Stand: 16.11.2018 05:00 Uhr

"Es ist wichtig, die Schönheit des Kosmos zu vermitteln"

Die Sternenforscherin Anna Frebel hat schon zwei Sterne entdeckt. Im neuen Talk-Podcast "Am Rand" mit Jörg Thadeusz erzählt sie, was sie unbedingt noch erforschen will und was sie am Sternenhimmel so fasziniert. Jetzt hier anhören!

Anna Frebel arbeitet mit Sternen, in die Zukunft schauen kann sie aber nicht. Im Gegenteil: Abgesehen davon, dass Astronomie als Sternenkunde und Astrologie als Sterndeutung zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen sind, ist Anna Frebel "stellare Archäologin" - statt mit der Zukunft beschäftigt sie sich mit der Vergangenheit.

Die Magie des Weltalls

Anna Frebel ist schon früh fasziniert vom Weltall: Mit 16 macht sie ein Praktikum in einer Schweizer Forschungseinrichtung, im Bücherregal ihres Kinderzimmers stehen Bücher über Sterne. Ein Teleskop hat sie als Kind allerdings nicht, denn es ist nicht nur die Schönheit des Weltalls, die sie anzieht. Anna Frebel interessiert sich dafür, wie Sterne entstanden und zusammengesetzt sind - und sie möchte neue Sterne oder ganze Galaxien entdecken.

Podcast "Am Rand": Anna Frebel im Gespräch mit Jörg Thadeusz

Im Podcast "Am Rand" erzählt Anna Frebel, wie das Weltall klingt, welche Entdeckung ihr größter Traum wäre und wie sie sich gefühlt hat, als sie einen neuen Stern entdeckt hat.

Das Bild zeigt den Schattenriss von Jörg Thadeusz als Cover zum N-JOY Talk-Podcast "Am Rand" © N-JOY / NDR Foto: Friederike Göckeler

Am Rand: "Wir schauen uns Sachen an, die noch niemand gesehen hat"

N-JOY -

Die Sternenforscherin Anna Frebel hat schon zwei Sterne entdeckt. In "Am Rand" erzählt sie Jörg Thadeusz, was sie am Sternenhimmel so fasziniert und was sie unbedingt noch erforschen will.

00:00:10 - Einführung und Vorstellung Anna Frebel
00:01:06 - Blick in die Zukunft? Anna Frebel über Vorurteile und Sternzeichen
00:02:04 - Warum Anna Frebel Astronautin werden wollte - und den Traum doch aufgegeben hat
00:03:20 - Mode & Co.: Anna Frebels typische Mädcheninteressen
00:05:07 - Wie Anna Frebels Schulpraktikum in der Schweiz sie indirekt ans MIT gebracht hat

00:06:46 - Warum Anna Frebel als Kind kein Teleskop hatte
00:07:58 - Ins Zentrum der Milchstraße schauen: Warum der Sternenhimmel auf der Südhalbkugel viel spektakulärer ist
00:09:17 - Sterne als Gaskugeln - was findet Anna Frebel so spannend an ihrer Arbeit?
00:10:48 - Wissenschaftliche Theorien und ihre Bestätigung oder Widerlegung
00:12:32 - Geräusche im All? Der Urknall als mathematischer "Bäng"
00:13:19 - Reisen, Interesse an Physik & Mathematik: Voraussetzungen für Anna Frebels Job

00:14:17 - "Star Trek" & Co.: Was Anna Frebel aus Weltall-Filmen zieht
00:15:46 - Die Entdeckung des "Frebel-Sterns" HE1327-2326
00:17:30 - Wie man neue Sterne findet und herausfindet, woraus sie bestehen
00:20:35 - Ins Rohr schauen? Wie die Arbeit mit großen Teleskopen funktioniert
00:22:32 - Klimaforschung vs. Sternforschung: Warum findet Anna Frebel ihren Job sinnvoll?
00:26:40 - Wissenschaft und Glaube: Wo im Universum könnte Gott sein?
00:28:17 - Erfolgserlebnisse und große wissenschaftlichen Fragen: Anna Frebels Ziele für die Zukunft


Jörg Thadeusz und Anna Frebel: Das ganze Interview zum Nachlesen

Jörg Thadeusz: Wäre ich mit der Frau, die hier mit mir sitzt, zu einem ersten Date verabredet - was wäre das Dümmste, was ich sagen könnte? Nehmen wir an, ich würde den Klassiker ziehen: "Welches Sternzeichen bist du?" Das wäre die dümmste Small-Talk-Variante, die man mit einer Sternenforscherin, einer stellaren Archäologin, wählen könnte.

Anna Frebel ist so eine Frau. Sie arbeitet seit 2006 am MIT in Boston und kümmert sich um Sterne. Und das Tolle ist: Anna Frebel hat tatsächlich auch schon zwei Sterne entdeckt. Frau Frebel, hat bei einer Verabredung mit Ihnen wirklich schon mal jemand gefragt, welches Sternzeichen Sie haben?

Anna Frebel: Bei einer Verabredung nicht direkt. Aber ich bekomme es natürlich trotzdem andauernd zu hören. Viele Leute schmeißen Astronomie und Astrologie in einen Topf. Ich sage dazu immer: "Nein. Ich kann euch leider nicht die Zukunft vorhersagen. Ich kann in die Vergangenheit schauen und das ist auch total super, aber deswegen kann ich leider noch nicht in die Zukunft schauen." Dann ist natürlich immer erst mal eine kleine Schweigepause, aber dann schwenkt man auf ein anderes Thema und dann ist es auch okay.

