Stand: 25.09.2017 18:56 Uhr | AutorIn: Dennis Bangert, Eva Köhler, Anthrin Warnking

Handy mit Vertrag kaufen: Lohnt sich das?

Das iPhone X ist vorgestellt, das iPhone 8 startet in den Verkauf und die große Frage ist: Wo bekommt ihr das Gerät am Günstigsten? Wir haben nachgerechnet, ob ihr mit einem Vertrag oder einem direkten Kauf im Netz oder im Elektromarkt günstiger weg kommt.

Es gibt zwei Lager der Smartphone-Käufer: Die Einen kaufen es im Laden, zahlen einmal und sind glücklich. Die Anderen bezahlen das neue Lieblingsgerät im Vertrag in Raten ab. Die Faustregel, die bis heute verbreitet ist: Ein Handy über einen Vertrag zu kaufen, ist immer teurer als ein Direktkauf. Stimmt das? Wir haben für euch verglichen.

Die Testbedingungen

Das iPhone 8 verkauft Apple aktuell für 800 Euro, das iPhone 7 mit 32 Gigabyte Speicherplatz gibt es auf der offiziellen Webseite für 630 Euro. Das Samsung Galaxy S8 mit 64 Gigabyte Speicherplatz kostet online aktuell 550 Euro (Stand: 14.9.2017). Die Preise dienen uns als Vergleich bei der Frage: Lohnt sich der Kauf in Raten über einen Handytarif? Sind die Angebote der Mobilfunkanbieter teurer als der aktuelle Marktwert des Smartphones oder vielleicht sogar niedriger?

Anmerkung: Der Übersichtlichkeit halber haben wir alle Preise gerundet - statt mit 149 Euro rechnen wir zum Beispiel mit glatten 150 Euro.

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Wir haben Smartphone-Preise vergleichen - nicht die Preise der Handy-Tarife

Für uns ist wichtig: Was muss der Kunde für ein neues Telefon innerhalb der zwei Jahre bezahlen - ist es mehr oder weniger als der aktuelle Marktwert des Smartphones? Was wir nicht verglichen haben, sind die Preise der Handy-Tarife der Mobilfunkanbieter untereinander. Dass ein Vertrag bei der Telekom tendenziell teurer ist als vergleichbare Leistungen bei O2, ist bekannt und spielt bei der Frage, ob es teurer ist, ein Handy zu seinem Vertrag dazuzukaufen, keine Rolle.

Die Telekom

Sie gilt bei Verträgen als der teuerste Anbieter. Bei Smartphones, die Kunden im Vertrag abbezahlen, scheint das Unternehmen meist mit fairen Angeboten zu locken. Schließt ihr einen Vertrag ab, zahlt ihr entweder 20 Euro oder 10 Euro pro Monat zusätzlich pro Monat. Dabei gilt: Je nach Handy und gewählter monatliche Zuzahlung wartet noch eine zusätzliche Einmalzahlung auf euch.

Rechenbeispiel

Telekom: Das kosten iPhone 7 und Galaxy S8

iPhone 7
Magenta S: 450 + (10*24) = 690 Euro
Magenta M: 300 + (10*24) = 540 Euro
Magenta L: 200 + (10*24) = 440 Euro

Galaxy S8
Magenta S: 350 + (10*24) = 590 Euro
Magenta M: 250 + (10*24) = 490 Euro
Magenta L: 150 + (10*24) = 390 Euro

Die Faustformel lässt sich bei der Telekom wie folgt zusammenfassen:

  • Einmalzahlung + (10 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis
  • Einmalzahlung + (20 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis

Der errechnete Smartphone-Preis sollte niedriger sein als der aktuelle Marktwert des Telefons.

Fazit:

Bei der Telekom gilt: In Verbindung mit dem Magenta-S-Tarif sind das iPhone 7 und das Galaxy S8 teurer als beim Sofort-Kauf im Netz. Bei den anderen Tarifen würde sich der Kauf per Vertrag aber lohnen und ihr würdet im Vergleich zum Direktkauf (iPhone: 630 Euro; Galaxy S8: 550 Euro) sogar Geld sparen.

iPhone 8: Auch beim iPhone 8 können Telekom-Kunden sparen, wenn sie nicht den kleinsten Tarif wählen. Im besten Fall mit teurem Magenta-L-Tarif und 10 Euro zusätzlich jeden Monat kostet das iPhone 8 590 Euro - statt den von Apple angesetzten 800 Euro. Günstiger bietet keiner der Anbieter das iPhone 8 an. Nachteil: Der zugehörige Vertrag kostet ohne Smartphone regulär bereits mehr als 50 Euro monatlich.

