Stand: 17.11.2017 14:53 Uhr

Til Schweiger vor Gericht

Til Schweiger polarisiert. Manche empfinden ihn als wohltuend und meinungsstark, andere als laut mit wenig dahinter. Vor allem seine Äußerungen in den sozialen Netzwerken rufen immer wieder Kontroversen hervor. Jetzt könnte der Schauspieler allerdings zu weit gegangen sein. Vor Gericht muss er sich für einen Post verantworten.

Vor der letzten Bundestagswahl setzte der Schauspieler angeblich einen Post auf seiner Facebook-Seite ab, in dem er behauptet, beim Einzug der AfD in den Bundestag, das Land zu verlassen. Nach der Wahl - bei der die AfD mit 12,6 Prozent in den Bundestag einzog - bekam Schweiger eine persönliche Nachricht einer Frau, die ihn an sein Versprechen erinnerte. Ihre Nachricht schloss sie mit den Worten: "Ihr Demokratieverständnis und Ihr Wortschatz widern mich an."

Verletztes Persönlichkeitsrecht vs. Beleidigung?

Schweiger antwortete darauf: "hey schnuffi...! date!? nur wir beide!?" und veröffentlichte die komplette Konversation auf seinem Profil - samt Klarnamen. Die Frau fand das gar nicht lustig, sah ihr Persönlichkeitsrecht verletzt, zog vor Gericht und verlangt nun Unterlassung.

Das Landgericht Saarbrücken hat beide Parteien vorgeladen

Der Fall wird aktuell vor dem Landgericht Saarbrücken verhandelt. Dabei ist nicht nur die Frau sondern auch Til Schweiger selbst vorgeladen - er wird sich allerdings von seinen Anwälten vertreten lassen.

Schweiger hat auf Facebook 1,4 Millionen Fans

Tatsächlich hat die Geschädigte gute Erfolgsaussichten. Das ist zumindest die Einschätzung des Medienanwalts Christian Solmecke. Gegenüber N-JOY sagte er:

Herr Schweiger hat eine private Nachricht veröffentlicht und das dürfte die Persönlichkeitsrechte der Frau verletzen. Das war nichts, das für die Öffentlichkeit bestimmt war. Insofern hätte Herr Schweiger diese Nachricht nicht veröffentlichen dürfen. Christian Solmecke

Wichtig ist dabei auch, ob ein Post im großen oder kleinen Kreis veröffentlicht wurde. Dabei gilt: Je größer der erreichte Personenkreis, desto schwerer wiegt "die Tat" und das kann möglicherweise auch eine Geldentschädigung nach sich ziehen, falls die Klägerin noch weiter geht. Schweigers Facebook-Seite hat derzeit etwa 1,4 Millionen Fans. Da Til Schweiger allerdings selbst auch verbal angegangen wurde, ist momentan noch nicht klar, wie der Fall ausgehen wird.

 

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N-JOY News | 17.11.2017 | 15:00 Uhr

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