Thadeusz: Ich erinnere mich an den Film "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney, wo George Clooney sich dann irgendwann aus ganz selbstlosen Gründen losmacht und ins All verschwindet, in das Nichts des Alls. Ist das ein Moment, in dem Sie Sehnsucht bekommen? Oder geht es Ihnen da wie uns normalen Menschen, uns Nicht-Sternenforschern, dass Sie sagen: "Das ist gruselig"?

Frebel: Im All zu schweben?

Thadeusz: Im All hinfort zu schweben.

Frebel: Och, also, es kommt natürlich ein bisschen darauf an, ob man die Möglichkeit hat, wieder zurück zu kommen. Aber ich wollte ja als Kind auch erst mal Astronautin werden. Ich hoffe, dass viele Kinder auch Sachen über den Weltraum zu lesen und zu hören kriegen. Ich wollte also Astronautin werden und ich wollte am liebsten auch gleich herum schwirren und die Erde von Weitem sehen. Aber dann habe ich mich ein bisschen informiert und mal ein paar Leute gefragt - und dann hieß es auf einmal: "Ja, man muss nach Russland in das Trainingszentrum und dann in die Zentrifuge." Da war es bei mir dann ziemlich schnell vorbei. Denn schon mit Karussell fahren habe ich es nicht so ganz. Und dann bin ich halt Astronomin geworden - das ist am nächsten dran, denke ich mal.

Thadeusz: Ich weiß nicht, wie viele Jungs davon träumen, Feuerwehrmann zu werden, und werden es doch nie. Sie sind Mitte 30, Sie haben schon zwei Sterne entdeckt. Lassen Sie uns noch mal zurückgehen in diese Zeit als junges Mädchen: Normalerweise ist es ja so, dass man junge Mädchen immer mit Pferden zusammenbringt, mit Voltigieren ...

Frebel: Das hat meine Schwester gemacht!

Thadeusz: … Mode-Interessen und so weiter.

Frebel: Das hatte ich!

Thadeusz: Sie hatten Mode-Interesse?

Frebel: Genau. Wir haben eigentlich alles abgedeckt.

Thadeusz: Aber Sie haben gesagt, Sie wollten die Erde von außen angucken. Würde Sternenforscherei nicht ganz streng genommen so funktionieren, dass Sie als junges Mädchen da in den Himmel geguckt haben, nachts gesehen haben: "Da ist es dunkel und da funkelt es. Was ist da?"

Frebel: Ja, klar. Genau das habe ich gemacht. Also, alles zu dem Thema fand ich einfach wahnsinnig spannend. Das hat sich für mich aber überhaupt nicht ausgeschlossen mit der Tatsache, dass man sich auch für mehr klassisch mädchenhaftere Sachen interessiert - wie halt zum Beispiel Mode. Ich habe Kleidung entworfen und auch selbst genäht. Ich habe Ballkleider genäht, ich habe Hosen genäht. Ich habe immer noch zwei in meinem Schrank, die passen mir sogar auch immer noch, es ist ein Weltwunder. Ich wollte dann aber letztendlich nicht mein Hobby zum Beruf machen. Ich hatte Angst davor, dass ich nicht auf Knopfdruck kreativ sein kann. Das Lustige ist aber: Inzwischen bin ich eigentlich nur kreativ in meinem Job, denn ich muss mir das Universum oder ein Stückchen davon irgendwie vorstellen - und da müssen wir Daten sammeln, alte Sterne finden, um dann zu gucken, ob die Idee, die ich hatte, richtig oder falsch war.

Thadeusz: Frau Frebel, es gibt viele Jugendliche, die sich dafür interessieren, was da oben am Himmel los ist. Es gibt viele, die eventuell den Lehrer mal was fragen und es gibt welche, die dann noch mal ein Buch lesen. Aber es gibt natürlich sehr, sehr wenige Leute, die irgendwann am MIT in Boston landen und da schon seit vielen Jahren sind. Die noch nicht mal 30 sind, wenn sie da anfangen. Wann ist das noch hier in Deutschland aufgefallen, haben Lehrer vielleicht gesagt: "Oh, Anna, mit dir ist da was. Du hast da so ein hohes Interesse. Wir werden Dir da mal auf die Sprünge helfen" - gab es so etwas?

Frebel: Ja, so ähnlich. Wir mussten in der elften Klasse ein Betriebspraktikum machen. Das war drei Wochen lang. Einige sind zum Schreiner gegangen, die anderen in irgendeinen Pharmakonzern und ich bin nach Basel in das astronomische Institut gegangen. Ich hatte über Umwege schon vorher auf einer Schülertagung einen Astronomen von dort kennengelernt, den angesprochen und gesagt: "Hey, kann ich nicht irgendwie kommen?" Und der hat mich ernst genommen und zwar so weit, dass er gesagt hat: "Okay, wir organisieren das irgendwie, wir schaffen das!" Und mit dem bin ich auch heute noch immer befreundet. Das war also eine ganz wichtige Wegweisung. Dazu hatte ich auch noch eine Lehrerin, die das auch unterstützt hat. Diese Kombination hat mich letztendlich dann auch nach Australien gebracht.

Thadeusz: Das war also in Göttingen, wovon Sie gerade sprechen - die Lehrerin, die Sie unterstützt hat. Das heißt, dass Sie mit 17 Jahren ein merkwürdiges Bücherregal hatten, weil da solche Sachen standen, die eigentlich schon Forschungsliteratur waren? Oder stelle ich mir das falsch vor?

