Stand: 08.04.2020 14:49 Uhr

Gegen Fake News: WhatsApp schränkt Nachrichten-Weiterleitung ein

Ihr könnt eine Nachricht nicht mehr an viele Freunde weiterleiten? Das liegt daran, dass WhatsApp mit einem Limit für häufig weitergeleitete Nachrichten gegen Corona-Kettenbriefe vorgehen will. Außerdem gut zu wissen: Pfeile über Nachrichten zeigen euch an, wie oft ein Text, Bild, Video oder Audio schon weitergeleitet wurde.

Eine vielfach geteilte Sprachnachricht verbreitet einen angeblichen Zusammenhang zwischen Ibuprofen und dem Verlauf von Covid-19, ein Kettenbrief spricht von einer angeblichen Selbstdiagnose durch Luftanhalten und ein offenbar gefälschter Screenshot zeigt verkürzte Öffnungszeiten von Supermärkten: Fake News sind in der Corona-Krise ein riesiges Problem.

Oft verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen kettenbriefartig über Messengerdienste: Ein User leitet die Text- oder Sprachnachricht an viele Kontakte weiter, die die falsche News wiederum auch an viele Menschen weiterschicken. So landen Halbwahrheiten oder völlig falsche Informationen, die oft nichts als Panikmache sind, rasend schnell auf unseren Smartphones.

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Der Messenger-Dienst WhatsApp will nun gegen die Verbreitung solcher Fake News vorgehen. Zwar hat die App durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten keinen Zugriff auf die Inhalte und kann daher nicht gezielt gegen Falschinformationen vorgehen - doch zwei Funktionen sollen mehrfach weitergeleitete Nachrichten trotzdem entlarven und ihre Verbreitung verlangsamen.

WhatsApp: Pfeile zeigen Verbreitung einer Nachricht

Bereits seit längerem gibt es bei WhatsApp Markierungen für weitergeleitete Nachrichten: User sehen nicht nur, ob es sich um eine weitergeleitete Nachricht handelt, sondern bekommen auch einen Hinweis darauf, wie oft sie schon weitergeleitet wurde - und zwar durch die Anzahl der Pfeile neben dem kursiv gedruckten "Weitergeleitet".

Unser Test innerhalb des N-JOY Teams zeigt: Nachdem wir eine Nachricht sechs Mal von Person zu Person weitergeleitet haben, wurde aus einem einzigen Pfeil über der Nachricht ein doppelter Pfeil.

Außerdem zeigte die App bei einer unserer Test-Userinnen während der Weiterleitung einen Hinweis an: "Diese Nachricht wird als häufig weitergeleitet markiert". Abgesehen davon, dass wir Meldungen, die uns per WhatsApp geschickt werden, immer kritisch hinterfragen und nicht unreflektiert weiterschicken sollten, lohnt es sich also, die Anzahl der Weiterleitungspfeile und entsprechende Hinweise beim Weiterleiten im Blick zu haben. Sie können uns helfen, die Verbreitung der Nachricht besser einzuschätzen.

WhatsApp-Kettenbriefe: Weiterleitung eingeschränkt

WhatsApp verlässt sich allerdings nicht darauf, dass die User diese Hinweise im Blick haben: Eine neue Einschränkung in den Funktionen soll das maßlose Weiterleiten von Gerüchten und Falschmeldungen unterbinden. So können Nachrichten, die schon mehrfach weitergeleitet wurden, jetzt nicht mehr an viele Kontakte gleichzeitig weitergeleitet werden.

Die Zeiten, in denen bei einem Kettenbrief auf "Weiterleiten" geklickt und anschließend das ganze Telefonbuch angewählt wurde, sind also zumindest vorerst vorbei. Stattdessen konnten wir in unserem kleinen Test nach einigen Weiterleitungen nur noch eine begrenzte Anzahl von Kontakten auswählen, an die wir die Nachricht weiterschicken möchten.

Wie der Facebook-Konzern ankündigt, werden häufig weitergeleitete Nachrichten zukünftig nur noch an einen Kontakt geschickt werden können. In unserem Test konnten die meisten Teammitgliedern Nachrichten noch an bis zu fünf Freunde weiterleiten. Nur auf einem Handy waren, nachdem ein Chat zum Weiterleiten der Nachricht markiert wurde, alle anderen Chats nicht mehr anwählbar.

Nachrichten an viele Freunde weiterleiten: Komplizierter, aber nicht unmöglich

Allerdings zählt eine WhatsApp-Gruppe bei dieser Beschränkung als ein einzelner Kontakt, wodurch eine kettenbriefartige Nachricht am Ende doch an viele Menschen gleichzeitig verteilt werden kann. Außerdem können User eine Nachricht natürlich mehrfach anklicken und sie nacheinander immer wieder an einen einzelnen Freund schicken.

Trotzdem: Es ist nun umständlicher, Kettenbriefe weiterzuleiten - und so kann die Einschränkung hoffentlich dazu beitragen, dass Falschnachrichten und Halbwahrheiten sich nicht wie ein Lauffeuer verbreiten.

 

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