Stand: 14.02.2018 16:35 Uhr

Online-Dating: So flirtet ihr sicher

Jeder zweite Online-Dater hat sich über das Internet schon mal verliebt - eine schmeichelhafte Zahl für die Branche, die allein in Deutschland einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotzdem lauern auf den Portalen auch Gefahren. Wir verraten euch, wie ihr im Netz und per App sicher flirtet.

Tinder, Ok Cupid, Badoo, WeChat, Happn: Neben Websites versprechen auch Dating-Apps die Chance auf die große Liebe. Eine Studie des Branchen-Verbandes Bitkom zeigt jetzt, dass die Hälfte aller Online-Dater sich schon mal im Netz verliebt hat.

Online flirten: Seid skeptisch!

Gleichzeitig warnen IT-Sicherheitsforscher vor den Apps. Sie würden die Privatsphäre der Nutzer nicht ausreichend schützen, so der Vorwurf. Das Experiment trägt passend dazu den Namen "Dangerous liaisons" - "gefährliche Liebschaften".

Gefährliche Liebschaften

Forscher spionieren Fremde über Dating-Apps aus

Die Forscher konnten mit Hilfe des Alters und des Arbeitsplatzes Fremde online ausspionieren. Bei vier von neun Apps entdeckten sie die potentiellen Beziehungspartner in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und konnten sie stalken. Bei Tinder haben die Forscher so immerhin 60 Prozent der Nutzer bei Facebook identifiziert.
Noch intimere Einblicke in das Leben anderer, ermöglicht die Funktion "Menschen in der Nähe". Mit etwas Geduld konnten die Forscher so den aktuellen Aufenthaltsort des Flirt-Partners herausfinden. Das klappte immerhin bei sechs der neun Apps - auch ohne komplizierte technische Hilfsmittel. Nur mit IT-Wissen hingegen, aber dennoch laut den Sicherheitsexperten überraschend einfach, konnten sie Nachrichten auslesen. Das gelang ihnen bei sechs von neun der getesteten Apps.

Auch die Marktwächter des Verbraucherzentrale Bundesverbandes warnen vor Fallen beim Online-Dating.

Wir verraten, wir ihr im Netz sicher flirtet.


1. Verbannt euren Arbeitsplatz aus eurem Dating-Profil!

Tinder ist an Facebook gebunden. Habt ihr hier euren Arbeitsplatz hinterlegt, müsst ihr ihn manuell aus der Dating-App entfernen. Lohnt sich aber, um Freundschaftsanfragen und Nachrichten von Fremden zu vermeiden.

 

2. Verweigert den Dating-Apps persönliche Informationen eures Facebook-Profils

Tinder möchte bereits bei der Installation Freundesliste, E-Mail-Adresse, Ausbildungs- und Arbeitsplatz und auch "Gefällt mir"-Angaben übernehmen. Viele der Facebook-Berechtigungen könnt ihr direkt beim Registrierungsvorgang entfernen. Nachteil: Tinder greift zum Beispiel auch auf euren Standort zu - per GPS. Verweigert ihr dieses Zugriffsrecht in den Einstellungen eures Android-Smartphones, ist die App nahezu unbenutzbar.

 

3. Vertrauliche Informationen erst verraten, wenn ihr wisst, wer hinter dem Profil steckt

Immer wieder gibt es Geschichten von Fake-Charakteren, die erst mit viel Zuneigung Vertrauen gewinnen, am Ende Geld leihen und es nie zurück geben. Seid auch skeptisch bei Anfragen auf Englisch - die können ein Alarmzeichen sein, verrät ein Sicherheitsexperte Merkur.de gegenüber.

 

4. Online flirten: Vorsicht vor günstigen Testangeboten

Für einen Euro kostenlos als Premium-Mitglied surfen? Ein verlockendes Angebot, denn ein Premium-Konto bei großen Dating-Portalen kann zwischen 35 und 80 Euro kosten - je nachdem, für welchen Zeitraum ihr den Vertrag abschließt. Die Verbraucherzentrale warnt vor solchen Testangeboten und erklärt: "Diese Verträge verlängern sich nach Ablauf der Testphase oft in teure Mitgliedschaften." Wichtig ist also: Informiert euch über Kündigungsfristen, Widerruf-Zeiträume und kündigt den Vertrag im Zweifel direkt nach Abschluss.

 

5. Vor der Anmeldung: Fake-Profile entlarven

Nicht hinter allen Profilen mit ansprechenden Fotos stecken auch echte Singles. Beim Flirtportal "X2Love" ist in den Allgemeine Geschäftsbedingungen sogar zu lesen: "Es ist davon auszugehen, dass es sich bei sämtlichen weiblichen Profilen um fiktive Profile handelt, die von Moderatoren betrieben werden." Das berichtete der NDR bereits 2017. Damit ihr euch nicht in Mitarbeiter des Portals verliebt, lohnt sich der Blick in die Nutzungsbedingungen.

 

6. Online-Dating: Was passiert mit dem eigenen Profil?

Ein Profil angelegt, auf mehreren Portalen gelandet? Laut der Verbraucherzentrale ist das möglich: "Manche Anbieter behalten sich vor, Profile auf weiteren Portalen zu verwenden, auf denen Partnersuchende sich nie angemeldet haben." Die Verbraucherschützer empfehlen: Haltet euch von solchen Angeboten fern! Das Problem daran: Ihr müsst die Datenschutzbedingungen lesen oder zumindest die wichtigsten Punkte prüfen.

 

7. Online-Dating: Klickt nicht auf Links oder seltsame Telefonnummern

Was für E-Mails und WhatsApp-Nachrichten gilt, gilt auch bei Dating-Plattformen. Hinter den Links oder Telefonnummern könnten sich Viren oder Betrugsversuche verstecken.

 

8. Vertrag gekündigt? Lasst die Daten löschen!

Nur weil ihr einen Account löscht oder den Vertrag beendet, bedeutet das nicht, dass alle Informationen gelöscht sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Fordert den Anbieter ausdrücklich dazu auf, alle Informationen über euch zu löschen - und lasst euch die Datenlöschung schriftlich bestätigen.

 

9. Dating: Flirtet nicht in öffentlichen WLAN-Netzwerken über die Apps

Hacker könnten hier eure Daten, Nachrichten und Passwörter unbemerkt abgreifen. Besser: Verwendet eine VPN-App. Wie? So:

Profi-Tipp

Sicherheitstipp: Mit VPN sicher im offenen WLAN surfen

Wer in offenen Hotspots surft, der teilt seinen Surfverlauf auch mit allen anderen Nutzern. Hacker können hier private Daten wie zum Beispiel Chatverläufe mitlesen. Um die Bedrohung durch andere Nutzer in dem Massen-Netz-Zugang zu minimieren, gibt es Apps wie zum Beispiel Opera VPN, Avira Phantom oder F-Secure Freedom (kostenpflichtig).
Sie bauen ein sogenanntes "virtuelles privates Netz" (VPN) auf. Das funktioniert wie eine Umleitung auf der Autobahn. Alle fahren am Blitzer vorbei, nur ihr nicht - ihr fahrt statt auf der Autobahn auf einer weniger befahrenen Landstraße. So funktionieren die VPN-Apps. Ihr surft einfach auf der Umleitung, so kann euch keiner sehen und ihr surft sicher - auch in offenen Hotspots.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 14.02.2018 | 13:50 Uhr

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