Frebel: Forschungsliteratur noch nicht ganz. Ich war mit 16 Jahren an diesem Institut und da habe ich auch schon mal meine ersten Papers vorgelegt bekommen. Das war nun alles auf Englisch und da habe ich noch nicht so viel verstanden, aber ich hatte grob eine Ahnung, wie das aussieht. Zu Hause hatte ich eher Fachliteratur für Kinder und Jugendliche.

Thadeusz: Und ein Teleskop?

Frebel: Nein, ein Teleskop hatte ich nicht.

Thadeusz: Sie hatten kein Teleskop? Und Sie haben sich so für die Sterne interessiert? Wie konnte das sein?

Frebel: Ach, das weiß ich auch nicht. Ich bin übrigens in Berlin geboren worden, aber natürlich in Göttingen dann aufgewachsen. Da regnet es viel, es gibt viele Wolken und die Sterne bekommt man gar nicht so oft zu sehen. Das Teleskop war irgendwie gar nicht so Thema. Und die Bilder, die man in den Büchern sieht, kamen natürlich von großen Teleskopen oder Weltraumsonden, das war sowieso alles viel detaillierter und interessanter, das hat mir völlig ausgereicht.

Thadeusz: Wann ist das erste richtig große Teleskop in Ihr Leben getreten?

Frebel: Als Doktorandin in Australien. Der Spiegel war zwei, drei Meter groß, aber ich war dann allein dafür verantwortlich. Und nachts konnte man sich dann auch noch oben auf das Teleskop auf den Dom drauflegen. Und das war einfach das Beste auf der Erde. Wenn man das nachts beobachtet - unter der Milchstraße in Australien und dann liegt man noch in dieser sternenklaren Nacht oben auf dem Teleskop drauf unter freiem Himmel - das ist "Out of this world!"

Thadeusz: Das heißt, Sie erkennen mit bloßem Auge dann Sachen, die wir logischerweise nicht dechiffrieren können, denn wir sehen einfach Sterne? Wir sehen womöglich den Großen Wagen, mit viel Glück.

Frebel: Na ja, viel mehr sehe ich auch nicht. Aber in der südlichen Halbkugel ist der Sternenhimmel ganz anders als hier im Norden. Das liegt an unserer Ausrichtung in der Milchstraße. Vom Süden guckt man in Richtung des Zentrums der Milchstraße und im Norden guckt man aus der Galaxie raus. Das heißt, im Süden ist es einfach viel, viel spektakulärer. Alle tollen Milchstraßenbilder kommen von da unten.

Thadeusz: Man guckt aus der Milchstraße raus. Es gibt einen Begriff, den kannte ich natürlich vorher beim besten Willen nicht, den habe ich gelernt, als ich mich auf unser Gespräch vorbereitet habe: das sogenannte Beyond. Davon ist immer die Rede, Sie würden Beyond gucken. Heißt das, Sie sind in der Lage - das ist ja nicht möglich - aus unserem Universum raus zu gucken?

Frebel: Nein, aus unserem Universum nicht, das ist ziemlich groß und das ist auch okay. Aber wir gucken tatsächlich von der Nordhalbkugel erst mal außen aus der Milchstraße raus. Wir leben in einer Scheibengalaxie, wir sitzen also zwei Drittel am äußeren Rand und man guckt entweder in die Richtung des Zentrums oder entgegengesetzt.

Thadeusz: Was, Frau Frebel, hat Sie daran so interessiert? Wenn man jetzt mal ganz ketzerisch spricht: Es ist nicht davon auszugehen, dass es irgendwo anders Leben gibt. Leben ist aber das, was es interessant macht. Sie selbst haben auch schon beschrieben, weil Sie ja häufig gebeten werden: "Erklären Sie uns mal, wie das im Universum so zugeht!" Sie haben schon häufig gesagt: "Sterne sind mitunter nichts anderes als Gaskugeln!" Da denkt man sich: "Ja, warum soll man sich jetzt die ganze Zeit Gaskugeln angucken. Es wäre doch eigentlich viel interessanter, wo Leben herrscht, wie Leben sich entwickelt, Katze, Schlange, Kuh, Mensch. Das ist doch spannend. Da draußen, da ist keiner, es ist kalt, wir kommen nicht hin." Warum?

Frebel: Na ja, zuerst muss ich mal sagen, inzwischen sind ja so viele Planeten gefunden worden und tagtäglich werden weitere gefunden, sodass wir gar nicht ausschließen können, dass es Leben gibt. Für mich selbst ist es natürlich interessant, aber es brennt mir jetzt nicht so auf der Seele wie die Sterne. Manche Leute sammeln Schneekugeln und erfreuen sich daran und das ist einfach hübsch. Und für mich sind das Sterne - zu gucken, aus was die gemacht sind und was die uns dann über das frühe Universum verraten, finde ich einfach wahnsinnig spannend. Und ich arbeite quasi an den allerersten grundlegendsten Anfängen, die auch für Leben ultimativ wichtig sind. Nämlich: Wo kommen die ganzen Elemente her und wie werden die gemacht, aus denen wir dann letztendlich bestehen. Also so ein ganz bisschen hänge ich auch mit drin.

Thadeusz: Aber dafür bekommen Sie ja keine Bestätigung. Sie können jetzt eine Theorie aufstellen. Es gibt ja zum Beispiel auch Leute, die bestreiten, dass unsere Erde durch den Urknall zustande gekommen ist, weil sie religiöse Theorien haben und so etwas, aber Ihre Theorie bleibt ja eine Theorie, Sie bekommen sie nie bestätigt.

