Bild der Spielekonsole Playstation 4 von Sony © Sony

PS4: Neue Konsole von Sony

von Dennis Bangert

Die neue Konsolengeneration von Sony steht vor der Tür. Auf einem großen Event in New York stellte das japanische Unternehmen die Playstation 4 vor - ohne auch nur ein einziges Bild der Konsole selbst zu zeigen.

Die Spatzen haben es bereits von den Dächern gepfiffen: 2013 wird das Jahr der neuen Spielekonsolen. Auf einem großen Presseevent in New York hat Sony vorgelegt und die Zukunft der Playstation vorgestellt. Und die erste kleine Überraschung des Abends folgte schon kurz nach dem Start der Präsentation: Die neue Sony-Konsole heißt Playstation 4. Warum Überraschung? Was im westlichen Kulturkreis die 13, ist in Japan die 4 - eine Unglücksnummer. Fehlt in westlichen Hochhäusern oft der 13. Stock, verzichten zum Beispiel viele japanische Krankenhäuser darauf, Patienten in der vierten Etage unterzubringen. Abergläubisch scheint der japanische Technologiekonzern also nicht zu sein. Letzlich ist nicht die Nummer am Ende des Namens ausschlaggebend für den Erfolg einer Konsole, sondern drei Dinge: die Hardware, die Online-Erfahrung und natürlich die Spiele.

Die Hardware

Bild der Sony Pressekonferenz © Sony
In New York präsentierte Sony die Playstation 4 der Öffentlichkeit.
In Sachen Hardware-Struktur setzte Sony bei der Playstation 3 - unter anderem mit dem Cell-Prozessor - noch auf ein relativ eigenes Konzept. Für Entwickler war das eine besondere Herausforderung und führte vor allem in den ersten Lebensjahren der Konsole zu einigen weniger gut gelungenen Spiele-Umsetzungen. Im Vergleich dazu ist das Innenleben der Xbox 360 stark an das eines traditionellen PCs angelehnt, was es für Entwickler wiederum verhältnismäßig leicht macht, Spiele für die Microsoft-Konsole zu entwickeln, umzusetzen und zu optimieren. Mit der Playstation 4 will Sony die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen: Das Innenleben der PS4 ist ähnlich aufgebaut wie ein Heim-PC. Wie Sony auf der Pressekonferenz bekannt gab, spendieren sie der neuen Playstation einen x86-64-Prozessor und acht Gigabyte GDDR5-RAM. Außerdem setzt Sony auf die sogenannte APU-Technologie (Accelerated Proccessing Unit) - kombiniert also Grafik- und Hauptprozessor, was einen ordentlichen Leistungsschub bringt. Übersetzt und einfach ausgedrückt bedeutet das: In der Playstation 4 ist ordentlich Power verbaut. Die neue Sony-Konsole muss sich also nicht hinter aktuellen PCs verstecken. So freigibig Sony mit Details zur Hardware war, so zurückhalten waren die Japaner mit Infos zum Aussehen der Konsole. Bilder der PS4 gab es nicht zu sehen. Das hebt sich Sony wahrscheinlich für die E3 2013 auf.

Der Controller

Besonderes Augenmerk legte Sony auf den neuen Controller - den Dualshock 4. Im Vergleich zum Vorgänger für die PS3 wartet das Gamepad mit zahlreichen neuen Funktionen auf. Das Highlight: der Share-Button. Mit einem simplen Knopfdruckt streamt ihr eure Spielesession live über Videoplattformen wie zum Beispiel Usteam oder ladet Screenshots und Videos direkt bei Facebook hoch. Interessanterweise verlor Sony während der Präsentation kein Wort über YouTube. Ob der neue "Teilen"-Knopf eure Videos also auch auf die Google-Plattform hochladen kann, ist noch unklar. Weitere Details zum PS4-Controller und alle neuen Funktionen im Überblick bekommt ihr in der Bildergalerie.

Die Online-Erfahrung

Sonys Online-Konzept musste sich in der Vergangenheit - besonders im Vergleich zu Steam auf dem PC oder Xbox Live - immer wieder Kritik gefallen lassen. Langsame Downloads, ein unübersichtlicher Online-Store und eine unnötig verschachtelte Freundesliste waren die Hauptkritikpunkte. Wenig verwunderlich also, dass Sony einen Teil seiner Präsentation auch den neuen Online-Funktionen widmete. Im Zentrum stand neben den sozialen Aspekten wie Freundesseiten, die stark an Facebook erinnern, oder der Integration des Share-Buttons auch das Streamen von Spielen. So soll es mit der PS4 möglich sein, zum Beispiel Demos von Spielen zukünftig auch ohne Download zu zocken. Möglich macht das Gaikai - ein Cloud-Streaming-Service, den Sony Mitte 2012 kaufte. Mehr Infos dazu findet ihr im Infokasten auf der rechten Seite. Ziel des neuen Streaming-Angebotes ist es nach Angaben von Gaikai-Chef David Perry, dass zukünftig auch PSOne-, PS2- und PS3-Spiele auf diese Weise spielbar sind. Und das nicht nur auf der PS4, sondern auch auf Sonys mobiler Konsole PS Vita. Mit der neuen Playstation will Sony nämlich auch die Verbindung zur PS Vita stärken. So sollen alle PS4-Spiele auch auf dem Handheld spielbar sein - eine Funktion, die wahrscheinlich nicht nur zufällig an Nintendos neue Konsole Wii U erinnert.

