Stand: 11.05.2021 13:23 Uhr

Nutzungsbedingungen bei WhatsApp: Was, wenn ich nicht zustimme?

Ab dem 15. Mai sollen bei WhatsApp neue Datenschutzrichtlinien gelten. Nun hat WhatsApp in einem FAQ neue Informationen dazu veröffentlicht, was passieren soll, wenn Nutzerinnen und Nutzer bis dahin nicht zustimmen.

Sicher habt ihr bei WhatsApp auch schon einen Hinweis bekommen, der euch über neue Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien informiert.

Stimmt ihr den neuen Bedingungen zu, könnt ihr die App ganz normal weiter nutzen. Was passiert, wenn Nutzerinnen und Nutzer nicht zustimmen, hat allerdings für Fragezeichen gesorgt: Wird das Konto gelöscht? Ist die App nur noch eingeschränkt nutzbar?

Nun teilt WhatsApp mit: Stimmt ihr nicht zu, wird weder euer Account sofort am 15. Mai gelöscht noch die Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt - zumindest vorerst nicht.

WhatsApp-Nutzungsbedingungen: Was passiert, wenn wir nicht zustimmen?

Einen kleinen Puffer soll es nämlich auch nach Ablauf der Frist noch geben. Zunächst wird den Nutzerinnen und Nutzern, die den Nutzungsbedingungen bis zum 15. Mai nicht zugestimmt haben, weiterhin regelmäßig eine Erinnerung eingeblendet. Nach einigen Wochen soll dieser Hinweis laut WhatsApp dauerhaft angezeigt werden. Erst mit dieser permanenten Erinnerung soll dann die Funktionalität des Messenger-Dienstes eingeschränkt werden.

Sobald Nutzerinnen und Nutzer eine permanente Erinnerung erhalten, sollen sie demnach nur noch WhatsApp-Anrufe entgegennehmen können oder Benachrichtigungen über neue Nachrichten bekommen. Wenn sie die Benachrichtigungen aktiviert haben, können sie auch darauf tippen, um eine Nachricht zu lesen oder zu beantworten. Der Zugriff auf die Chatliste soll dann hingegen nicht mehr möglich sein. Nach ein paar Wochen sollen auch die Benachrichtigungen verstummen, das Konto wird stillgelegt.

WhatsApp: Werden Konten gelöscht?

WhatsApp betont, dass die Konten erst mal bestehen bleiben. Wer den neuen Nutzungsbedingungen nach dem 15. Mai zustimmt, soll WhatsApp also anschließend wieder nutzen können. Laut dem Magazin t3n sollen inaktive Konten aber weiterhin nach 120 Tagen gelöscht werden.

Ursprünglich sollten WhatsApp-User den Änderungen schon bis zum 8. Februar zustimmen. Mit der Fristverlägerung reagierte WhatsApp auf die Kritik von Nutzerinnen und Nutzern, die in den vergangenen Wochen verstärkt andere Messenger-Dienste ausprobiert haben.

Datenaustausch mit Facebook

In den viel diskutierten neuen AGB geht es vor allem um den Datenaustausch mit Facebook, zu dessen Konzern WhatsApp seit 2014 gehört. Mit den neuen Richtlinien hat Facebook die Möglichkeit, noch mehr Daten abzugreifen und zu nutzen, um zum Beispiel die "Produkterlebnisse auf Facebook zu verbessern" oder euch "interessantere Facebook-Anzeigen zu zeigen". Diese Neuerung gilt allerdings nur für Nutzerinnen und Nutzern außerhalb der EU und Großbritanniens.

Für uns in Europa gibt es eine eigene Datenschutzrichtlinie, in der es heißt: "Keine der Informationen, die WhatsApp auf dieser Grundlage weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden." Laut der Verbraucherzentrale bedeutet das: WhatsApp kann Nutzerdaten mit anderen Unternehmen des Facebook-Konzerns austauschen, diese dürfen aber zum Beispiel nicht dafür genutzt werden, Werbeanzeigen zu personalisieren.

An der Privatsphäre und Sicherheit – vor allem an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – soll sich laut WhatsApp nichts ändern. Auch Kontakte sollen nicht etwa mit Facebook geteilt werden. Für WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland soll also erst mal alles beim Alten bleiben.

WhatsApp ist verpflichtet, auf neue Datenschutzrichtlinien hinzuweisen

Früher haben WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer den Nutzungsbedingungen bei der Installation der App einmalig zugestimmt. Allen darauffolgenden Änderungen an den Bestimmungen haben sie quasi passiv ihr Einverständnis gegeben, indem sie den Messenger weitergenutzt haben.

Seit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU ist WhatsApp dazu verpflichtet, uns auf neue Datenschutzrichtlinien hinzuweisen. Apps dürfen demnach nicht einfach grundlegende Dinge in ihren Richtlinien ändern, ohne darauf aufmerksam zu machen.

Zukünftig will WhatsApp euch bei Änderungen über sogenannte "In-App Announcements" informieren - WhatsApp schickt euch dann quasi selbst eine WhatsApp-Nachricht, sobald es etwas Neues gibt. Auch dafür braucht WhatsApp eure Zustimmung.

 

Weitere Informationen

26 versteckte WhatsApp-Tricks

Schriftart ändern? Fett und kursiv schreiben? Sprachnachrichten abhören, bevor ihr sie sendet? Kein Problem! Wir verraten euch, wie ihr noch mehr versteckte WhatsApp-Funktionen nutzt. mehr

Pop-Up-Fenster beim Surfen: Das solltet ihr über Cookies wissen

Cookies - als süßer Snack ein Traum, beim Surfen im Internet aber absolut nervig. Warum es sie überhaupt gibt - und welche Cookies ihr zulassen oder besser ablehnen solltet. mehr

WhatsApp: Die neuen Hintergründe sind da

Ein eigener Hintergund für den Liebsten oder die Familie? Ein Urlaubsbild als Wallpaper für schöne Gedanken beim Chatten oder eine schlichte Farbe für alle Chats? Das geht mit dem neuen WhatsApp-Update! mehr

Selbstzerstörende Nachrichten: Neue WhatsApp-Funktion kommt

Dass WhatsApp eine Funktion plant, durch die sich Textnachrichten sowie Bilder und Videos nach einer gewissen Zeit automatisch löschen, ist schon länger bekannt. Jetzt steht die Funktion offenbar kurz vor dem Release. mehr

WhatsApp: Web-Version soll neues Feature bekommen

Über den Computer oder Laptop per Sprach- oder Videoanruf mit den eigenen WhatsApp-Kontakten sprechen? Laut "WABetaInfo" könnte eine solche Funktion schon in den nächsten Wochen kommen. mehr

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 19.01.2021 | 06:40 Uhr

Multimedia - Neues aus der digitalen Welt

Welches Video ist angesagt? Was gibt's Neues von Facebook? Auf welche Technik-Highlights können wir uns freuen? In der Netzwelt gibt's topaktuell News und Hintergrundwissen aus der digitalen Welt. mehr

N-JOY
#

Lieblingssong? Teilen!
Achtung. Beim Klick auf das Facebook-Icon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Dabei werden bereits Daten an Facebook übertragen.
Songtitel posten: Facebook
12:00 - 15:00 Uhr  [Webcam]