Frebel: Na ja, das kommt immer so ein bisschen darauf an, wie man Theorie definiert. Für Wissenschaftler ist eine Theorie ein gedankliches und mathematisches Grundgerüst, das man dann mit Hilfe von Beobachtungen belegt oder widerlegt. Und es wird so lange als richtig angenommen, bis es eine Widerlegung gibt. Und ich arbeite daran, die chemische Entwicklung, also die Entwicklung der Elemente zu erforschen, wie die alle in den Sternen und Supernova-Explosionen gemacht werden, das ist eine Ableger-Theorie auch der Urknall-Theorie letztendlich. Alles was ich da produziere, hilft, das zu verstehen und weiter zu belegen. Manchmal denkt man, dass man erst mal in eine kleine Sackgasse geraten ist - und dann fragt man sich, ob das jetzt ein Problem mit der Theorie ist oder man einfach nur etwas übersehen hat oder es da noch Löcher in unserem Verständnis gibt, wo dann noch mehr Daten gesammelt werden müssen. Eine Theorie ist eigentlich erst mal gegeben. Bisher sieht es ganz gut aus. Wir haben keine Widerlegungsbeweise gefunden.

Thadeusz: Da wir uns, Frau Frebel, in einem akustischen Medium aufhalten, ist davon auszugehen, dass der Urknall wirklich mit einem Knall vonstatten gegangen ist?

Frebel: (lacht) Nein, eigentlich nicht. Mein Kollege sagt immer: "Es war eigentlich nicht der Big Bang, sondern der Little Sush" also eher so "hsch".

Thadeusz: Kann man sagen, wie sich das Weltall anhört, wie sich die Sterne im Weltall anhören?

Frebel: Nein, im Weltraum hört man nichts. Auch wenn man es bei "Gravity" und George Clooney und Sandra Bullock im Kino ordentlich knallen hört. Man hat ja kein Medium. Das Weltall ist ja hauptsächlich Vakuum, da werden keine Schallwellen weitergeleitet. Der Big Bang, der Urknall, wird halt als "Bäng" symbolisiert und dargestellt, weil das ja mathematisch eine Singularität ist, also da knallt es quasi mathematisch. Das ist eigentlich ohne Geräusche.

Thadeusz: Wussten Sie, wenn Sie sich mit den Sternen beschäftigen möchten, dass Sie dann in die Welt hinaus müssen?

Frebel: Ja, das ist mir da in Basel von den Doktoranden und auch von einigen Professoren eingetrichtert worden. Da war auch völlig klar: "Mach die Schule fertig! Mach so gut, wie du kannst! Dann musst du Physik studieren! Dann darfst du Astronomie machen!" (lacht)

Thadeusz: Sie haben ja schon gesagt, Sie haben sich mit dem Physiklehrer ausgetauscht. Physik war für Sie nichts Erschreckendes. Mathematik, die Grundlage von physikalischen Werten - auch kein Problem?

Frebel: Ich fand das lustig.

Thadeusz: Sie fanden das lustig?

Frebel: Ja, das hat Spaß gemacht.

Thadeusz: Was ja zum Beispiel Schüler wie mich aggressiv gemacht hat: Leute, die gesagt haben "das ist lustig", weil ich am Ende meines Verständnisses angekommen war und es für sie immer noch lustig war.

Frebel: Ja! Also ich habe auch nicht immer alles lösen können. Vielleicht, wenn ich noch mehr Zeit reingesteckt hätte. Aber ich habe das immer so gemacht, bis die Lust quasi ausging und das hat völlig gereicht.

Thadeusz: Diese Sachen wie Leben im Weltall, Raumschiff Enterprise, Star Trek, Krieg der Sterne … hat das auch irgendeine Rolle für Sie gespielt oder haben Sie immer schon gewusst: "Leute, das ist wissenschaftlich und technisch nicht machbar! Quatsch! Also packen wir das auf die Seite"?

Frebel: Ja, ich habe auch ziemlich viel Raumschiff Enterprise geguckt. Das fand ich auch irgendwie immer ziemlich cool - aber nicht im klassischen Trekkie sein, sondern eher so als generelle Motivation und Inspiration, quasi die Augen zuzumachen und sich vorzustellen: "Okay, jetzt reisen wir dahin und dahin und es gibt verschiedene Planeten und es gibt einen Kommunikator!" Und was haben wir heute? Wir haben Bildtelefon, das gab es damals schon. Wir haben eine Vielfalt von Planeten entdeckt. Wer weiß, was es da noch alles gibt. Im Moment gibt es natürlich in Amerika und sicher auch hier in Deutschland viele Diskussionen über Rassismus und Diversity und Inklusion, also Gleichstellung und alles solche Sachen. Das sind alles Themen, die sind von Raumschiff Enterprise alle schon in den 70er-Jahren aufgegriffen worden. Insofern finde ich, hat das auch durchaus vorbereitet auf das, was die große weite Welt vielleicht mal noch bringen könnte.

Thadeusz: Lassen Sie uns über HE1327-2326 reden. Diese Zahl können sich auch diejenigen, die ganz viel über Sterne wissen, nicht einfach so merken, wie ich gelesen habe. Deswegen sagen Sie einfach, das ist einer von zwei Frebel-Sternen, weil Sie den entdeckt haben?

Frebel: Ja.

