Stand: 08.11.2018 16:22 Uhr

So verhandelt ihr euer Gehalt richtig

Ihr fühlt euch ungerecht bezahlt? Gehaltsverhandlungen fallen besonders bescheidenen und schüchternen Menschen oft schwer. Wie es trotzdem klappt, verraten wir euch hier.

37 Prozent der Deutschen fühlen sich zu schlecht bezahlt. 56 Prozent sehen eine Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, was Löhne und Gehälter betrifft. Das zeigt eine neue Studie, für die "infratest dimap" zur ARD Themenwoche "Gerechtigkeit" 1.412 Menschen befragt hat.

Ihr gehört zu denen, die sich ungerecht bezahlt fühlen? Ihr findet, dass ihr mehr Geld verdienen solltet? Dann ab zum Chef - aber nicht, ohne diese Gos und No-Gos zu kennen:

Es geht um eure Leistungen - nicht um Emotionen

Bei der Gehaltsverhandlung sollte es nicht um Emotionen und auch nicht um andere gehen, sondern nur um euch und eure Leistung. Artur Jagiello arbeitet für die Internetplattform gehalt.de und ist Experte für Vergütungsfragen:

Das Wichtigste bei der Gehaltsverhandlung ist eine genaue Vorbereitung. Es geht ja um die eigene Leistung, es geht darum, was man für ein Unternehmen erwirtschaftet hat.

Notiert euch eure Erfolge

Deshalb empfiehlt Jagiello auch, im Alltag aufzuschreiben, wenn man ein Projekt erfolgreich abgeschlossen oder ein Problem gelöst hat. In einer idealen Welt würde der Chef solche Sachen mitbekommen - in der Realität sollte man ihn drauf aufmerksam machen. Solche Einzelbeispiele liefern in der Gehaltsverhandlung gute Argumente.


Seid nicht zu gierig, aber auch nicht zu vorsichtig

Artur Jagiello empfiehlt: "Wenn man sein Gehalt verhandelt, dann sollte man zwischen 5 und 10 Prozent mehr verlangen."


Macht das erste Angebot selbst

Der erste Wert ist der, um den sich die weiteren Verhandlungen drehen und auf den sich alle weiteren Angebote beziehen. Deswegen rät Jagiello dazu, das erste Angebot selber zu machen:

Erstens zeigt man, dass man sich mit sich selbst und seinem Marktwert beschäftigt hat und zweitens hat man eben den psychologischen Effekt, dass man einen Ankerwert setzt.


Geht mit einer krummen Summe in die Verhandlung

Einige Experten raten dazu, krumme Summen zu fordern. Wenn man zum Beispiel 43.700 Euro Jahresgehalt fordert, muss der Chef davon ausgehen, dass diese Summe das Ergebnis langer Überlegungen ist. Außerdem stehen die Chancen nicht schlecht, dass euer Chef dann in Hunderterschritten weiterverhandelt. Bei geraden Summen ist die Gefahr große, dass gleich in Tausenderschritten verhandelt wird - das Gegenangebot zu 43.000 Euro kann dann schnell 40.000 Euro lauten.


Denkt dran: Geld ist nicht alles

Wenn der Chef partout nicht mit sich reden lässt - oder vielleicht wirklich keine finanziellen Möglichkeiten hat, euer Gehalt zu erhöhen, überlegt euch vor dem Gespräch, was ihr stattdessen fordern könnt. Für jeden gibt es ja Sachen, die wertvoll sein können: ein größeres Büro, die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, mehr Urlaubstage, ein finanzieller Zuschlag zum Pendeln…


Seht die Verhandlung als sportlichen Wettkampf

Wenn ihr nicht zu verbissen verhandelt, sondern das Ganze mehr wie einen sportlichen Wettkampf seht, bleibt ihr flexibel und sichert euch damit vielleicht andere Vorteile.


Verhandelt auf keinen Fall zwischen Tür und Angel

Ein No-Go ist es übrigens, zwischen Tür und Angel mit dem Chef über das Gehalt zu verhandeln. Ihr solltet das nur im Rahmen eines längeren Gesprächs tun.

Und falls ihr merkt, dass er einen schlechten Tag hat, solltet ihr den Termin eventuell auch nochmal verschieben. Timing ist hier natürlich wie so oft ein wichtiger Faktor.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 15.11.2018 | 12:00 Uhr

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