Vodafone

Für ein Top-Smartphone müssen Vodafone-Kunden deutlich mehr zahlen als die Kunden aller anderen Anbieter: 25 Euro Aufpreis pro Monat verlangt der Anbieter für Top-Smartphones. Bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren fallen so alleine schon 600 Euro mehr an. Wer kein Top-Smartphone möchte, kann sich auch für einen günstigeren Preis von 15 Euro monatlich (360 Euro in zwei Jahren) entscheiden. Wer bei Vodafone ein Smartphone innerhalb des Tarifs abbezahlt, verliert - wie unser Rechenbeispiel zeigt.

Rechenbeispiel

Vodafone: Das kosten iPhone 7 und Galaxy S8

iPhone 7
Red S: 300 + (25*24) = 900 Euro
Red M: 200 + (25*24) = 800 Euro
Red L: 100 + (25* 24) = 700 Euro

Galaxy S8
Red S: 50 + (25*24) = 650 Euro
Red M: 1 + (25*24) = 601 Euro
Red L: 1 + (25* 24) =601 Euro

Die Faustformel lässt sich bei Vodafone wie folgt zusammenfassen:

  • Einmalzahlung + (25 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis
  • Einmalzahlung + (15 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis

Der errechnete Preis sollte hier ebenfalls niedriger liegen als der aktuelle Kaufpreis des Smartphones.

Fazit:

Bei jedem der Beispiel-Finanzierungen verliert der Kunde. Mindestens 50 Euro kostet das Galaxy S8 bei einem Vodafone-Vertrag mehr als bei einer einfachen Bestellung im Netz, wo der Marktwert aktuell bei 550 Euro liegt. Beim iPhone 7 zahlen Kunden sogar noch mehr drauf: 70 Euro mehr möchte Vodafone für das Gerät. Apple möchte 630 Euro, Vodafone mindestens 700 Euro. Deswegen: Kauft das Smartphone lieber direkt im Netz oder bei einem Elektrohändler.

iPhone 8: Vodafone verkauft das iPhone 8 nur an Kunden, die mindestens den L-Tarif abschließen. Sparen können Kunden hier nicht: 800 Euro will Vodafone - genau so viel wie Apple.

O2

O2-Tarife zählen zu den günstigen Tarifen. Wie sieht es beim Smartphone-Kauf aus? Versucht O2 damit die günstigsten Tarife zu refinanzieren? Doch erstaunlicherweise sind die O2-Tarife für ein Smartphone recht fair. Anders als bei der Telekom und Vodafone teilt O2 die Smartphones aber nicht in verschiedene Preiskategorien ein. Vielmehr scheint der Anbieter den Gesamtpreis für jedes Smartphone in jedem Tarif individuell zu berechnen.

Rechenbeispiel

O2: Das kosten iPhone 7 und Galaxy S8

iPhone 7
O2 Free S: 1 + (25*24) = 601 Euro
O2 Free M: 1 + (20*24) = 481 Euro
O2 Free L: 1 + (15*24) = 361 Euro

Galaxy S8
O2 Free S: 1 + (15*24) = 361 Euro
O2 Free M: 1 + (10*24) = 241 Euro
O2 Free L: 1 + (10*24) = 241 Euro

Auffällig: In jedem der O2-Tarife zahlt der Kunde weniger für das Smartphone als bei einem Kauf im Netz. Eine Faustformel wie bei der Telekom oder bei Vodafone lässt sich hier nicht aufstellen. Doch setzt einfach die korrekten Zahlen in die Formel ein und ihr seht schnell, wie teuer euch das neue Gerät kommen würde:

  • Einmalzahlung + (monatliche Smartphone-Rate x 24 Monate) = Smartphone-Preis

Fazit:

Auch bei O2 werden die Smartphones teurer, je günstiger der gewählte Tarif ist. Wer also einen Tarif mit 10 Gigabyte Volumen (M) bezahlt, der bekommt das Gerät günstiger. Wer einen Tarif mit nur einem Gigabyte Datenvolumen nutzt, dessen Smartphone kostet mehr. Trotzdem: Die O2-Angebote sind fair. Kunden sparen im Vergleich zum Direktkauf (iPhone 7: 630 Euro; Galaxy S8: 550 Euro) in unseren Beispielen zwischen 29 und 309 Euro. Durchrechnen lohnt sich!

iPhone 8: Wer den kleinsten O2-Tarif mit dem iPhone 8 kombiniert, zahlt drauf. Bei dem M- und dem L-Tarif hingegen sparen Kunden im Vergleich zum Direktkauf bei Apple zwischen 78 und 198 Euro.

