Online-Shopping © picture-alliance Fotograf: Christian Ohde / CHROMORANGE

Online-Shopping - aber sicher!

von Udo Lewalter

Online-Shopping ist sicher und bequem - wenn ihr bestimmte Regeln beachtet. Wir sagen euch, welche das sind.

Ein Online-Einkaufsbummel lohnt. Mit wenigen Klicks habt ihr den günstigsten Anbieter für euer Wunschprodukt gefunden, und Shoppen am Computer ist natürlich wesentlich bequemer als im Laden zu stehen. Großzügige Widerrufs- und Rückgaberechte sorgen zudem für Sicherheit bei der virtuellen Shopping-Tour. Andererseits: Lange Lieferzeiten, überraschende Zusatzkosten oder Ärger mit dem Händler bei der Rücknahme einer Ware – Stress beim Online-Kauf hat wohl die Mehrheit der Nutzer schon erlebt. Und auch der Missbrauch sensibler Kreditinformationen wird immer häufiger beklagt.

Wenn ihr folgende zehn Regeln beachtet, schließt ihr unliebsame Überraschungen weitestgehend aus.

  • 1. Auf Nummer sicher gehen: Kauf per Rechnung oder Lastschrift

    Die maximale Sicherheit beim Online-Shopping gewährt der Kauf per Rechnung, da ihr diese erst nach Erhalt und Prüfung der Ware begleicht. Gefällt euch der Artikel nicht oder ist er fehlerhaft, müsst ihr eurem Geld nicht hinterherlaufen.

    Eine sichere Alternative: Per Lastschriftverfahren erteilt ihr einem Unternehmen die Ermächtigung, einen bestimmten Betrag von eurem Konto einzuziehen. Wenn euch die Ware nicht gefällt, sie nicht geliefert wird oder fehlerhaft ist, lässt sich der Betrag über eure Bank sechs Wochen nach Abbuchung problemlos zurückholen. Die daraus resultierenden Stornogebühren trägt der Online-Shop.

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  • 2. Geringes Risiko: Bezahlsystemanbieter nutzen

    Wenn euch die Eingabe von Konto- oder Kreditkartendaten direkt auf der Internetseite eines Anbieters zu heikel ist, dann sind Bezahlsysteme wie PayPal oder Click & Buy sinnvolle Alternativen beim Online-Shopping. Dort legt ihr einmalig und kostenlos ein Konto an und tragt dort persönliche Daten sowie Kreditkarteninformationen ein. Unterstützt ein Online-Shop PayPal & Co., so werdet ihr nach Auswahl des Artikels sowie des Bezahlsystemanbieters direkt auf dessen Webseite geleitet. Daraufhin gibt das Unternehmen die Zahlung an den Internethändler frei, ohne dabei eure Kontodaten preiszugeben. Anschließend zieht man den Betrag von eurem Bankkonto ein.

    Der Vorteil: Der Geldtransfer im Internet läuft ausschließlich über das Konto des Bezahlsystemanbieters. Nur dort müsst ihr eure Kreditkarten- oder Kontoinformationen hinterlegen. Das ist praktisch und erhöht die Sicherheit. Ein weiterer Vorteil: Wenn der Artikel nicht oder fehlerhaft bei euch ankommt oder es sonstige Probleme bei der Rückgabe gibt, so erhaltet ihr das Geld von PayPal zurück.

  • 3. Die riskante Varianten: Zahlung per Vorkasse oder Nachnahme

    Abzuraten ist von der Zahlung per Vorkasse: Ihr müsst vorab den Rechnungsbetrag eurer Bestellung an den Anbieter überweisen. Geht die Zahlung bei ihm ein, schickt er die Ware los. Und was, wenn nicht? Dann habt ihr eventuell ein Problem. Denn im Gegensatz zum Lastschriftverfahren lässt sich ein Betrag dann nicht mehr zurückbuchen. Nur wenn der Überweisungsvorgang noch läuft, ist der Widerruf möglich. In der Regel sind das ein bis zwei Werktage. Ist das Geld auf dem Konto des Verkäufers eingegangen, hat eure Bank keine Möglichkeit mehr, die Überweisung zurückzunehmen. Trotz dieser Gefahr gehen Nutzer oft das Risiko ein, denn viele Verkäufer locken mit stattlichen Rabatten bei dieser für den Kunden riskanten Zahlungsweise.

