Stand: 05.01.2018 14:05 Uhr

Unsichere Datingapps: So flirtet ihr online sicher

Datingapps erlauben es Fremden, euch auszuspionieren, wenn ihr unterwegs seid, aber auch in sozialen Netzwerken. Wir erklären, wie ihr trotzdem sicher im Netz flirtet.

Tinder, Ok Cupid, Badoo, WeChat, Happn: Die Dating-Apps versprechen die Chance auf die große Liebe. Sie verbinden Fremde miteinander und hoffen, dass eine Beziehung entsteht. Jetzt warnen IT-Sicherheitsforscher vor den Apps. Sie würden die Privatsphäre der Nutzer nicht ausreichend schützen, so der Vorwurf. Das Experiment trägt passend dazu den Namen "Dangerous liaisons" - "Gefährliche Liebschaften".

Was haben die Forscher über Dating-Profile herausgefunden

Die Forscher konnten mit Hilfe des Alters und des Arbeitsplatzes Fremde online ausspionieren. Bei vier von neun Apps entdeckten sie die potentiellen Beziehungspartner in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und konnten sie stalken. Bei Tinder haben die Forscher so immerhin 60 Prozent der Nutzer bei Facebook identifiziert.

Noch intimere Einblicke in das Leben anderer, ermöglicht die Funktion "Menschen in der Nähe". Mit etwas Geduld konnten die Forscher so den aktuellen Aufenthaltsort des Flirt-Partners herausfinden. Das klappte immerhin bei sechs der neun Apps - auch ohne komplizierte technische Hilfsmittel. Nur mit IT-Wissen hingegen, aber dennoch laut den Sicherheitsexperten überraschend einfach, konnten sie Nachrichten auslesen. Das gelang ihnen bei sechs von neun der getesteten Apps.

So flirtet ihr sicher bei Tinder, Happn & Co.

Die Sicherheitsforscher empfehlen, auf die Online-Dating-Apps ganz zu verzichten. Wenn ihr das nicht wollt, achtet darauf, welche Informationen ihr teilt.

1. Verbannt euren Arbeitsplatz aus eurem Dating-Profil!

Tinder ist an Facebook gebunden. Habt ihr hier euren Arbeitsplatz hinterlegt, müsst ihr ihn manuell aus der Dating-App entfernen. Lohnt sich aber, um Freundschaftsanfragen und Nachrichten von Fremden zu vermeiden.

 

2. Verweigert den Dating-Apps persönliche Informationen eures Facebook-Profils

Tinder möchte bereits bei der Installation Freundesliste, E-Mail-Adresse, Ausbildungs- und Arbeitsplatz und auch "Gefällt mir"-Angaben übernehmen. Viele der Berechtigungen könnt ihr direkt beim Registrierungsvorgang entfernen. Nachteil: Tinder greift zum Beispiel auch auf euren Standort zu - per GPS. Verweigert ihr dieses Zugriffsrecht in den Einstellungen eures Android-Smartphones, ist die App nahezu unbenutzbar.

 

3. Vertrauliche Informationen erst verraten, wenn ihr wisst, wer hinter dem Profil steckt

Immer wieder gibt es Geschichten von Fake-Charakteren, die erst mit viel Zuneigung Vertrauen gewinnen, am Ende Geld leihen und es nie zurück geben. Seid auch skeptisch bei Anfragen auf Englisch - die können ein Alarmzeichen sein, verrät ein Sicherheitsexperte Merkur.de gegenüber.

 

4. Klickt nicht auf Links oder seltsame Telefonnummern

Was für E-Mails und WhatsApp-Nachrichten gilt, gilt auch bei Dating-Plattformen. Hinter den Links oder Telefonnummern könnten sich Viren oder Betrugsversuche verstecken.

 

5. Flirtet nicht in öffentlichen WLAN-Netzwerken über die Apps

Hacker könnten hier eure Daten, Nachrichten und Passwörter unbemerkt abgreifen. Besser: Verwendet eine VPN-App. Wie? So:

Profi-Tipp

Sicherheitstipp: Mit VPN sicher im offenen WLAN surfen

Wer in offenen Hotspots surft, der teilt seinen Surfverlauf auch mit allen anderen Nutzern. Hacker können hier private Daten wie zum Beispiel Chatverläufe mitlesen. Um die Bedrohung durch andere Nutzer in dem Massen-Netz-Zugang zu minimieren, gibt es Apps wie zum Beispiel Opera VPN, Avira Phantom oder F-Secure Freedom (kostenpflichtig).
Sie bauen ein sogenanntes "virtuelles privates Netz" (VPN) auf. Das funktioniert wie eine Umleitung auf der Autobahn. Alle fahren am Blitzer vorbei, nur ihr nicht - ihr fahrt statt auf der Autobahn auf einer weniger befahrenen Landstraße. So funktionieren die VPN-Apps. Ihr surft einfach auf der Umleitung, so kann euch keiner sehen und ihr surft sicher - auch in offenen Hotspots.

 

Mehr zu Fakes im Netz

Online-Shopping: Gekaufte Bewertungen bei Amazon

08.12.2017 14:50 Uhr

In einer Facebook-Gruppe verschenken Händler ihre Produkte. Als Gegenleistung erwarten sie positive Bewertungen bei Amazon. Jede fünfte Bewertung ist so manipuliert. mehr

Fakes im Netz: So enttarnt ihr die Lügen selbst!

23.01.2017 12:20 Uhr

Die Stadt Koblenz verkauft die Stadthalle um eine rechte Versammlung zu verhindern - eine Falschmeldung. Aber hättet ihr es erkannt? Wir zeigen, wir ihr Lügen im Netz identifiziert! mehr

Abzocke bei Facebook: So entlarvt ihr Fake-Profile

25.01.2017 12:20 Uhr

Facebook ist ein Schlaraffenland für Kriminelle. Wir verraten euch, wo ihr besonders aufpassen müsst und wie ihr euch am besten vor Abzocke, Fakes und Hoaxes schützt. mehr

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 05.01.2018 | 05:00 Uhr

Multimedia - Neues aus der digitalen Welt

Welches Video ist angesagt? Was gibt's Neues von Facebook? Auf welche Technik-Highlights können wir uns freuen? In der Netzwelt gibt's topaktuell News und Hintergrundwissen aus der digitalen Welt. mehr

Die lustigsten 404-Seiten im Netz

24.04.2015 13:05 Uhr

Hillary Clinton beweist Humor und Kreativität - mit der "404"-Fehlerseite auf ihrer Website. Wir haben euch noch mehr kreative und lustige Fehlerseiten aus dem WWW gesucht. mehr

N-JOY
#

Lieblingssong? Teilen!
Achtung. Beim Klick auf das Facebook-Icon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Dabei werden bereits Daten an Facebook übertragen.
Songtitel posten: Facebook