Euro (Stand: 4. Mai 2018) für das Gerät ausgeben, sondern bekommt auch für weniger Geld ein Smartphone, das gut durch den Alltag führt.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 07.05.2018 | 12:00 Uhr

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