    Die Zahlung per Nachnahme ist zwar sicherer, aber längst nicht optimal: Ihr zahlt den Rechnungsbetrag bar an den Postzusteller, der die Ware anliefert. Zeit für eine Kontrolle bleibt in der Regel nicht. Kein Postbote wartet ab, bis ihr beispielsweise euer Soundsystem angeschlossen und geprüft habt. Fällt ein Fehler erst nach der Annahme auf, gestaltet sich die Rückerstattung des Kaufpreises möglicherweise kompliziert.

  • 4. Kreditkartenzahlung: Auf Datenverschlüsselung achten!

    Am häufigsten zahlen Kunden im Internet mit der Kreditkarte. Bei dieser Zahlungsweise solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Übermittlung der sensiblen Daten über eine sichere Verbindung läuft. Die Verschlüsselungsprotokolle Secure Sockets Layer (SSL) und Transport Layer Security (TLS) sorgen für den nötigen Schutz. Klingt nach böhmischen Dörfern? Stimmt! Aber es ist leicht zu erkennen, wann die sichere Leitung steht: Am Anfang der Adresszeile eures Browsers findet ihr statt des Standardkürzels "http" nun ein "https". Noch vor der Eingabe der Kreditkarteninformationen muss die Umstellung erfolgt sein.

  • 5. Vorsicht vor außergewöhnlichen Schnäppchen!

    Der Vergleich im Internet lohnt und ist mithilfe von Preisvergleichsportalen ein Klacks. Doch betrachtet vermeintliche Schnäppchen stets mit einer Portion Misstrauen und gesundem Menschenverstand. Denn niemand hat etwas zu verschenken! Liegt der Preis für einen Artikel deutlich unter dem aller anderen Händler, dann ist womöglich etwas faul.

    Achtet beim Kauf auch auf versteckte Kosten für Versand oder sonstige Leistungen. Zumeist eröffnen die sich euch erst im letzten Schritt des Bestellvorgangs – seid aufmerksam! Mit oft vollkommen überzogenen Gebühren machen einige Online-Händler ihr Geschäft.

  • 6. Nach Erfahrungsberichten googeln

    Die Preise beim Online-Händler XYZ sind günstig, aber ist er auch seriös? Die Antwort liefert häufig bereits die Suchmaschinen-Recherche. Googelt nach dem Unternehmen in Verbindung mit Schlagworten wie "Lieferzeiten", "Service" oder "Meinung". Stöbert durch die Erfahrungsberichte – darin steckt so mancher kostbarer Hinweis auf ein schwarzes Schaf.

  • 7. Der erste Eindruck zählt

    Die ersten Sekunden sind entscheidend darüber, ob man einen Menschen sympathisch findet oder nicht. Das lässt sich auch auf Online-Geschäfte übertragen. Gefällt euch die Seite des Anbieters? Oder wirkt sie unübersichtlich und schnell zusammengeschustert? Auch viele Rechtschreibfehler sind ein Indiz für ein unseriöses Unternehmen.

  • 8. Widerrufsrecht: Das Kleingedruckte prüfen

    Lest euch vor dem Kauf unbedingt in Ruhe die allgemeinen Geschäftsbedingungen durch. Versteht ihr alle Klauseln? Und gibt es eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, die euch eine Widerrufsfrist von mindestens 14 Tagen einräumt? Die ermöglicht es euch nämlich, die Ware bei Nichtgefallen ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen an den Anbieter zurückzuschicken. Ihr müsst ihn nur schriftlich darüber informieren. Das geschieht zumeist automatisch über entsprechende Rücksendeformulare, die ihr beim Online-Shop anfordert. Liegt der Wert des Produkts über 40 Euro, so trägt der Händler die Portokosten. Ist die Ware günstiger, so zahlt ihr – sofern der Anbieter dies in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen ausdrücklich angibt. Ansonsten kostet euch auch der Rückversand günstigerer Waren keinen Cent.

    Übrigens: Nicht alle Artikel könnt ihr zurückgeben. Euch gefällt der gekaufte Film nicht? Pech gehabt! Denn sobald ihr die Versiegelung der DVD-, Blu-ray-, CD- oder Computerspieleverpackung öffnet, besteht keine Möglichkeit mehr auf Widerruf. Nachvollziehbar, denn im Laden öffnet ihr vor dem Kauf auch nicht die Verpackungen. Auch beim Download von Dateien (Software, Musik, Hörbücher, E-Books, et cetera) gibt es kein Widerrufs- und Rückgaberecht.