Thadeusz: Wie geht das, Frau Frebel? Ich wäre jetzt der Meinung: Selbst, wenn ich ein Teleskop zur Hand nehme und der Himmel ist klar, sehen ja die Leute, die wie Sie Experten sind, das die ganze Zeit. Das heißt, alles ist entdeckt?

Frebel: Nein, natürlich ist noch nicht alles entdeckt, sonst hätte ich ja auch gar keinen Job mehr und meine Kollegen auch nicht. Es gibt ja zwei verschiedene Arten, wie wir Astronomen arbeiten. Eine Möglichkeit ist, dass wir ein Bildchen vom Himmel machen. Dann kommt es ein bisschen darauf an, wie lange man belichtet und wie groß das Teleskop ist, sprich, wie tief man in den Himmel schauen kann. Das ist eine Methode, die benutze ich aber eigentlich nicht. Ich benutze die Methode der Spektroskopie. Damit bekommt man raus, aus was sich ein Objekt zusammensetzt.

Thadeusz: Das habe ich mich immer schon gefragt. Die beiden Sterne, die Sie entdeckt haben, sind sehr alte Sterne. Das erschließt sich mir schon nicht: Sie waren da nie, Sie werden da nie sein, Sie werden davon nicht, wie Sie schon mal gesagt haben, eine Löffelprobe bekommen. Also, woher wissen Sie, dass dieser Stern 13 Milliarden Jahre alt ist?

Frebel: Magie! Zauberei! (lacht)

Thadeusz: Davon können Sie mir auch was erzählen.

Frebel: Also, wir haben einen sogenannten Spektograph an unserem Teleskop sitzen. Der Spiegel sammelt das Licht und dann wird es durch den Spektographen geleitet und dieser Spektograph ist nichts anderes als ein großes Prisma. Das heißt, wir machen einen Regenbogen aus unserem Sternenlicht. Und dann haben wir eine Kamera hinten dran. Damit wird eigentlich der Regenbogen aufgenommen, aber es gibt noch einen kleinen Unterschied zum echten Regenbogen auf der Erde, nämlich: In diesem Regenbogen fehlen verschiedene Farben. Das ist genau der Trick: Das kommt aufgrund dessen, dass in der Sternenatmosphäre, die wir ja beobachten, lauter Atome in dem Gas sind - und da sind Wasserstoff- und Heliumatome natürlich, weil Sterne hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium bestehen. Aber es gibt auch Atome von anderen Elementen, nämlich Eisen, Kohlenstoff, Sauerstoff, Magnesium und Natrium und alle aus dem Periodensystem. Jedes von diesen Elementen frisst ein kleines bisschen Licht bei verschiedenen Stellen. Je nachdem, wie viel weggefressen worden ist und wo etwas weggefressen worden ist, wissen wir dann halt genau, wer da der Böse war (lacht). Und das ist eigentlich auch schon das Geheimnis. Das ist wie der Massenspektrometer bei diesen ganzen Krimi-Sendungen, wo die dann immer den Täter überführen, weil sie irgendwie in dem Tuch, das untersucht wurde, festgestellt haben, dass da noch irgendeine Zigarettenasche drin war oder so.

Thadeusz: Dieser Moment, in dem Sie die beiden Frebel-Sterne entdeckt haben, da muss ich immer an amerikanische Spielfilme denken, in denen man das dramatisieren würde. Das wäre dann so ein "Oh my god!"-Moment. War das auch so?

Frebel: Ein bisschen.

Thadeusz: Sie haben – was denn – vor sich gesehen, um sich selbst klarzuwerden: "Man glaubt es kaum! Ich habe einen Stern entdeckt"?

Frebel: Na ja, ich habe schon ziemlich viele Sterne in dem Sinne entdeckt, weil wir ja immer die Häufigkeit bestimmen von denen, das sind schon Hunderte. Aber es sind halt diese zwei Ausnahmesterne. Mit dieser Spektroskopie gibt es verschiedene Schritte, je nachdem. Eine ist eine mittlere Stärke und dann gibt es noch eine ganz gute, ganz detaillierte Aufnahme, die man machen kann. Wir waren bei diesem mittleren Schritt. Wir hatten da einen Kandidaten, der sah einfach bombastisch gut aus und da war es echt so: "Oh my God! Das müssen wir jetzt sofort weiter untersuchen." Und dann haben wir einen Kollegen angeschrieben und der hatte gerade zufällig die nächste Woche Zeit an dem riesigen Subaru-Teleskop auf Hawaii. Und da haben wir dann diese detaillierte Aufnahme bekommen, die wir dann auch brauchten, um das überhaupt zu bestätigen. Wir hatten es dann irgendwie schon geahnt und gehofft. Meistens in solchen Fällen kommt da nichts bei herum. Aber in dem Fall war dann der Champagner ziemlich schnell offen. (lacht)

Thadeusz: Wie gucken Sie dann? Sie gucken ja nicht mehr in ein Rohr rein. Wie Sie gerade gesagt haben, schickt der Kollege ein Bild oder das Riesen-Teleskop liefert Ihnen, während Sie beobachten, ein Bild auf den Computer?

Frebel: Genau. Es ist eigentlich wie eine Digitalkamera. Da kann man gleich sogar dazu sagen, dass die Digitalkamera existiert, weil die Astronomen nicht mehr etwas auf fotografischen Platten aufnehmen wollten, sondern das digitalisieren wollten. Ja, ich drücke erst mal auf das Knöpfchen und sage: "Jetzt Belichtung starten", und dann eine halbe Stunde oder eine Stunde später ist das fertig und dann kriege ich das Bild auf den Computer. Bei der Spektroskopie sieht man dann diesen Regenbogen, nicht mehr in Farbe, sondern nur in Schwarz-Weiß, aber mit diesen ganzen weggefressenen Linien - und das macht mich fröhlich.