1&1

Der Telefonanbieter verkauft Tarife im D-Netz und im E-Netz: 1&1 verwertet weiter, baut aber kein eigenes Mobilfunknetz auf. Trotzdem lockt der Anbieter mittlerweile auch mit Smartphone-Tarifen, die meist recht günstig sind, teilweise aber nicht die vollen Surf-Geschwindigkeiten zulassen. Und auch dieser günstige Tarif-Anbieter zeigt, dass ein Smartphone-Kauf über einen Vertrag auch Vorteile für den Kunden bringen kann.

Rechenbeispiel

1&1: Das kosten iPhone 7 und Galaxy S8

iPhone 7
Basic: 400 + (10*24) = 640 Euro
Plus: 150 + (15*24) = 510 Euro
Pro: 50 + (20*24) = 530 Euro

Galaxy S8
Basic: 350 + (10*24) = 590 Euro
Plus: 100 + (15*24) = 460 Euro
Pro: 0 + (20*24) = 480 Euro

Das Konzept hinter den Smartphone-Preisen bei 1&1: Bei günstigen Tarifen zahlt der Nutzer nur 10 Euro monatlich für ein Smartphone, dafür ist die Einmalzahlung höher. Je teurer der Tarif, desto höher fällt auch die monatliche Smartphone-Rate aus. Dafür sinkt die Einmalzahlung im Vergleich zu den günstigen Tarifen deutlich. Zusammengefasst gilt auch hier wieder die Faustformel:

  • Einmalzahlung + (20 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis
  • Einmalzahlung + (15 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis
  • Einmalzahlung + (10 Euro x 24 Monate) = Smartphone-Preis

Fazit:

Ein Smartphone zu einem 1&1-Tarif hinzu zu buchen, lohnt sich im günstigsten Basic-Tarif nicht. Hier zahlt der Kunde mehr als bei einem direkten Kauf. Bei den beiden anderen Tarifen Plus und Pro hingegen gewinnt der Nutzer im Vergleich. Der Smartphone-Wert liegt unter dem aktuellen Marktwert (iPhone 7: 630 Euro; Galaxy S8: 550 Euro). Den besten Deal für 1&1-Kunden, das geht aus unseren Beispielen hervor, bietet aktuell der Plus-Tarif mit zusätzlichen 15 Euro pro Monat für ein neues Smartphone.

iPhone 8: Egal welcher Tarif - 1&1 bietet das iPhone 8 in jedem Vertrag günstiger an als Apple. Im schlechtesten Fall spart ihr nur 60 Euro, im besten zahlt ihr 120 Euro weniger. Nachteil: Die Einmalzahlung liegt hier im größten Tarif bei 200 Euro, im günstigsten Tarif bei 500 Euro.

Mobilcom Debitel

Der Anbieter ist im Vergleich leider rausgefallen, da der Dienstleister viele Tarife ausschließlich mit Smartphone anbietet. So ist nicht klar ersichtlich, wie hoch der monatliche Aufpreis für ein Smartphone ausfällt.

Zusammenfassung: Lohnt sich der Handy-Kauf über einen Vertrag?

Tatsächlich bieten die meisten Mobilfunk-Anbieter faire Angebote, bei denen ihr Geld sparen könnt - mit Ausnahme von Vodafone. In unserem Test mussten Kunden mehr bezahlen als bei einem Direktkauf im Laden. Aber auch für die anderen Anbieter gilt: Überlegt, welches Smartphone ihr gerne haben möchtet, prüft, was es aktuell in Elektromärkten und bei Online-Shops kostet, und rechnet nach.

Eine generelle Einschränkung: Wer für einen günstigen Prepaid-Tarif 10 Euro im Monat bezahlt und sich ein Smartphone im Netz bestellt, bezahlt insgesamt weniger als Kunden mit Laufzeitverträgen und einem neuen Smartphone.

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