  • 9. Kontaktdaten des Anbieters prüfen

    Geprellte Verbraucher stehen häufig vor einem großen Problem: Sie möchten ihr Geld zurück, jedoch ist es unmöglich, den Anbieter zu kontaktieren. Prüft daher vor dem Kauf im Impressum unbedingt, ob alle wichtigen Details angegeben sind. Auskünfte wie die E-Mail-Adresse, eine Rufnummer, der Name des Unternehmers, Unternehmensregister, Registernummer sowie die Postanschrift also. Ist nur eine Postfachadresse angegeben, ist von einer Bestellung abzuraten.

    Prüft mittels Google Maps oder dem Online-Telefonbuch, ob es die Adresse auch wirklich gibt. Doch selbst wenn alle Daten vollständig und korrekt erscheinen, bedeutet das längst nicht, dass sie auch echt sind. Ratsam ist es daher, eine Test-Mail an den Händler zu versenden. Fragt beispielsweise nach der Verfügbarkeit eines Artikels. Wie schnell antwortet man euch? Und wie kompetent?

  • 10. Auf Gütesiegel achten

    Ein Indiz für einen seriösen Anbieter sind die Gütesiegel – allerdings nicht alle. Wirbt ein Unternehmen mit Siegeln von Zertifizierern wie TÜV SÜD (S@fer Shopping) oder Trusted Shops, dann besteht kaum Gefahr, einem Betrüger aufzusitzen. Vermeintliche Auszeichnungen wie „User Friendly Shop“ dagegen sind keine verlässlichen Auskünfte. Um zu prüfen, ob ein Gütesiegel echt ist, geht ihr auf die Internetseite des Zertifizierers. Dort sind alle Unternehmen aufgelistet, die aktuell geprüft werden. Ebenso findet ihr dort Auskünfte zur Zuverlässigkeit der geprüften Online-Shops. Informationen zu den Gütesiegeln, deren Qualitätskriterien sowie den Prüfverfahren findet ihr auch auf der Internetseite von Initiative D21: internet-guetesiegel.de.

    Was aber, wenn ein Anbieter mit keinem der genannten Gütesiegel wirbt? Ist das Unternehmen dann automatisch unseriös? Nein, keinesfalls. Denn Kleinunternehmer oder Neugründer besitzen oft nicht die Möglichkeit jährlich ein entsprechendes, mehrere tausend Euro teures Prüfverfahren zu finanzieren. Sie erleiden somit einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber finanzstärkeren Unternehmen. Tipp: Fehlt das Gütesiegel, so googelt im Netz nach Erfahrungsberichten, prüft die allgemeinen Geschäftsbedingungen und kontrolliert, ob die Kontaktdaten des Anbieters vollständig angegeben und echt sind.

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Fazit

Online-Shopping ist komfortabel, vergleichsweise günstig und gewährt großzügige Rückgaberechte. Allerdings birgt es auch zahlreiche Risiken. Denn sobald ihr sensible Daten wie eure Kreditkarteninformationen preisgebt, besteht die Gefahr, dass diese von Kriminellen ausgespäht und missbraucht werden. Achtet daher unbedingt darauf, dass beim Kauf mit der Kreditkarte eure Daten verschlüsselt übertragen werden. Besser noch: Gebt sie gar nicht erst an! Wählt möglichst die Rechnung oder das Lastschriftverfahren als Zahlungsart. Allerdings bieten nur wenige Online-Shops den kundenfreundlichen Service an, da diese Zahlungsweisen für sie das größte Risiko bergen. Warum? Begleichen Kunden ihre Zeche nicht, muss geklagt werden. Das kostet Zeit und Geld.

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Sind die beiden sicheren Zahlungsverfahren nicht möglich, stellen Bezahlsysteme wie PayPal oder Click & Buy sinnvolle Alternativen beim Online-Shopping dar. So stellt ihr sicher, dass eure Kontoinformationen beim Kauf im Internet nicht an den Online-Shop weitergegeben werden und ihr euer Geld zurückbekommt, wenn etwas schief läuft. Absolute Sicherheit gewährleisten aber auch diese Systeme nicht, denn ihr müsst ein persönliches Konto samt eurer Kreditkarteninformationen in den Datenbanken von PayPal und Co. anlegen. Und kein System der Welt ist vor dem Datendiebstahl zu 100 Prozent geschützt.

Von Zahlungen per Vorkasse oder Nachnahme ist dringend abzuraten. Lasst euch nicht von Rabatten ködern! Wenn ihr die Ware nicht erhaltet oder sie fehlerhaft ist, hilft oft nur noch der Gang zum Gericht, um das überwiesene Geld zurückzubekommen – sofern der Verkäufer dann überhaupt zu finden ist.

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