Thadeusz: Dieser Berg, glaub ich, auf Maui, wo diese Teleskope ...

Frebel: Die sind auf der Big Island in Mauna Kea, sorry.

Thadeusz: Und Haleakalã? Da sind doch auch solche Riesendinger, wo NASA dran steht?

Frebel: Da sind auch welche, genau. Das sind die Panstars, Starway Teleskope.

Thadeusz: Und diese Teleskope, auf Big Island oder auf Maui, die liefern Ihnen die Bilder nach Boston, was ja zigtausend Kilometer entfernt ist? Oder welche Teleskope sind das, wenn Sie sagen: "Ich schalte auf Belichtung"? Wo ist das Teleskop, mit dem Sie in den Himmel gucken?

Frebel: Also, man muss schon selbst irgendwie vor Ort sein oder bei einer Basisstation, wo man dann mit den Leuten direkt oben am Teleskop redet und das dann runtergeladen bekommt. Ich selbst fliege nicht mehr nach Hawaii, da war ich auch schon ein paar Mal. Ich fliege nach Chile, nach Südamerika, da gibt es schon seit 20 oder 30 Jahren sehr, sehr viele Teleskope, hauptsächlich von den Europäern. Die europäische Südsternwarte ist dort sehr vertreten, aber auch ein paar von den Amerikanern, und ich fliege da zu den Magelan-Teleskopen.

Thadeusz: Jetzt könnten Leute sagen: "Frau Frebel, die Amerikaner haben vorerst die bemannte Raumfahrt eingestellt. Wir haben mit dem Klimawandel so viel zu tun, wir müssen uns so fürchten. Die Eisbären ertrinken schon, weil die Eisflächen nicht mehr ausreichen, weil sie die Distanzen zwischen den Eisflächen nicht mehr schaffen. Meinen Sie wirklich, dass es sinnvoll ist, wie Sie selbst sagen, sich Glaskugeln, zigtausende von Kilometern entfernt, durch das Teleskop anzugucken und zu bestimmen, wie alt die nun wirklich sind?" Warum ist das sinnvoller, warum soll uns das sinnvoll erscheinen?

Frebel: Jetzt das beobachten selbst oder die Analyse?

Thadeusz: Das Beobachten und die Analyse, das eine hängt ja mit dem anderen zusammen.

Frebel: Die meisten Teleskope sind inzwischen schon umgestellt worden, dass man da gar nicht mehr hinfliegt. Das kann man dann tatsächlich so ferngesteuert machen und da kann man dann auch die Daten tatsächlich im Büro runterladen, selbst wenn die in Chile aufgenommen worden sind. Für meine Arbeit lohnt es sich eigentlich immer noch da hinzufliegen, denn wir machen ja diese Entdeckungsarbeit und da muss man unheimlich viele Entscheidungen treffen. Da ist es einfach am Besten, wenn man vor Ort ist. Denn manchmal, wenn man so eine Superentdeckung macht, muss man aus den verschiedensten Gründen schnell handeln und dann geht das wirklich am Besten dort.

Thadeusz: Aber wenn man die Frage stellt, warum es Ihre Arbeit braucht? Wir könnten Sie als Physikerin fabelhaft gebrauchen, um weitere Klimaprognosen anzustellen. Da gibt es nach wie vor große Schwierigkeiten, weil keiner bei der Vielzahl der Daten genau sagen kann, was dabei rauskommt. Also, wir könnten Sie als Physikerin gut gebrauchen, Sie haben schon zwei Sterne entdeckt, da ist es doch auch mal gut jetzt! (lacht) Warum muss das weitergehen, was haben wir als normale Menschen, die einfach nur in den Himmel gucken, von Ihrer Grundlagenforschung, die Sie betreiben?

Frebel: Naja, Grundlagenforschung, wie der Name schon sagt, hat erst mal so mit der Menschheit oder dem täglichen Leben, will ich mal sagen, nicht so viel zu tun, aber genau deswegen macht man es ja. Weil man nie weiß, was man findet. Und einige Technologien wie halt zum Beispiel diese kleinen Chips, die in jedem Mobiltelefon sind, gibt es auch da ab und zu Entdeckungen oder technologische Entwicklungen, die tatsächlich dann im täglichen Leben einen großen Wert finden. Die ganze Teleskopbauerei ist ganz vorne dran an der Entwicklung von neuen Technologien, wie man Sachen aufnimmt. Viele meiner Kollegen, die Radio-Astronomie machen, arbeiten inzwischen in Jobs, wo sie nicht mehr sagen dürfen, was sie überhaupt machen, also irgendwelche Satellitentechniken mit Infrarotdaten, da schwappt schon einiges über. Wir trainieren Leute, tatsächlich sind auch einige von meinen Studenten nicht mehr in der Forschung geblieben, die leisten inzwischen gute Dienste. Wir trainieren Leute, die sehr gut denken können und die vor allen Dingen auch viele, viele technische Fähigkeiten haben. Viele enden in der Big Data Branche, das ist natürlich das Neueste, was eigentlich überall gebraucht wird, in der Biologie, sicher auch in der Klimaforschung. Den Aspekt finde ich heutzutage ganz wichtig. Weiterhin ist es natürlich auch wichtig, auch den Leuten die Schönheit des Kosmos zu vermitteln. Denn selbst, wenn der Schuh oft zwickt im täglichen Leben, braucht es auch manchmal irgendwie, finde ich, noch so Momente, wo man sagt: "Hach, jetzt kann ich mal tief durchatmen, jetzt kann ich mal etwas genießen!" Viele Leute gehen gerne in die Natur oder sie pflanzen Blumen auf den Balkon, weil das einem irgendetwas gibt für das Leben. Und die astronomischen Bilder, die wir produzieren, und auch die Geschichten über alte Sterne oder junge Sterne und neue Planeten, das fällt in die gleiche Kategorie. Die Leute kommen zu den Vorträgen und fragen Fragen. Und das ist so wichtig für sie - zu wissen, dass es da auch noch schöne und andere Sachen außerhalb unserer Erde gibt. Das empfinden viele, viele Leute als große Bereicherung.

