Stand: 19.10.2016 16:51 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Playstation VR: Achtung, Übelkeit im Anmarsch

"Oh krass, ich hab Brüste!" Wer Sonys neue Playstation-Brille für die virtuelle Realität aufsetzt, bekommt, zumindest im Falle der Männer, gleich mal ein neues Geschlecht verliehen. Im Weltraum-Shooter "Eve: Valkyrie" steuert ihr nämlich als Frau das Raumschiff. Wir haben die Playstation VR mit euren N-JOY Moderatoren getestet.

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Kurzüberblick: Das lest ihr hier

  • Im ersten Moment: Wow. Danach folgt schnell die Motion Sickness. Den Spielern wird übel.
  • Die PlayStation VR ist Einsteiger-Modell für Hardcore-Zocker, aber kein Schnäppchen.
  • Die Grafik ist überschaubar, dafür laufen die Spiele ruckelfrei.
  • Kabelsalat beim Aufbau und auch während des Spielens kann das Kabel, das das Headset mit der Konsole verbindet, stören.
  • Unsere Einschätzung lest ihr ganz unten im Text.

Alles ist schwarz, der Raum in dem man steht, verschwindet. Wenige Zentimeter vor den Augen sitzt der Bildschirm, darauf sind Spiele zu sehen. Ein Weltraum-Shooter, ein Rennspiel, ein futuristisch aussehender Raum, in dem man aus viereckigen Klötzchen Türme baut oder tief ins Meer hinab fährt, um die animierte Tiefseewelt zu bestaunen. Es sind die Demo-Versionen, die Sony zur Playstation VR kostenlos mitliefert.

Playstation VR flasht beim ersten aufsetzen: "Uiii, was kostet die denn?"

Beim ersten Aufsetzen überrascht die Brille Nina und Haacke aus dem N-JOY Nachmittag: "Das ist ja geil!", "Uiii, was kostet die denn?" oder "Ich brauch' das!", ploppt aus ihren Mündern. Im ersten Moment überwältigt die neue Technik, bei der sich der Spieler mit nur einer Kopfbewegung umdrehen und die ganze Spiele-Welt bestaunen kann.

Dann kommt die Steuerung ins Spiel: Wer häufig zockt, vor allem mit Konsole, gewöhnt sich in wenigen Minuten an die Steuerung mit dem Standard-Controller. Vor allem Nicht-Gamer haben aber zumindest zu Beginn Schwierigkeiten. Denn der Controller wird nur teilweise auf dem Bildschirm der Brille angezeigt. Wer nicht weiß, wo die Tasten R1, X oder L2 sitzen, wird am Anfang viel Zeit mit dem Auf- und Absetzen der Brille verbringen.

Wer sich daran gewöhnt hat, kann starten. Grafik-Highlights dürft ihr allerdings nicht erwarten. Man merkt deutlich, dass die Entwickler die Qualität etwas nach unten geschraubt haben, um ein flüssiges und auch beim Umgucken in der virtuellen Realität möglichst ruckelfreies Spielvergnügen zu liefern. Das Adrenalin strömt trotzdem: Denn was man sieht, wird im Kopf schnell real. Klar, dass das Herz rast, die Hände zittern, der Kopf zurück zuckt, wenn das Auto mit 100 km/h gegen die Leitplanke prallt.

Bei eurer N-JOY Moderatorin Nina bewegt sich der ganze Körper während sie durchs Weltall fliegt.
Rennspiel sorgt für Übelkeit

Schnell ist der Schock vorbei - mit dem Controller zurücksetzen und weiter geht's. Dann wartet der nächste Gefühlsausbruch: "Boah, ich muss abbrechen", erklärt Haacke nach wenigen Rennspiel-Sekunden. Nina hingegen zieht das erste Rennen fast bis zur Ziellinie durch. Dann legt auch sie abrupt den Controller weg und nimmt die Brille vom Kopf. Beiden ist während des Rennens übel geworden. Und auch fast allen anderen Testern aus der Redaktion hat die sogenannte Motion Sickness, das Übelkeitsgefühl, das VR-Brillen und -Spiele ähnlich wie Lesen im Auto auslösen können, das Rennerlebnis vermiest. Nur wenige der Tester, darunter euer N-JOY Graf Philipp von Kageneck und Jens Hardeland aus eurer N-JOY Morningshow, rasten frei von Übelkeitsgefühlen über die Strecke.

