Stand: 30.07.2020 10:36 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Wasserdichte Smartphones: Kann das Handy in den Pool?

30 Minuten in einem Meter tiefen Wasser: Das sollen einige Smartphones laut Herstellerangaben aushalten. Was steckt hinter diesen Angaben? Kann ein Handy wirklich mit in den Pool? Wir haben mit einem Experten des TÜV Süd gesprochen.

Mit dem Smartphone in den Pool springen? In Werbespots machen Menschen das. Wir haben bei Florian Hockel nachgefragt, ob die Werbung recht hat. Er ist Experte für Smartphones beim TÜV Süd und testet, ob Handys wasserdicht sind oder nicht.  

Wasserdicht: Was bedeuten Begriffe wie IP67 & IP68?

Es gibt verschiedene sogenannte IP-Schutzarten für technische Geräte wie Handys. IP steht dabei lediglich für "Ingress oder International Protection". Spannend sind die Zahlen, die hinter diesen beiden Buchstaben stehen. Die erste Zahl gibt Auskunft darüber, wie resistent das Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern wie Staub oder Sand ist. Die zweite Zahl verrät, wie gut das Gerät gegen Wasser geschützt ist.

Samsungs Galaxy S10 rühmt sich beispielsweise mit der Schutzart IP68. Er soll "Schutz vor dauerhaftem Untertauchen" gewährleisten. Apples iPhone X kann zum Beispiel nur auf die Schutzart IP67 verweisen. Sie bietet laut Definition "Schutz vor kurzfristigem Untertauchen". Genauer: 30 Minuten muss das Smartphone bei dieser Norm in einem Meter tiefen Wasser überleben.

Smartphone im Pool und im Meer: Geht das?

Bedeutet das aber in jedem Fall, dass das Samsung-Handy besser vor Wasser geschützt ist als das Gerät von Apple? Experte Hockel erklärt den Unterschied so: "IP67 ist klar definiert. Bei IP68 hingegen steht nur, dass das Prüfverfahren schwieriger sein muss als bei IP67." Genauer definiert sei das nicht, so der Profi. Mit in Pool nehmen würde er das Smartphone in keinem Fall - egal mit welcher IP-Schutzart: 

Wenn ich den halben Nachmittag im Pool verbringe, um Videos und Selfies von Freunden und mir zu schießen, dann habe ich sicherlich früher oder später Gehäuseprobleme. Dafür ist es nicht gemacht. Florian Hockel, Experte des TÜV Süd

Bei Meerwasser ist die Situation noch extremer. Das Salz im Wasser und in der Luft greifen das Gehäuse von Smartphones - vor allem solche aus Aluminium - an, erklärt er. "Die salzhaltige Atmosphäre ist für elektronische Geräte Gift", weiß Hockel. Und warnt: Die Geräte würden nicht in Salzwasser getestet. Wasserdicht seien sie nur unter den Testbedingungen - also bei 25 Grad warmen Leitungswasser.

Smartphone im Wasser: Was bedeutet wasserdicht?

Im Waschbecken, in der Regentonne oder wenn es in die Toilette fällt: Das sind die Situationen auf die wasserfeste Smartphones ausgelegt sind.

Wenn ich mein Smartphone zu Hause ins Goldfischglas lege, trifft das am ehesten die Prüfbedingungen. Florian Hockel, Experte des TÜV Süd

Sobald das Wasser nicht frisch aus der Leitung komme, Chlor oder Sonnencreme im Wasser seien oder salziges Meerwasser mit Öl- oder Benzinresten das Smartphone umgebe, sei nicht mehr garantiert, dass das Handy wasserdicht ist, erläutert Hockel. Unabhängig von der Schutzart rät er dringend davon ab, mit dem teuren Smartphone auf Unterwasser-Foto-Tour zu gehen.

Wenn ich unter Wasser Bilder oder Videos machen möchte, dann sollte ich mir eine günstige Digitalkamera mit Unterwassergehäuse besorgen oder eine dieser wasserdichten Einwegkameras oder man investiert das Geld in ein speziell unter Druckwasser geprüften Gehäuse für Kameras oder Smartphones. Florian Hockel, Experte des TÜV Süd

 

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