Stand: 12.03.2020 12:41 Uhr

WhatsApp-Kettenbrief: Coronavirus-Selbstdiagnose ist Fake!

Laut einem Text, der bei WhatsApp rumgeht, können wir selbst testen, ob wir Corona haben, indem wir die Luft anhalten - eine unbewiesene und gefährliche Behauptung, die aus keiner seriösen Quelle stammt.

"Achtung, Fake" - diese beiden Wörter können wir alle schon mal in die Zwischenablage unseres Smartphones kopieren, um sie im richtigen Moment abzuschicken. Denn zum Coronavirus kursieren aktuell mehrere Falschmeldungen - unter anderem auch als Kettenbrief bei WhatsApp in der Kommentarspalte bei Facebook.

Corona-Selbstkontrolle? Achtung, Fake!

Der offenbar am weitesten verbreitete WhatsApp-Kettenbrief beginnt mit den Worten "So werden die Menschen in Kanada informiert". Der Text besagt zusammengefasst, Experten aus Taiwan würden sagen, dass wir ganz einfach selbst herausfinden können, ob wir uns mit dem Coronavirus infiziert haben - indem wir für mehr als zehn Sekunden den Atem anhalten.

Einen einfachen "Corona-Selbsttest" gibt es nicht

"Wenn Sie die Untersuchung ohne Husten, ohne Beschwerden, ohne Prallheit oder Engegefühl usw. erfolgreich durchführen, beweist dies, dass keine Fibrose in den Lungen vorliegt, was im Grunde genommen auf keine Infektion hinweist", heißt es wörtlich weiter.

Um uns vor einer Infektion zu schützen, sollten wir außerdem "alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wasser" trinken. Der Kettenbrief endet mit der Aufforderung, diese Informationen an Familie, Freunde und "alle Menschen, die Sie kennen" zu schicken. Wichtig: Diese Empfehlungen und Behauptungen sind falsch!

Der WhatsApp-Kettenbrief im Faktencheck

Die Experten von "Mimikama", die auf die Aufklärung über Internetmissbrauch spezialisiert sind, schreiben auf ihrer Website:

Es handelt sich um eine Mischung aus Binsenweisheiten und unbewiesenen Behauptungen.

Der Selbsttest und der Ratschlag, alle 15 Minuten Wasser zu trinken, kommen weder in den Broschüren der Weltgesundheitsorganisation WHO noch in den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts vor. Auch den einheimischen Ärzten in Taiwan, die den Selbsttest angeblich empfohlen haben, ist der Selbsttest unbekannt, wie "Mimikama" in Berufung auf das "Taiwan FactCheck Center" berichtet.

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Coronavirus: Wie ihr euch schützen könnt

Labortests sind aktuell die einzige Möglichkeit, Menschen auf das Coronavirus zu testen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, sich durch folgende Verhaltensweisen vor einer Ansteckung zu schützen:

Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Niesregeln, eine gute Händehygiene sowie Abstandhalten zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus. Auch auf das Händeschütteln sollte verzichtet werden. Generell sollten Menschen, die Krankheitszeichen der Atemwege haben, nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Welt bleibt "21 Tage lang stehen": Zweiter Kettenbrief schürt Panik

"Mimikama" berichtet außerdem über einen Kettenbrief, der behauptet, dass die Welt ab dem 15. März 21 Tage lang still stehen werde. Börse, Parlamente, Schulen, Flughäfen, Züge, Büros, kommerzielle Aktivitäten - alles sei geschlossen und nur ein Mitglied pro Familie werde mit dem Kit ausgestattet, um die Quarantäne zu verlassen.

Der Ursprung des Kettenbriefs, der nichts als Panik verbreitet, soll im Italienischen liegen. Laut "Mimikama" sind die deutschen Texte durch die automatische Übersetzung auf Facebook gelandet.

WICHTIG: Fallt nicht auf solche Fake-Infos rein und warnt andere davor. Wenn ihr etwas zum Coronavirus lest oder geschickt bekommt, schaut immer, ob dahinter eine offizielle Quelle steckt.

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N-JOY | Der Graf | 12.03.2020 | 12:00 Uhr

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