Kabelsalat stört beim Spielen

Doch bei der Playstation VR geht es nicht nur um das, was auf dem Brillen-Bildschirm passiert. Auch die Umgebung ist wichtig. Die Spieler brauchen Platz, um sich frei zu bewegen. Wer beim Kopfball-Training zu hoch oder zu weit hüpft, landet schnell im Wohnzimmertisch und kann, wenn alles schiefgeht, sogar die Konsole vom Tisch reißen. Denn die Playstation VR ist - wie auch alle anderen Gaming-VR-Brillen - per Kabel mit der Konsole verbunden. Leider ist das auch nicht das einzige Kabel. Die Playstation VR bringt gleich eine ganze Kabel-Familie mit. Insgesamt fünf Kabel führen von dem mitgelieferten Zusatzprozessor zur Playstation 4, zur Kamera, zum Headset. Trotzdem klappt der Aufbau mit ein wenig Steckerverständnis in etwa 10 bis 15 Minuten.

Kopfball mit VR-Brille: Christan Haacke aus eurem N-JOY Nachmittag holt Schwung für den Sprung. Aber Vorsicht, Kabel.
Playstation VR einrichten: Ein bisschen Probieren und Testen

Die größte Lehre aus dem Test: Beim Einrichten des Headsets ist etwas Rumprobieren und Testen gefragt. Bei jedem Spielstart prüft die angeschlossene Kamera, ob ihr noch an der richtigen Stelle steht. Der Kopf muss in einem kleinen viereckigen Feld stehen, nur dann funktioniert das Spielerlebnis, wie es soll. Die Kamera ausrichten während der Kopf in der vollständig geschlossenen Brille steckt, ist unmöglich. Wer aber auf dem Sofa immer an der gleichen Stelle sitzt, tut sich leicht. Außerdem müsst ihr vor dem Spielen erst einmal die richtige Position des Headsets auf eurem Kopf finden. Bei falschem Sitz seht ihr nämlich nur ein verschwommenes Bild.

Fazit: Toller Einstieg für Hardcore-Gamer, aber ...

Die Playstation VR ist ein toller Einstieg für Hardcore-Konsolen-Spieler. Die Spiele-Grafik kann noch besser werden, der Kabelsalat muss auf lange Sicht weniger werden. Trotzdem macht es Spaß und und auch der Tragekomfort stimmt. Die Brille sitzt gut auf dem Kopf, wackelt nicht und wird auch nicht schwer. Aber: Die Gefahr, dass das neue Spielzeug nach wenigen Wochen in der Ecke landet wie Microsofts Bewegungskamera Kinect ist auch bei der Playstation VR groß.

Jens Hardeland aus eurer N-JOY Morning Show, startet gerade ein Autorennen. 3, 2, 1, ...

Am Ende ist es auch eine Geldfrage: Die Playstation VR kostet 399 Euro. Doch mindestens eine Kamera für 60 Euro muss jeder Zocker zusätzlich kaufen. Die fehlt im Paket, ist aber zum Spielen notwendig. Wer 80 Euro zusätzlich ausgibt, bekommt auch zwei Motion-Controller (Playstation Move). Sie ersetzen das klassische Gamepad und bringen Handbewegungen in die Gaming-Welt. Mit insgesamt 540 Euro ist die Playstation VR immer noch deutlich günstiger als die Konkurrenten HTC Vive (899 Euro) und Rift (699 Euro) - ein Schnäppchen ist die Sony-Brille aber nicht.

Wer noch nie eine VR-Brille aufhatte, der sollte erst mal testen. Günstige handybasierte Brillen (Google Cardboard) geben echten Einsteigern einen Einblick. Hier steckt man das Smartphone in eine Plastik- oder Pappbrille und kann Videos im 360-Grad-Modus ansehen. Und natürlich hilft auch ein Probespielen im Elektro-Markt, um einen ersten Einblick zu geben.

 

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | 05.12.2017 | 18:50 Uhr

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