Stand: 25.02.2021 12:59 Uhr

Nutzungsbedingungen bei WhatsApp: Wer nicht zustimmt, ist raus?

Ab dem 15. Mai sollen bei WhatsApp neue Datenschutzrichtlinien gelten. Was genau sich ändert, was Facebook damit zu tun hat und was passiert, wenn ihr bis dahin nicht zustimmt.

Sicher habt ihr bei WhatsApp auch schon einen Hinweis bekommen, der euch über neue Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien informiert. Stimmt ihr zu, könnt ihr die App ganz normal weiter nutzen. Stimmt ihr nicht zu, könnt ihr WhatsApp ab dem 15. Mai 2021 nur noch eingeschränkt nutzen.

Ursprünglich sollten WhatsApp-Nutzer den Änderungen schon bis zum 8. Februar zustimmen. Mit der Fristverlägerung reagierte WhatsApp auf die Kritik von Nutzerinnen und Nutzern, die in den vergangenen Wochen verstärkt andere Messenger-Dienste ausprobiert haben.

WhatsApp-Nutzungsbedingungen: Was passiert, wenn wir nicht zustimmen?

Ab dem 15. Mai sollen Nutzerinnen und Nutzer, die den Nutzungsbedingungen nicht zustimmen, nur noch WhatsApp-Anrufe entgegennehmen können oder Benachrichtigungen über neue Nachrichten bekommen. Lesen können sie diese Nachrichten allerdings nicht mehr, auch das Verschicken von Nachrichten soll nicht mehr möglich sein. Nach einiger Zeit sollen auch die Benachrichtigungen verstummen, das Konto wird stillgelegt.

Üblicherweise löscht WhatsApp inaktive Konten nach 120 Tagen. Dies soll in diesem Fall offenbar nicht passieren: WhatsApp betont, dass die Konten bestehen bleiben. Wer den neuen Nutzungsbedingungen nach dem 15. Mai zustimmt, kann WhatsApp also anschließend wieder nutzen.

Datenaustausch mit Facebook

In den viel diskutierten neuen AGB geht es vor allem um den Datenaustausch mit Facebook, zu dessen Konzern WhatsApp seit 2014 gehört. Mit den neuen Richtlinien hat Facebook die Möglichkeit, noch mehr Daten abzugreifen und zu nutzen, um zum Beispiel die "Produkterlebnisse auf Facebook zu verbessern" oder euch "interessantere Facebook-Anzeigen zu zeigen". Diese Neuerung gilt allerdings nur für Nutzerinnen und Nutzern außerhalb der EU und Großbritanniens.

Für uns in Europa gibt es eine eigene Datenschutzrichtlinie, in der es heißt: "Keine der Informationen, die WhatsApp auf dieser Grundlage weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden." Laut der Verbraucherzentrale bedeutet das: WhatsApp kann Nutzerdaten mit anderen Unternehmen des Facebook-Konzerns austauschen, diese dürfen aber zum Beispiel nicht dafür genutzt werden, Werbeanzeigen zu personalisieren.

An der Privatsphäre und Sicherheit – vor allem an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – soll sich laut WhatsApp nichts ändern. Auch Kontakte sollen nicht etwa mit Facebook geteilt werden. Für WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland soll also erst mal alles beim Alten bleiben.

WhatsApp ist verpflichtet, auf neue Datenschutzrichtlinien hinzuweisen

Früher haben WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer den Nutzungsbedingungen bei der Installation der App einmalig zugestimmt. Allen darauffolgenden Änderungen an den Bestimmungen haben sie quasi passiv ihr Einverständnis gegeben, indem sie den Messenger weitergenutzt haben.

Seit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU ist WhatsApp dazu verpflichtet, uns auf neue Datenschutzrichtlinien hinzuweisen. Apps dürfen demnach nicht einfach grundlegende Dinge in ihren Richtlinien ändern, ohne darauf aufmerksam zu machen.

Zukünftig will WhatsApp euch bei Änderungen über sogenannte "In-App Announcements" informieren - WhatsApp schickt euch dann quasi selbst eine WhatsApp-Nachricht, sobald es etwas Neues gibt. Auch dafür braucht WhatsApp eure Zustimmung.

 

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