Stand: 30.08.2017 10:36 Uhr

Chat-Fiction: Literatur als Kurznachrichten

Ein Babysitter in Not, eine Liebesgeschichte oder eine Zombieapokalypse: Chat-Fiction ist eine neue Erzählform, die euch mit kurzen Chatnachrichten eine Geschichte eurer Wahl auf dem Smartphone erzählt. Wie es funktioniert - wir haben drei Apps ausprobiert.

"Hallo?" - es ist ein Hilferuf. Der Fremde ist ein Überlebender, der letzte, glaubt er, der eine Zombieapokalypse lebend überstanden hat. Er erklärt euch, wie die Welt draußen vor der Wohnungstür aussieht, was das Virus angerichtet hat und sucht Hilfe.

Vielfältige Geschichten: Mystery, Horror oder Endzeit-Stimmung

Es ist der Anfang einer Chat-Fiction-Geschichte, einer neue Erzählform, die Serienjunkies und WhatsApp-Liebhaber begeistern soll. Das Konzept: Ihr wählt eine Geschichte aus - begleitet einen verzweifelten Babysitter, erlebt die Zombieapokalypse mit oder lest den Chat einer Mutter, deren Kind den eigenen Hund umgebracht hat.

Per Chat in eine neue Welt eintauchen

Jede dieser Geschichten erzählen Apps mit kurzen Chat-Nachrichten. Immer wenn ihr auf den Bildschirm klickt, erreicht euch eine neue Nachricht und die Geschichte geht weiter. Es ist ein Trend, der sich in den USA bereits verbreitet und auch in Deutschland haben die Chat-Geschichten für Zwischendurch bereits Fans. Drei Apps, die Geschichten auf Deutsch erzählen, haben wir ausprobiert.

1. The Parallax - Kampf gegen die Apokalypse

Es ist ein Chat-Abenteuer in das ihr selbst eingespannt seid. David - der einzige Überlebende einer Apokalypse - sucht einen Gesprächspartner. Ihr und David habt den Zombies getrotzt und lernt euch langsam näher kennen. Dabei schildert David die Geschichte und erzählt im SMS-Format von den Vorfällen in seiner Umgebung. Ein Virus hat sich ausgebreitet und Menschen zu Zombies gemacht. Langsam chattet ihr euch bei Parallux (für iOS & Android) in eine neue Welt - die ihr sonst nur in Büchern oder Serien und Filmen betreten könnt. Die erste Folge "A new Friend" ist kostenlos, die weiteren neun müsst ihr kaufen oder euch "verdienen", indem ihr Werbung anseht.

Fazit: Eine nette Geschichte für Zombie-Liebhaber und Überlebenskünstler, die zwischendurch etwas Zeit zum Lesen und Antworten haben.

 

2. Hooked - ein gruseliges Baby

"Die Nase des Babys blutet" schreibt Gina. Ihre Tante antwortet "Kneif ihr einfach in die Nase". Doch damit ist es nicht getan: Das Kind spricht wirr, immer wieder das gleiche Wort. Die Tante gerät in Panik und rät ihrer Nichte und Babysitterin niemanden ins Haus zu lassen - nicht einmal die Eltern. Bei dem Abenteuer, das die Chat-Fiction-App Hooked erzählt, müsst ihr nicht interagieren. Die Geschichte tröpfelt mit jedem Klick auf den Bildschirm ein bisschen weiter. Als heimlicher Beobachter seht ihr zu, wie Nichte und Tochter das Problem mit dem gruseligen Baby lösen.

Fazit: Es ist Mystery-Abenteuer in kleinen Chat-Bröckchen. Die Geschichte und auch der Dialog sind noch nicht ausgereift. Um die Langweile auf der Toilette oder beim Warten auf den Bus zu vertreiben, reicht es aber. Nachteil: Die Basis-Version der App ist kostenlos (iOS & Android). Ihr könnt nicht die ganze Geschichte am Stück lesen. Nach einiger Zeit werdet ihr aufgefordert, zu bezahlen (ab 3 US-Dollar pro Woche / etwa 2,50 Euro) oder 41 Minuten zu warten, um weiterlesen zu können.

 

3. Tap - die Qual der Wahl

Hier gibt es nicht nur eine Geschichte: Tap bietet eine Auswahl an Chat-Fiction-Stories an. Bei "Versteck Dich" lest ihr, wie der Ehemann seine Frau vor der vermeintlich vom Teufel besessenen Tochter warnt - die offenbar nicht nur den Hund der Familie umgebracht hat, sondern es auch auf Mutter und Vater abgesehen hat. Bei "Friend Zone Fail" chatten zwei beste Freunde miteinander - doch einer der beiden verspricht sich von der Freundschaft mehr. Und bei "Teds letzte Freundin" meldet sich eine vermeintlich tote Ex-Freundin per SMS zurück. Die Geschichten verfolgt ihr, wie auch bei Hooked als stiller Beobachter. Beeinflussen - wie bei The Parallax - könnt ihr sie nicht. Aber zumindest die Anfänge der Geschichten ziehen den Leser direkt in die Geschichte und die kurzen Chat-Nachrichten verleiten immer wieder dazu, nochmal zu klicken und weiterzulesen.

Fazit: Tap überzeugt vor allem mit seiner Auswahl. Die Geschichten sind nett erzählt. Die App ist in der Basis-Version kostenlos (iOS & Android). Doch wer zuviel liest, muss zahlen. Die Preise sind ähnlich wie bei Hooked und beginnen bei 3 US-Dollar (etwa 2,50 Euro) für eine Woche.

 

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N-JOY | N-JOY mit Susan Hammann | 30.08.2017 | 11:20 Uhr

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