Stand: 14.11.2018 10:00 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

OnePlus 6T: Das Smartphone mit einem Funken Magie

Eine Dualkamera auf der Rückseite und ein Fingerabdruckscanner im Display: Das neue OnePlus 6T kann für einen Preis von 580 Euro viel. Im N-JOY Alltagstest zeigt es aber eine Schwäche.

Der Daumen berührt das Display, genau dort, wo ein grünes Muster leuchtet. Ein Kreis aus vielen kleinen einzelnen Punkten formiert sich. Die Partikel schweben wie Elektronen im Modell eines Atomkerns um die Fingerspitze auf dem Bildschirm. Im nächsten Moment ist der Zauber vorbei. 

Der Fingerabdruckscanner hat seinen Job erfolgreich erledigt. Das ist fast überraschend, denn OnePlus hat den Scanner mitten im Display verbaut - eine Technologie, die Huawei zwar bereits einsetzt, die Apple und Samsung aber bisher in keinem ihrer Smartphones anbieten. 

Das Display ist also innerhalb weniger Augenblicke entsperrt. Jetzt soll der Rest des Smartphones zeigen, was es kann. 


OnePlus 6T: Das bietet das Smartphone

OnePlus ist ein chinesischer Smartphone-Hersteller, der auf viel Technik, einen normalen Preis und Minimalismus bei der Modellvielfalt setzt. Das neue Modell gibt es ab 550 Euro. Es verfügt über mindestens 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, 128 GB Speicherplatz, eine Dual-Kamera mit je einer 16- und 20 Megapixel-Linse und einen großen Akku (3.610 mAh), der das Smartphone bei normaler Nutzung locker einen bis eineinhalb Tage ohne Aufladen überleben lässt. Außerdem hat es einen Hochleistungsprozessor (Snapdragon 845), mit dem auch Samsung seine Flaggschiffe Galaxy S9 und Note 9 ausgestattet hat.

Minimalismus zeigt der Hersteller bei den Modellvarianten: Jedes Jahr gibt es zwei Modelle - in diesem Jahr das OnePlus 6 (März 2018) und das Update-Modell One Plus 6T, das seit dem 6. November in den Ladenregalen steht. Außerdem gibt es das OnePlus nur in einer Display-Größe (6,4 Zoll) und in drei Farben: Schwarz (Mirror Black), Schwarz (Midnight Black) und Lila (Thunder Purple). 

OnePlus 6T: Die Kamera im Test

Hardware beim OnePlus 6T: Viel hilft viel?

Das Motto des Herstellers "Never Settle" heißt soviel wie "niemals nachlassen". In der Praxis bedeutet das, dass in einem OnePlus-Smartphone häufig übertrieben viel Technik steckt:

  • mehr Arbeitsspeicher (mindestens 6 GB statt 4 GB wie beim Samsung Galaxy S9)
  • mehr Speicherplatz (mindestens 128 GB statt 64 GB wie bei Samsungs Galaxy S9)
  • ein schnellerer Prozessor (Snapdragon 845 statt 835 wie beim Google Pixel 2)
  • eine Kamera mit zwei Linsen, wie sie bei den High-End-Modellen der meisten Handy-Hersteller mittlerweile Standard ist.

Der Hersteller hat außerdem einen sogenannten Notch ins Display eingebaut: Eine Display-Aussparung in Wassertropfenform umrandet die Selfie-Kamera, ansonsten besteht die Vorderseite nur aus Display.

Viel Technik, akzeptabler Preis

Diese schiere Masse an Hardware hat der Hersteller in den ersten Modellen für sehr kleine Preise angeboten. Das One Plus 2 kostete vor dreieinhalb Jahren 350 Euro, während das damals aktuelle Galaxy S6 mindestens 700 Euro kostete. Die Kritik an den neueren Modellen lässt sich in einer Überschrift zusammenfassen: "OnePlus macht Schluss mit billig". Kritik, der kaum zu widersprechen ist.

Trotzdem: Neue Flaggschiffe von Apple, Samsung, Google und Huawei kosten zwischen 800 und 1.250 Euro - OnePlus hat seine Preise damit offenbar nur dem Markt angepasst. Im Vergleich zu den Geräten von Samsung bleiben die Preise bei OnePlus-Geräten außerdem meist vergleichsweise stabil. So kostete das OnePlus 6 zum Marktstart im März 519 Euro, der aktuelle Preis liegt bei 490 Euro.

Auch das neueste Modell überzeugt mit Geschwindigkeit, läuft flüssig und erreicht, wie verschiedene Kritiken zeigen, selbst in den Geschwindigkeitsmessungen (Benchmarktests) die Spitzengruppe. Die Kamera schießt gute Fotos, das Design wirkt elegant und der Akku hält. Auch das Magazin t3n schreibt, es gäbe nur wenige Schwächen. Diese liegen vor allem in Funktionen, die das Gerät nicht hat.

OnePlus 6T: Diese Funktionen fehlen

So hat OnePlus dieses Mal auf den Kopfhöreranschluss verzichtet und die Technologie für drahtloses Laden gestrichen. OnePlus erklärt das fehlende Feature damit, dass es aktuell keinen großen Mehrwert biete. Sollte das kabellose Laden in Zukunft nützlicher werden, würde der Hersteller es wieder einbauen.

Der dritte Kritikpunkt ist der fehlende SD-Karten-Steckplatz. OnePlus bietet statt dieser Speichererweiterungsoption traditionell einen zweiten Platz für eine SIM-Karte an. Im Gegenzug stattet der Hersteller seine Geräte mit ausreichend Speicherplatz aus - weniger als 128 GB gibt es nicht zu kaufen.

Software: Android mit praktischen Zusatzfunktionen

Das OnePlus 6T ist ein High-End-Gerät mit einem leicht veränderten Android-System. Die kleinen Änderungen sind vor allem Zusatzfunktionen. Die beiden Highlights im Test:

Der "App Locker" sichert Apps mit einer Fingerabdruckabfrage, sodass Fremde, Freunde oder Kollegen nicht alle eure Apps nutzen können, wenn sie euer Smartphone in der Hand haben. In den Einstellungen legt ihr fest, welche Apps sich nur mit einem Fingerabdruckabgleich öffnen lassen sollen. Ein Vorschlag: Mails, Fotos, WhatsApp-Chats.

Abschalten, während ihr schlaft: Bei OnePlus-Smartphones könnt ihr hinterlegen, wann sich das Gerät ausschalten soll. Es ist dann nicht nur stummgeschaltet, sondern aus. Morgens, wenn der Wecker klingelt, schaltet sich das Smartphone wieder ein und ist einsatzbereit.

Fazit: Schnelles Smartphone, solide Kamera

Das OnePlus 6T-Modell für 579 Euro (8 GB RAM, 128 GB Speicher) überzeugt im Alltagstest bei N-JOY in fast allen Bereichen: Display, Geschwindigkeit, Speicherplatz, Akku, Optik. Zwei Kritikpunkte gibt es trotzdem: Der 6,4 Zoll große Bildschirm lässt sich nur schwer mit einer Hand bedienen und die Kamera offenbart, wenn man wirklich danach sucht, kleine Schwächen, die in der Alltagsnutzung aber wohl kaum auffallen.

Kurz: Wer ein High-End-Smartphone sucht, dafür aber zum Marktstart möglichst wenig Geld ausgeben möchte, sollte das OnePlus 6T zumindest in Betracht ziehen.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 14.11.2018 | 12:00 Uhr

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