Online-Shopping © picture-alliance Fotograf: Christian Ohde / CHROMORANGE

Online-Shops: "Kaufen"-Button wird zur Pflicht

Mal eben was im Internet bestellen und es schon am nächsten Tag in der Post haben: Dafür ist Online-Shopping einfach großartig. Weil es unter den Online-Händlern aber auch immer wieder schwarze Schafe gibt, ist am 1. August 2012 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten. Sie soll euch vor Betrügern schützen und den Online-Handel vertrauenswürdiger machen.

Die neue Vorschrift im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird auch "Button-Lösung" genannt und funktioniert so: Zukünftig müsst ihr jeden Onlinekauf durch einen zusätzlichen Klick auf eine Schaltfläche bestätigen, die mit deutlichen Hinweisen wie etwa "kostenpflichtig bestellen" oder "kaufen" beschriftet ist. Außerdem müssen alle Kaufartikel und der endgültige Preis übersichtlich auf derselben Seite erkennbar sein. Button-Beschriftungen wie "absenden" oder "bestellen" sind dann nicht mehr zulässig.

Keine Chance für versteckte Kosten

Collage: Button-Lösung © NDR
Montage: Die sogenannte Button-Lösung. Künftig müssen Knöpfe eindeutiger beschriftet sein.
Den Ausschlag für die Gesetzesnovelle gaben unseriöse Abzockerseiten. Eine beliebte Taktik war es, Downloads als gratis anzubieten, zum Beispiel SMS-Pakete oder Kochrezepte. Zwar sind die ersten Downloads tatsächlich kostenlos, doch der Teufel steckt im Kleingedruckten. In den zu bestätigenden AGBs verpflichtet ihr euch bei solchen Angeboten meistens zu einem kostenpflichtigen Bezahl-Abo. Das wird sich nun ändern: Durch die neue Regelung ist zukünftig jeder Mausklick, der euch Kosten verursacht, klar gekennzeichnet.

Verstöße sollen bis zu 800 Euro kosten oder unter Umständen Gerichtsverfahren nachsichziehen. Zuständig für die Kontrolle betreffender Seiten sind die jeweiligen Bundesländer. Heißt im Umkehrschluss: Sitzt ein Unternehmen im Ausland, kann gegen Verstöße von Deutschland aus nicht ermittelt werden.

 

Auch Gütesiegel sind nicht mehr gültig

Nicht ganz so glücklich über die neue Regelung sind Anbieter von Gütesiegeln im Netz. Denn ihre bisherigen Gütesiegel sind mit dem Inkrafttreten der Button-Lösung nicht mehr rechtskonform. Nun müssen die Kriterien aktualisiert und die Prüfzertifikate neu vergeben werden. Und auch auf die Online-Händler kommen zusätzliche Arbeit und Kosten zu, denn sie müssen ihre Websiten grafisch und technisch umstellen.

Darauf solltet ihr achten

Für euch bedeutet das: Geht auf Nummer sicher und nutzt nur Onlineshops, die euch die vorgeschriebene Kostenübersicht und den "Kaufen"-Button anzeigen. Bei Gütesiegeln solltet ihr darauf achten, ob sie schon aktualisiert wurden.

Solltet ihr bei einem Onlinekauf verunsichert sein, könnt ihr euch außerdem an den Fachbereich Telefon und Internet der Verbraucherzentrale wenden, die User zu rechtlichen und finanziellen Fragen beraten.

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