Stand: 14.05.2019 11:23 Uhr

WhatsApp-Sicherheitslücke: Nutzer sollten updaten!

Ein Menschenrechtsanwalt aus Großbritannien war Ziel eines Spionage-Angriffs. Der Überwachungsversuch scheiterte allerdings, weil der Facebook-Konzern die Sicherheitslücke bereits geschlossen hatte.

Wie bekommt ein Geheimdienst Spionage-Software auf ein Smartphone? Manchmal offenbar über eine Sicherheitslücke im Messenger WhatsApp. Das berichten die US-Webseiten von Financial Times und TechCrunch.

In der Anruffunktion der App hatte sich offenbar eine Lücke versteckt, die es ermöglicht hat, Schad- und Spionage-Software durch einen manipulierten Anruf zu übertragen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Wer ist von dem Fehler betroffen?

In allen WhatsApp-Versionen, die vor dem 13. Mai 2019 installiert und danach nicht aktualisiert wurden, steckt die Schwachstelle im Code. Die Sicherheitslücke existiert fast unabhängig vom Gerät, schreibt Facebook in der Fehlermeldung. Das heißt: Alle Nutzer von Android-, Apple-, Windows- oder auch Tizen-Geräten sollten möglichst schnell die neueste WhatsApp-Version installieren beziehungsweise die App aktualisieren.

 

Wer wurde ausspioniert?

Bekannt ist der Versuch, einen britischen Menschenrechtsanwalt über die Software auszuspionieren. Mehrere verpasste WhatsApp-Anrufe von einer unbekannten Nummer haben den Anwalt skeptisch gemacht, berichtet die Financial Times und beruft sich auf das Citizen Lab der Univerisität Toronto. Der Angriff konnte offenbar gemeinsam mit dem WhatsApp-Team abgewehrt werden. Auf wie vielen Smartphones mit Hilfe der Schwachstelle Überwachungssoftware installiert wurde, ist nicht klar.

 

Woher kommt die Spionage-Software?

Hinter der Angriffs-Technologie soll laut TechCrunch und Financial Times die israelische IT-Firma NSO stecken, die Spionage-Werkzeuge an Regierungen verkauft. WhatsApp geht davon aus, dass lediglich einige ausgewählte Nutzer Ziel der Angriffe geworden sein dürften.

Das bekannteste Produkt der Firma NSO ist eine Software mit dem Namen Pegasus, die nach bisherigen Informationen Mikrofon und Kamera eines Smartphones aktivieren, Standortdaten sammeln sowie E-Mails und Kurzmitteilungen durchsuchen kann. Das Unternehmen betont in einer Stellungnahme an die Financial Times, NSO setze seine Werkzeuge nicht selbst ein. Dies würden nur Geheimdienste und Sicherheitsbehörden machen.

 

Wie lange wusste der Facebook-Konzern von der WhatsApp-Lücke?

Das WhatsApp-Team, das zum Facebook-Konzern gehört, hat laut eigenen Angaben Anfang Mai von der Sicherheitslücke erfahren. Die Programmierer hätten die Schwachstelle in weniger als zehn Tagen behoben, erklärt Facebook gegenüber TechCrunch. Das Update, das die Nutzer vor dem entdeckten Spionage-Werkzeug schützen soll, steht in den verschiedenen App-Stores (Google & Apple) bereit.

(Mit Material der dpa)

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 14.05.2019 | 12:00 Uhr

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