Thadeusz: Weil Sie sagen, es gibt diese wichtigen Fragen - kommen wir zu einer der wichtigsten Fragen: Sie haben in die äußersten Ecken des Universums schon reingeguckt. Wo, Frau Frebel, könnte Gott sein?

Frebel: Wenn ich ihn finde, werde ich Ihnen gleich Bescheid sagen. (lacht) Das weiß ich natürlich auch jetzt nicht so direkt. Danach mit dem Teleskop zu suchen, bringt wahrscheinlich auch nicht viel. Für mich selbst ist es weniger so eine Frage eines speziellen Gotts oder wie man das auch immer bezeichnen möchte. Was für mich bei meiner Arbeit wichtig ist, ist, dass man staunen kann über das, was man da antrifft. Weil wir gucken uns tatsächlich Sachen an, die hat sich so noch niemand angeschaut und hat auch vielleicht noch niemand so darüber nachgedacht. Und manchmal dann zu sehen, wie das alles so zusammenpasst und wie man diese Story unseres Universums langsam aber sicher zusammen puzzelt und wie das einfach alles so hinhaut, das ist absolut krass. Dass das alles so ist, wie es ist, und dass wir mit Hilfe der physikalischen Gesetze alles so hinpuzzeln können und wieder rekonstruieren können, das hat schon irgendwie etwas Magisches, etwas Anziehendes. Das ist für mich schon fast religiös, da habe ich sehr viel Glauben dran. Und das hilft einem dann auch, weiter zu kommen oder auch noch mal neu anzusetzen, wenn man mal in einer Sackgasse gelandet ist - und das macht mir dann auch Spaß.

Thadeusz: Sie sind noch ein ganzes Weilchen von Ihrem 40. Geburtstag entfernt, Frau Frebel, und Sie haben aber schon zwei Sterne entdeckt. Sie sind schon an einer der Institutionen für Sternenforschung, für wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Universum, nämlich beim MIT in Boston. Was sind Erfolgserlebnisse, die Sie sich unbedingt wünschen oder die Sie anstreben, die Sie angepeilt haben?

Frebel: Na ja, also wir haben jetzt neulich eine kleine Zwerg-Galaxie entdeckt, die ist voll mit den schweren Elementen aus dem unteren Teil des Periodensystems. Um eine ganz lange Geschichte kurz zu fassen: Diese Entdeckung hat uns geholfen, ein 60-jähriges Problem der Entstehung der schwersten Elemente mehr oder weniger zu lösen oder zumindest mal die Tür da weit aufzuschmeißen. Das wollte ich eigentlich schon immer. Ich habe mich schon immer für diese ganz schweren komischen Elemente wie Europium, Iridium und Osmium, all solche komischen Sachen interessiert und schon vor über zehn Jahren hatte ich immer im Gefühl: "Man, das ist ein schweres Problem, aber du sitzt da an der richtigen Sache mit den Sternen. Das wirst du mal knacken!" Und das hat dann auch geklappt, aber ohne dass ich es darauf angesetzt habe. Wenn man offen ist für Neues, dann kommt das auch. Man muss das manchmal riechen und dann klappt es auch. Und genauso mache ich das eigentlich auch weiter. Man muss die Augen, die Ohren und die Nase offen halten und dann gucken, wohin einen der Wind bläst.

Thadeusz: Was ist denn die dickste Frage für Sie? Sie sind im Urlaub, Sie gehen am Strand spazieren und Sie denken sich: "Ach, da ist diese eine Sache, ich wüsste das so gerne. Ich weiß nicht, wie ich da genau weiter kommen soll. Ich muss das noch mal probieren. Ich muss es vielleicht enger umzingeln." Was ist so eine Frage für Sie? Sie haben jetzt gerade gesagt, dass Sie auf dem Weg sind, die Herkunft der schweren Elemente zu lösen, aber was könnte das noch sein für Sie?

Frebel: Da gibt es noch ziemlich viele Fragen, die dazu gehören, und da habe ich mir schon oft den Kopf darüber zermartert. Aber meistens ist es ja so: Wenn man dann irgendwie die Nase in etwas anderes steckt, hat man irgendwann so einen Aha-Moment und sagt: "Ah, das passt doch jetzt eigentlich da drüben!" So geht das eigentlich bei mir immer, aber die große Frage ist natürlich: "Wie ist unsere Milchstraße entstanden?" Und da helfen einem die alten Sterne auch. Einzelne Sterne helfen uns inzwischen, die Entwicklung von ganzen Galaxien zu verstehen, das ist eine ganz neue Entwicklung, die auch meine Arbeit vorangetrieben hat - und das ist sehr spannend. Man muss dann also auch diese Chance erkennen und das dann auch machen. Wir benutzen die Sterne kaum der Sterne selbst wegen, sondern hauptsächlich, um entweder in der Vergangenheit zu graben oder die Entstehungsgeschichte der Milchstraße zu verfolgen.