Die Spiele

Einen erstaunlichen großen Teil der Präsentation nutze Sony, um neue Spiele für die PS4 vorzustellen. Neben bekannten Titeln - wie zum Beispiel "Watch Dogs" von Ubisoft - überraschte Sony aber auch mit Neuankündigungen. Unter anderem präsentierte Guerrilla Games "Killzone: Shadow Fall", Sucker Punch stellte "Infamous: Second Son" vor und Activision brachte den neuen Titel von "Halo"-Erfinder Bungie mit auf die Bühne. Für einen Hingucker sorgte auch Entwickler Blizzard. Die kreativen Köpfe hinter "Starcraft" und "World of Warcraft" nutzen die PS4-Präsentation, um offiziell anzukündigen, dass sie an einer Konsolenumsetzung von "Diablo 3" arbeiten. Zocker können sich also auf ein ordentliches Spiele-Line-up freuen - vor allem auch in der Gewissheit, dass Sony noch einige dicke Brocken aufgehoben hat, um sie auf der Spielemesse E3 2013 im Juni offiziell anzukündigen. Verdächtig abwesend war zum Beispiel das zweite Team von Entwickler Naughty Dog, das bislang für die Entwicklung der "Uncharted"-Reihe verantwortlich zeigte. Und von Gran-Turismo-Entwickler Polyphony Digital war ebenfalls nichts zu sehen. Einen ersten Einblick in die bislang vorgestellten PS4-Spiele bekommt ihr in der Bildergalerie.

Preis und Termin

Im Rahmen der Pressekonferenz auf der Spielemesse E3 2013 in Los Angeles gab das japanische Unternehmen Infos zu Preis und Veröffentlichungstermin bekannt. Die Playstation 4 erscheint Ende 2013 zu einem Preis von 399 Euro. Damit ist die PS4 satte 100 Euro günstiger als die Konkurrenzkonsole von Microsoft.

Fazit

Ein Sache hat bei der offiziellen Präsentation der Playstation 4 leider gefehlt: die Konsole selbst. Über das Innenleben wurde gesprochen, die Spiele waren zu sehen, der neue Controller hat es auf die Showbühne geschafft – nur die PS4 selbst glänzte durch Abwesenheit. Diesen Teil der Präsentation hebt Sony sich wahrscheinlich für die Spielemesse E3 im Juni 2013 auf. Schade! Und so eindrucksvoll die gezeigten Spiele auch aussahen, machen sie doch eines deutlich: So gewaltig wie der Sprung von der PSOne auf die PS2 oder wiederrum von der PS2 ins HD-Zeitalter der PS3 ist dieser Generationenwechsel nicht. Klar, unter der Haube der PS4 steckt deutlich mehr Power und aktuelle PC-Spiele zeigen schon deutlich, was optisch noch alles möglich ist, aber die zusätzliche Grafikleistung reißt nicht mehr nur allein vom Hocker. In diese Bresche könnten die sozialen Komponenten springen. Das Konzept des Share-Buttons ist klasse und die Gaikai-Integration klingt wirklich vielversprechend. Jetzt muss Sony die Versprechen nur noch einlösen. Spannend wird auch sein, wie die Konkurrenz aus Redmond auf die Sony-Vorlage reagiert. Was bietet die neue Xbox? Der Spielball liegt jetzt in Microsofts Hälfte - mal gucken, was hier für die neue Konsolengeneration aus dem Hut gezaubert wird.

 

Aktuelle Kommentare
olajsdnw schrieb am 21. Februar 2013 um 17:05 Uhr:

Die Playstation 4 sieht ja immer mehr wie die XBOX 360. PS3 Kontroller geht so schnell kaputt. [mehr]

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Das ist Gaikai

Das Unternehmen von Spieleentwickler David Perry ist ein Cloud-Streaming-Service für Videospiele. Das heißt: Die Spiele sind nicht mehr auf eurem heimischen PC installiert, sondern laufen auf speziellen Gaming-Rechnern in großen Rechenzentren. Das Spiel wird quasi als Video über das Internet auf euren PC gesendet. Den genau umgekehrten Weg gehen eure Eingabebefehle: Über das Internet schickt ihr sie an den Gaming-PC im Rechenzentrum. Dort führt der PC die Befehle aus und schickt das entsprechende Video wieder an euch zurück. Das Ganze geschieht in Bruchteilen von Sekunden - und so könnt ihr spielen, obwohl das Game gar nicht auf eurem Rechner läuft. Im Juli 2012 verkündete Sony den Kauf von Gaikai. Und die Früchte dieser Zusammenarbeit werden jetzt in der PS4 erstmals sichtbar.

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