Stand: 13.01.2017 12:10 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Reingefallen? So wehrt ihr euch gegen Abo-Fallen!

Abo-Fallen: Endlich können wir uns dagegen wehren. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Potsdam. Wie das geht und wie ihr euch vor der Abzocke schützt, erklären wir.

Mehr als 200 Euro hat E-Plus von einer Kundin gefordert, die angeblich ein Abo abgeschlossen haben soll. Sie wusste nichts davon und erklärte dem Anbieter, sie habe keinerlei Verträge abgeschlossen. Trotzdem wollte E-Plus, die mittlerweilse von der Telefónica (O2) aufgekauft wurden, dass sie bezahlt und schickte Mahnungen, mit dem Hinweis, sie könne sich das Geld dann bei dem Drittanbieter zurückholen.

Gerichtsurteil unterstützt Betroffene

Jetzt landete der Fall vor Gericht - die Verbraucherzentrale Hamburg hatte geklagt. Das Ergebnis: E-Plus darf nicht auf die Drittanbieter verweisen. Die Verbraucherschützerin Julia Rehberg erklärt:

Wer das Geld kassiert, muss auch erklären wofür und kann nicht auf einen Dritten verweisen. E-Plus und Co. können den Schwarzen Peter nicht einfach weiterreichen. Julia Rehberg, Verbrauchschützerin

Sie rät Betroffenen, sich im Kampf gegen Abo-Fallen im Gespräch mit dem Mobilfunk-Anbieter auf das Urteil zu beziehen und Forderungen nicht zu bezahlen, wenn es keinen Vertragsabschluss gab.

Auf die SMS geklickt? Das müsst ihr tun!

Falls auch ihr in eine Abo-Falle getappt seid, wendet euch an euren Mobilfunk-Anbieter. Rehberg rät:

Wir empfehlen, nur den berechtigten Teil der Telefonrechnung zu bezahlen und den übrigen Rechnungsposten per Einschreiben mit Rückschein zu widersprechen. Julia Rehberg, Verbrauchschützerin

Wichtig ist, dass ihr schriftlich per Brief, Fax oder E-Mail erklärt, dass ihr das Abo nie abgeschlossen habt. Das rät der Rechtsanwalts Thomas Meier, der eine Mustervorlage für das Schreiben auf seiner Webseite anbietet. Fragt außerdem nach den Kontaktdaten der Firma, die das Abo von euer Handyrechnung abbucht, das rät auch die Verbraucherzentrale, die auf der Seite auch verschiedene Musterbriefe anbietet.

Aus dem Urteil des Potsdamer Landgerichts schließt die Verbraucherzentrale Hamburg:

Der Mobilfunkanbieter bleibe solange erster Ansprechpartner für Beschwerden wie er eine entsprechende Zahlung verlange. Verbraucherzentrale Hamburg

Wenn alles nicht hilft, und weiter Geld abgebucht wird - holt euch Hilfe von einem Anwalt oder wendet euch an die Verbraucherzentrale.

Lieber vorsorgen: So schützt ihr euch vor der Abzocke

Das Zauberwort für alle, die sich vorsorglich vor diesen Abzockmaschen schützen möchten, heißt "Drittanbietersperre". Was passiert, wenn ihr diese Sperre einrichtet, ist einfach: Niemand kann mehr über eure Handy-Rechnung Geld abbuchen. Der Nachteil: Ihr könnt Apps oder Klingelton-Abos, aber auch Musik oder E-Books nicht mehr über die Handy-Rechnung bezahlen. Meist ist das kein Problem: Der Google PlayStore und viele andere Anbieter von Bezahl-Inhalten unterstützen die Zahlung mit PayPal oder Kreditkarte.

So richtet ihr die Drittanbietersperre ein

Normalerweise gibt es verschiedene Möglichkeiten die Zahlung per Handy-Rechnung abzuschalten. In der Filiale, im Netz oder per Telefon über den Kundenservice. Trotzdem: Bei jedem Anbieter funktioniert es etwas anders. Ein Überblick über die Telefonnummern:

  • Telekom

    Bei der Telekom können Kunden einzelne Dienste im eigenen Telekom-Account sperren. Um eine allgemeine Sperre für das Bezahlen von Abos oder Diensten über die Telefonrechnung einzurichten, müsst ihr aber mit dem Kundendienst telefonieren.

  • Vodafone

    Der Anbieter Vodafone unterscheidet zwischen den Möglichkeiten, nur Abos zu sperren oder Abos und Einzelkäufe per Handy-Rechnung zu sperren.

  • O2

    Bei O2 gibt es verschiedene Möglichkeiten, Drittanbieter zu sperren: Abos, Information und Unterhaltung, Tickets und Eintrittskarten, Spenden, Erotik oder Apps und Software könnt ihr jeweils einzeln ausschließen. Dafür müsst ihr mit dem Kundenservice telefonieren.

  • Congstar

    Bei dem Prepaid-Karten-Anbieter Congstar richtet ihr die Sperre per Chat oder Telefon ein. Aber Achtung: Der Anruf kostet. Aus dem Festnetz bezahlt ihr 20 Cent, vom Smartphone aus ganze 60 Cent pro Anruf.

  • Klarmobil

    Der Anbieter Klarmobil versteckt die Informationen zur Drittanbietersperre in den FAQ. Um sie einzurichten, müsst ihr telefonieren. Online könnt ihr sie offenbar nicht aktivieren.

    • Telefonnummer für Prepaid-Kunden: 040 34 8585 305
    • Telefonnummer für Vertragskunden: 040 34 8585 300

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N-JOY | 21.12.2016 | 12:50 Uhr

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