Stand: 29.05.2017 14:53 Uhr

Sag's mir ins Gesicht

"Hure", "Verbrecher", "Volksverräter": Hasskommentare im Netz zu posten, ist einfach. Diese Beleidigungen jemandem vis-à-vis um die Ohren zu hauen, nicht. Mit "Sag's mir ins Gesicht" will die Tagesschau etwas gegen respektlose Hate Speech in sozialen Netzwerken unternehmen.

30 Millionen Deutsche nutzen Facebook. Das sind mehr Menschen, als Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zusammen an Einwohnern haben. All diese Menschen diskutieren auf der Plattform miteinander, treten in einen Austausch und machen soziale Netzwerke damit zu öffentlichen Räumen. Hass, Verleumdungen, Hetze oder Lügen vergiften die Diskussionskultur und nehmen vielen Millionen Usern die Möglichkeit und Freude, offen und frei miteinander zu diskutieren.

"Stirb, dumme Neger-Fotze"

Die Tagesschau erlebt dieses Problem auf der eigenen Facebook-Seite mit über einer Million Followern jeden Tag. Es dauert nur wenige Minuten, bis Moderatorin Anja Reschke unter einem Post als "Hure", "Tussi" oder "Blondinchen" bezeichnet wird. Sie beschmiere "alle Deutschen mit Nazi Scheiße" oder man könne ihre "arrogante Fresse" nicht mehr sehen. Harte Worte, die nicht nur den Beschimpften treffen können. Hate Speech dieser Natur führt so schnell vom Thema weg, dass andere Nutzer kein konstruktives Gespräch mehr führen können. Das Krasse: User posten Beleidigungen und menschenfeindliche Kommentare heute einfach unter ihrem Klarnamen - sichtbar für jeden. "Stirb, dumme Neger-Fotze", kommentierte ein User eine ARD-Korrespondentin. Auf seinem Facebook-Profil konnte man lesen, wo er wohnt, wie viele Kinder und Enkelkinder er hat.

"Sag's mir ins Gesicht" gegen Hate Speech

Studien zeigen: Es ist leichter, jemanden zu beschimpfen, dessen Gesicht man nicht sieht. Mit der Aktion "Sag's mir ins Gesicht" wollen die Kollegen etwas gegen Hass und rechte Hetze in den sozialen Medien unternehmen. Das Ziel: Ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Hass nicht in eine gesunde Diskussion gehört und Respekt im Netz wichtig ist. In mehreren Facebook-Live-Videos fordern ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke, NDR-Innenpolitik-Chefin Anja Reschke und WDR-Kollegin Isabel Schayani die Verfasser von Hasskommentaren auf, sich ihnen von Angesicht zu Angesicht in einem Skype-Gespräch zu stellen. In Runde eins mit Kai Gniffke ist kein einziges beleidigendes Wort gefallen.

"Sag's mir ins Gesicht"

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N-JOY | 29.05.2017 | 09:20 Uhr

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