Stand: 08.07.2019 12:16 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Smart Speaker: Das hören sie mit und so löscht ihr die Aufnahmen

Sprachassistent auf dem Wohnzimmertisch? So findet ihr heraus, was das Mikrofon alles aufzeichnet und ob euer Smart Speaker manchmal auch ungefragt Unterhaltungen mitschneidet.

Es ist ein Knopf oder ein unscheinbarer Schieberegler an der kleinen sprechenden Box, die normalerweise Wünsche erfüllt und Wettervorhersagen in den Raum entlässt. Wer den unscheinbaren Schieberegler an Googles Smartspeaker verschiebt, der hört den Satz: "Das Mikrofon ist ausgeschaltet". Wer ihn nicht verschiebt, der akzeptiert, dass das Mikrofon immer eingeschaltet ist.

Schritt für Schritt

Amazons Alexa: Spracheingaben löschen

Sprachbefehle über den Browser löschen:
1. In das eigene Amazon-Konto einloggen.
2. Den Link zum Privatsphäre-Center öffnen.
3. "Sprachaufnahmen-Verlauf überprüfen" klicken.
4. Hier sammelt Amazon alles, was Alexa an Befehlen aufgeschnappt hat.

Sprachbefehle über die Alexa-App löschen:
1. Menü öffnen.
2. Einstellungen auswählen.
3. Alexa-Konto anklicken.
4. Auf "Alexa Datenschutz " und
5. "Sprachaufnahmen-Verlauf überprüfen" antippen.
6. Hier seht ihr alles, was Alexa aufgezeichnet hat und könnt es löschen.

Expertin: "Der Sprachassistent muss lauschen."

Es ist logisch, dass das Mikrofon immer eingeschaltet ist, weiß Marit Hansen. Sie beschäftigt sich im Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Forum Privatheit" mit der Privatsphäre der Menschen in Deutschland:

Der Smart Speaker versucht über das Mikrofon zu erkennen, ob er irgendwie reagieren muss.  Das Bedeutet: Er muss ständig lauschen, ob das Aktivierungswort gesagt wird oder nicht. Marit Hansen, Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein

Bereits im August 2018 benutzten laut Branchenverband Bitkom 8,7 Millionen Menschen in Deutschland smarte Lautsprecher und die zugehörigen Assistenten.

Der Bedarf ist da, doch die aktuellen Lösungen schützen die Privatsphäre nur unzureichend, meint Hansen. Sie prangert vor allem die fehlende Transparenz und das Missverständnispotential an.  

Schritt für Schritt

Googles Assistent: Sprachbefehle löschen

Sprachbefehle über Smartphone oder Rechner löschen:

1. Im Google-Konto anmelden.
2. Google-Assistent-Aktivitätseinstellungen öffnen.
Profi-Tipp: Hier könnt ihr auch einen festen Löschzeitraum auswählen, sodass alle Sprachbefehle automatisch nach drei Monaten gelöscht werden.
3. Das Menü oben links öffnen und "Aktivitäten löschen nach" auswählen.
4. Löschzeitraum auswählen.

Alle gespeicherten Sprach- und Audio-Daten zeigt Google hier an. Um zu löschen, könnt ihr entweder jeden Eintrag einzeln löschen oder wieder über das Menü zu "Aktivitäten löschen nach" wechseln.

Sprachassistenten: Expertin warnt vor Sprachmissverständnissen

Es kann sein, dass das System gedacht hat, da ist ein Aktivierungswort. Aber, man kann als Nutzer nicht nachvollziehen, auf was genau der Sprachassistent reagiert. Marit Hansen im N-JOY Interview

Ihr Tipp: Wer sich für einen smarten Lautsprecher entscheidet, sollte einmal pro Woche überprüfen, was das Mikrofon aufzeichnet und was zu den jeweiligen Anbietern wie Google und Amazon hochgeladen wird.

Weitere Informationen

Apples Assistent: Siri Sprachbefehle löschen

Bei Apple könnt ihr nicht direkt abfragen, was der Sprachassistent Siri an Apple übertragen hat. Dafür hat Apple automatische Löschroutinen: Nach 6 Monaten werden alle Informationen im Audio, die auf euch verweisen können, entfernt, sodass die Aufnahmen nur noch anonym vorliegen. So können sie dann von Apple noch weitere 18 Monate gespeichert werden.

Aufzeichnungen löschen - nur, wenn ihr Siri komplett deaktiviert
Ein manuelles Entfernen der auf den Apple-Servern gespeicherten Sprachaufnahmen ist nicht möglich. Wenn ihr alle Daten löschen wollt, müsst ihr Siri komplett deaktivieren.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | N-JOY mit Susan Hammann | 08.07.2019 | 09:00 Uhr

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