Stand: 02.12.2021 16:18 Uhr

Wenn das Internet zu langsam ist, gibt's Geld zurück

Wenn eure Internetverbindung nicht so schnell ist, wie es der Anbieter vorher versprochen hat, könnt ihr dank einer neuen Regelung künftig dagegen vorgehen und Geld zurück verlangen. Außerdem muss eine Internetstörung innerhalb von zwei Tagen kostenlos beseitigt werden.

Schnelles Internet ist in Homeoffice-Zeiten oder beim Streamen der Lieblingsserie Pflicht. Wenn das nicht funktioniert oder ins Stocken gerät, ist unser Frust und Ärger oft groß. Die gute Nachricht: Durch eine neue gesetzliche Regelung bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt mehr Rechte.

Die Regelung sieht vor, dass Kundinnen und Kunden Geld einbehalten oder ihren Vertrag außerordentlich kündigen dürfen, wenn das Internet langsamer ist als vom Anbieter versprochen. Am 1. Dezember ist dieses Minderungsrecht mit dem neuen Telekommunikationsgesetz in Kraft getreten.

Internet zu langsam: Ab wann können wir weniger zahlen?

Wichtig sind häufige Messungen, um das neue Minderungsrecht geltend machen zu können. Laut einem im September von der Bundesnetzagentur vorgelegten Entwurf, der die gesetzlichen Vorgaben präzisiert, muss die Internet-Geschwindigkeit an zwei verschiedenen Tagen jeweils zehnmal gemessen werden.

Das Geld einzubehalten oder weniger zu bezahlen soll dem Entwurf nach möglich sein, wenn ...

  • ... die Geschwindigkeit an zwei Tagen nicht mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht.
  • ... bei 90 Prozent der Messungen die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht erreicht wird.
  • ... die minimale Geschwindigkeit, die im Vertrag vereinbart wurde, an zwei Messtagen unterschritten wird.

Wann beim Festnetz-Internet konkret eine Abweichung vorliegt, die zur Minderung oder außerordentlichen Kündigung berechtigt, soll jedoch erst am 8. Dezember festgelegt werden, wie die Bundesnetzagentur am Dienstag ankündigte.

So messt ihr die Geschwindigkeit eures Anschlusses

Fest steht aber bereits: Um die Internetgeschwindigkeit eures Anschlusses zu messen und gegebenenfalls Minderungsrechte gelten machen zu können, müsst ihr die Desktop-App zur Breitbandmessung der Bundesnetzagentur nutzen. Da beim kabellosen Zugriff auf das Festnetz-Internet Tempo verloren geht, müsst ihr außerdem über ein LAN-Kabel und nicht über das WLAN mit dem Internet verbunden sein.

In der Desktop-App könnt ihr euren Tarif im Vorfeld auswählen oder eure manuell vertraglich vereinbarte Down- und Upload-Geschwindigkeit eingeben. Die Software misst dann zwei Tage lang, wie schnell die Internetverbindung ist. Am Ende bekommt ihr ein Ergebnis inklusive der Bewertung, ob das so vertragskonform ist oder nicht. Mit diesem sollt ihr dann gegebenenfalls einen Minderungsanspruch gegenüber eurem Anbieter nachweisen können.

Die App soll laut der Bundesnetzagentur ab dem 13. Dezember in einer überarbeiteten Version zur Verfügung stehen. Für den Mobilfunk soll es der Behörde zufolge im Jahr 2022 einen Überwachungsmechanismus geben.

Internetstörung muss innerhalb von zwei Tagen beseitigt werden

Wenn Telefon-, Internetanschluss oder Mobilfunkempfang ausfallen, haben wir durch die neuen Regelungen zudem einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass die Störung schnellstmöglich und kostenlos behoben wird. Laut Bundesnetzagentur müssen Kundinnen und Kunden entschädigt werden, wenn die Störung nicht innerhalb von zwei Arbeitstagen beseitigt werden kann.

Änderungen auch bei Handyvertragslaufzeiten

Auch wenn ihr in Zukuft einen neuen Handyvertrag abschließt, sieht das Gesetz neue Regelungen vor: Bislang waren etwa bei Handyverträgen Laufzeiten von 24 Monaten verbreitet. Künftig sind Anbieter verpflichtet, Kundinnen und Kunden einen Vertrag mit einer anfänglichen Laufzeit von höchstens zwölf Monaten anzubieten. Ihr könnt aber auch weiter Verträge über 24 Monate abschließen.

Es gibt jedoch keine Telefon-, Internet- und Mobilfunkverträge mehr, die sich automatisch immer wieder um lange Zeiträume verlängern. Auch bei 24-Monats-Verträgen gilt, dass Kundinnen und Kunden den Vertrag nach Ablauf der anfänglichen Mindestvertragslaufzeit jederzeit mit einer einmonatigen Kündigungsfrist beenden können. Zudem könnt ihr eure Rufnummer künftig kostenlos mitnehmen, wenn ihr den Anbieter wechselt.

 

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