Stand: 05.06.2018 15:40 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Vorsicht, Radio-Fake-Apps im PlayStore entdeckt

Radioapp runterladen und - Werbung sehen! Das ist die Masche, mit der ein Entwickler im Google PlayStore gerade versucht, Geld zu verdienen.

Insgesamt 133 Radio-Apps hat der Entwickler in den vergangenen Monaten hochgeladen. Die Apps wurden über einen Zeitraum von ungefähr zwei Monaten bis jetzt ca. 6.000 Mal runtergeladen und haben eine durchschnittliche Bewertung von 3,6 Sternen. Das sind viele Sternchen, für Apps, die das Logo großer Radiostationen verwenden und sich als diese ausgeben.

Auch eine falsche N-JOY App im Angebot

In der Sammlung der nachgemachten Apps finden sich große, englischsprachige Marken wie BBC World und ABC, aber auch die Logos von SWR 3, 1Live, BigFM, von Antenne Bayern und von uns - von N-JOY.

Wer die App herunterlädt, der kann tatsächlich einen Radiolive-Stream bekommen - unterbrochen von bildschirmfüllenden Werbeanzeigen. Das ist nervig und laut dem Hamburger IT-Sicherheitsexperten Thomas Jansen nicht ganz ungefährlich, denn im ersten Moment hält die Fake-App, was sie verspricht: "Und das ist auch recht typisch für Fake-Apps, weil ein Ziel von Fake-Apps ist, auf dem Gerät installiert zu werden und auch dort zu bleiben. Aber, selbst wenn eine Fake-App momentan nichts schlimmes macht, heißt das nicht, dass das so bleibt."

Fake-Apps: Nach einem Update kann Schadsoftware hinzukommen

Vorsicht, das ist nicht die echte N-JOY App! Insgesamt 133 verschiedene Radio-Apps hat der Entwickler nachgebaut.

Das langfristige Ziel von Fake-Apps sei es Geld zu verdienen. Eine Möglichkeit wäre, über die App Software einzubauen, die Kryptogeld schürft, Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken abfischt oder E-Mailadressen aus dem Telefonbuch ausliest - und so Geld zu verdienen. "Das kann aber auch indirekt funktionieren", sagt Jansen:

Viele Entwickler haben sich darauf spezialisiert, Apps zu entwickeln, die sehr viele Nutzer haben. Diese Apps werden dann verkauft. In vielen Fällen werden mit einem Update dann auf einmal Schadfunktionen integriert. Thomas Jansen, IT-Experte

Wenn so eine App viele Nutzer gewonnen und gute Bewertungen hat, kann sie, verrät der Experte, für zwischen 150.000 oder sogar 500.000 US-Dollar verkauft werden. Deswegen gibt Jansen keine Entwarnung.

Also selbst wenn die N-JOY App momentan noch keinen Schaden anrichtet, heißt das nicht, dass das in Zukunft nicht passieren kann. Thomas Jansen, Spezialist für IT-Sicherheit

Deswegen der Tipp: Ladet die gefälschte N-JOY App und auch die anderen in der Liste nicht herunter. Sondern guckt immer auf die Bewertungen, auf den Namen des Entwicklers, der die App hochgeladen hat und auf die Downloads.

So erkennt ihr die offizielle N-JOY App

Im Fall der N-JOY App: Die App wird angeboten vom "NDR", existiert seit knapp zwei Jahren im Google PlayStore, mehr als 100.000 Hörer haben die App bereits runtergeladen, sie wurde von knapp 670 Menschen bewertet und freut sich über 4,2 Sterne.

Die Fake-App erkennen: So geht's!

Die Fake-App hingegen ist neu: Sie wurde von einem Entwickler mit dem Namen "ChubisApp" am 19. April 2018 das erste Mal hochgeladen. Mittlerweile haben etwa 100 Menschen die App heruntergeladen - und die zwei Bewertungen geben der App 2,5 von 5 Sternen. Wenn ihr sicher sein wollt, dass die App nicht die echte ist, klickt auf die Seite des Entwicklers, hier seht ihr eine lange Liste an Radio-Apps - keine davon scheint die offizielle App zu sein.

Fake-App entdeckt? Bitte melden!

Immer wieder gelingt es Entwicklern nachgemachte Apps in den PlayStore zu schmuggeln. Das können auch die Sicherheitsmechanismen von Google nicht verhindern. Deswegen der Rat des Experten: Meldet solche gefälschten oder nachgemachten Apps, wenn ihr sie in den offiziellen App-Stores entdeckt. Einen Melde-Link findet ihr auf der App-Download-Seite in den Stores.

 

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Dieses Thema im Programm:

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