Thadeusz: Das erklärt, dass Sie auch stellare Archäologin genannt werden, also Sachen untersuchen, ohne tatsächlich graben zu können. Zum Schluss, Frau Frebel, eine Frage, mit der wir angefangen haben und die Sie bisher noch nicht beantwortet haben: Welches Sternzeichen sind Sie?

Frebel: Stier!

Thadeusz: Okay, vielen Dank. Anna Frebel ist die Entdeckerin des HE1327-2326, einem von zwei Frebel-Sterne im Universum. Dankeschön, Frau Frebel.

 

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | 18.11.2018 | 21:00 Uhr

Hier weitere Podcast-Folgen hören

Kampfpilotin: "Ich wollte immer an meine Grenzen gehen"

02.12.2018 21:00 Uhr

Ulrike Fitzer ist die erste Kampfpilotin der Bundeswehr. In "Am Rand" erzählt sie, wie ein Scherz sie auf diesen Berufswunsch gebracht hat und wie gefährlich ihr Job ist. mehr

"Ich stecke mir alles in den Mund, was nicht giftig ist"

11.11.2018 21:00 Uhr

Der Restaurantkritiker Jürgen Dollase meint, wir müssten beim Geschmack toleranter werden. In "Am Rand" erzählt er, warum - und wie wir auch mit wenig Geld ein Geschmacksfeuerwerk zaubern können. mehr

"Wenn es brennt, möchte jeder von uns vorne dabei sein"

04.11.2018 21:00 Uhr

Jan Ole Unger hat das Feuerwehr-Gen: Schon sein Vater war Feuerwehrmann, er selbst wollte schon als Kind Feuer löschen. In "Am Rand" erzählt Unger von seinem Arbeitsalltag bei der Berufsfeuerwehr. mehr

Am Rand: "Was einen umbringt, ist die Panik"

28.10.2018 21:00 Uhr

Die Freitaucherin Anna von Boetticher taucht ohne Sauerstoffflasche über 100 Meter tief. Im Talk-Podcast "Am Rand" mit Jörg Thadeusz erzählt sie, warum die Tiefe sie so fasziniert. mehr

"Ich habe unzählige Todesnachrichten überbracht"

21.10.2018 21:00 Uhr

Die Psychotherapeutin Dr. Angélique Mundt begleitet Menschen in den schlimmsten Ausnahmesituationen ihres Lebens. In "Am Rand" erzählt sie, warum eine Todesnachricht schnell überbracht werden muss. mehr

Türsteher: "Ich bin ein Reinlocker!"

14.10.2018 21:00 Uhr

Tausende strömen jedes Wochenende auf die Hamburger Reeperbahn. Immer mittendrin: Türsteher Viktor Hacker. In "Am Rand" erzählt er, ob er schonmal richtig zuschlagen musste und was als Gast gar nicht geht. mehr

Soldat: "Die Wenigsten wissen, was ich gesehen habe"

07.10.2018 21:00 Uhr

Olaf Kramer war Scharfschütze, hat im Jugoslawienkrieg Menschen getötet und schreckliche Dinge gesehen. Welche Folgen die traumatischen Erlebnisse für ihn hatten, erzählt er im neuen Podcast "Am Rand". mehr

Fast 20 Jahre Zeugin Jehovas - ein Gespräch

30.09.2018 21:00 Uhr

Giulia Silberberger erzählt im Gespräch mit Jörg Thadeusz, wie die Angst vor der Apokalypse sie bis heute beeinflusst - und warum sie die Zeugen Jehovas hinter sich gelassen hat. mehr

Extremschwimmer: "Hände und Füße sterben irgendwann ab"

23.09.2018 21:00 Uhr

Der Extremschwimmer André Wiersig will die sieben extremsten Meerengen der Welt durchschwimmen. Im Gespräch mit Jörg Thadeusz erzählt er, warum er drei Jahre lang nur in 12 Grad kaltem Wasser geduscht hat. mehr

11 Jahre war Dominik Bloh obdachlos - ein Interview

16.09.2018 21:00 Uhr

Im Gespräch mit Jörg Thadeusz erzählt Dominik Bloh, warum man auf der Straße nur überlebt und nicht lebt - und wie viel Straße auch jetzt noch in ihm steckt. mehr

Mehr zum Podcast "Am Rand"

Am Rand - Der N-JOY Talk mit Jörg Thadeusz

Jörg Thadeusz spricht mit Menschen, die "am Rand" stehen: am Rande der Gesellschaft, am Rande der Moral, Grenzgänger, die selten zu Wort kommen, aber viel zu sagen haben. mehr

Archiv: Hier alle Folgen hören und abonnieren

Jörg Thadeusz spricht mit Menschen, die "am Rand" stehen: am Rande der Gesellschaft, am Rande der Moral, Grenzgänger, die selten zu Wort kommen, aber viel zu sagen haben. mehr

N-JOY
#

Lieblingssong? Teilen!
Achtung. Beim Klick auf das Facebook-Icon wird eine Verbindung zu Facebook hergestellt. Dabei werden bereits Daten an Facebook übertragen.
Songtitel posten: Facebook
01:00 - 06:00 Uhr  [Webcam]